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„Jugend forscht“: Plasmaantrieb und Roboter der Zukunft

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Von: Timur Tinç

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Michael Stezaly und Sergey Ermakov beschäftigten sich mit Plasmaantrieb.
Michael Stezaly und Sergey Ermakov beschäftigten sich mit Plasmaantrieb. © Michael Stezaly

„Jugend forscht“ vergibt Preise im Regionalwettbewerb Rhein-Main. 24 Projekte von 40 Schülerinnen und Schüler waren am Start.

Michael Stezaly (17) und Sergey Ermakov (19) sind für ihr Projekt einige Umwege gegangen. „Unsere Schule ist gut ausgestattet, aber nicht mit Plasmageneratoren“, sagte Ermakov. Die Schüler der Goetheschule Neu-Isenburg haben Magnetron aus einer Mikrowelle ausgebaut und Transformatoren über private Geldquellen für 600 Euro besorgt. Auch Heliumgas haben sie zweimal gekauft, um ihr Projekt „Minerva – Plasmaantrieb der Zukunft“ für „Jugend forscht“ voranzutreiben. Ihr Ziel: Stickstoffgas beschleunigen und den Rückstoß als Antrieb zu nutzen.

Der Aufwand hat sich gelohnt: Die Schüler haben den ersten Platz in der Jugend-forscht-Sparte Physik gewonnen und sich für den Landeswettbewerb Hessen am 7. und 8. April 2022 in Darmstadt qualifiziert. „Die Möglichkeit zu haben, Face-to-Face mit Experten sprechen zu können“, sagt der 19-jährige Ermakov, sei jedoch das Beste am ganzen Wettbewerb.

Auch Samuel Gorelikov (15), der den ersten Platz in der Sparte Technik gewann, sieht den größten Mehrwert in den Kontakten, die man knüpfen kann. „Das Feedback zu meinen Forschungsmethoden und der Reiz, wie andere auf meine Arbeit reagieren, finde ich spannend“, sagte Gorelikov, der sich mit der Frage auseinandergesetzt hat: „Wie lassen sich Roboter in der Zukunft günstig und vielseitig einsetzen?“. Der Schüler des Riedberg-Gymnasiums hat zu Hause mehrere Roboter konstruiert, die sich mit Ultraschallsensoren fortbewegen. Heraus kam ein Modell auf Ketten, das einen Materialwert von 200 Euro hat. Seine Konklusion: Mehrere Roboter, die nur eine Funktion erfüllen, nutzen, statt eines Roboters, der alles kann.

Mit etwas ganz anderem hat sich Jana Schlotmann beschäftigt. Die 14-Jährige vom Gymnasium Oberursel hat sich in ihrer Arbeit mit dem Phänomen ASMR (Autonomous Sensory Meridian Response) auseinandergesetzt und den ersten Platz in der Kategorie „Schüler experimentieren – Biologie“ gewonnen. ASMR beschreibt ein Kribbeln im Hinterkopf oder Rücken beim Hören von Geräuschen, genannt Trigger. Ihre Ergebnisse waren: ASMR ist verbreitet, ASMR verbessert den Gemütszustand, vermindert aber die Konzentration. Außerdem spüren Synästhesisten, Menschen, die zum Beispiel beim Hören von Tönen gleichzeitig Farben sehen, ASMR mehr als andere.

„Es ist äußerst faszinierend zu sehen, welche Themen und Fragestellungen die jungen Menschen bewegen und welche spannenden Ideen sie durch ihre Neugier, Kreativität und Hartnäckigkeit entwickeln“, lobte Wettbewerbsleiter Sven Soff. Insgesamt nahmen 40 Schüler:innen mit 24 Projekten teil.

Samuel Gorelikov mit seinem Roboter.
Samuel Gorelikov mit seinem Roboter. © Samuel Gorelikov
Jana Schlotmann beschäftigte sich mit dem Phänomen ASMR.
Jana Schlotmann beschäftigte sich mit dem Phänomen ASMR. © Jana Schlotmann

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