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Auch der Labsaal wird abgerissen.

Kulturinstitute

Tanz und Neue Musik

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Das "Zentrum der Künste" soll einige renommierte Institute umfassen.

Nicht wenige Vertreter der betroffenen Kulturinstitutionen hörten zu, als im obersten Stockwerk des Juridicums Stadt und Land die Zukunft des Kulturcampus verkündeten. Offiziell äußern wollte sich hinterher niemand. Doch der Tenor stimmte überein: Die Stadt müsse sich nun endlich nicht nur verbal, sondern auch finanziell zum „Zentrum der Künste“ bekennen.

Unter diesem Motto schließt die Politik eine Reihe von international bekannten Kulturinstituten zusammen, die heute noch über das gesamte Frankfurter Stadtgebiet verstreut liegen. Sie sollen künftig auf dem alten Campus der Goethe-Universität konzentriert werden.

Vielleicht die größte internationale Strahlkraft besitzt das Ensemble Modern (EM), dessen Mitglieder zu den weltweit führenden der Neuen Musik gehören. Rund um den Globus gibt das EM jährlich etwa 100 Konzerte. Derzeit ist es noch im Ostend untergebracht, der Stadt war es 2017 gelungen, den Mietvertrag dort um ein Jahrzehnt zu verlängern. Und doch hofft auch das EM auf die Synergieeffekte eines Zentrums der Künste.

Unter dieses Dach möchte auch das Frankfurt LAB, das Musik-, Theater- und Tanzlabor der Moderne. Hier werden Projekte von international renommierten Ensembles produziert und umgesetzt.

Gegenwärtig ist das Frankfurt LAB auf dem Gelände der Kommunikationsfabrik, Schmidtstraße 12, untergebracht. Im LAB engagiert sich auch die Dresden Frankfurt Dance Company, die aus dem Ensemble von William Forsythe hervorgegangen ist. Gegenwärtig zeigt die Company ihre Stücke regelmäßig in den beiden Städten.

Die Junge Deutsche Philharmonie versammelt die talentiertesten Nachwuchsmusiker aus ganz Deutschland. Sie können dort ergänzend zu einem Hochschulstudium musikalische Praxiserfahrungen sammeln.

Die Hessische Theaterakademie wiederum ist die Dachorganisation für alle Hochschulen, die im Bundesland an der Theaterausbildung beteiligt sind. Ihr gehören auch die Hessischen Staatstheater, alle Stadttheater und die Bühnen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an.

 Auch die Senckenberg Gesellschaft zählt dazu

Unter dem Dach des Zentrums der Künste soll außerdem das Hindemith-Institut untergebracht werden, das sich dem Werk und dem Nachlass des berühmten Frankfurter Komponisten der Moderne widmet.

Zum Kulturcampus zählt natürlich auch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN), Trägerin von insgesamt sechs Forschungsinstituten und drei Naturkundemuseen.

An der Senckenberganlage findet sich eine weitere traditionsreiche Einrichtung, die zum Kulturcampus gerechnet wird. Das bereits im Jahr 1923 durch eine Stiftung von Kaufleuten gegründete Institut für Sozialforschung. Es brachte mit Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, aber auch deren Schülern Jürgen Habermas und Oskar Negt wichtige Philosophen und Wissenschaftler der Kritischen Theorie hervor.

Seit 2001 wird das Institut von Axel Honneth, einem Schüler von Habermas, geführt.

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