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Die Frankfurter SPD feiert: Direktkandidat Armand Zorn, SPD-Chef Mike Josef und Unterbezirks-Geschäftsführer Sebastian Maier bejubeln die ersten Prognosen.
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Die Frankfurter SPD feiert: Direktkandidat Armand Zorn, SPD-Chef Mike Josef und Unterbezirks-Geschäftsführer Sebastian Maier bejubeln die ersten Prognosen.

Bundestagswahl 2021

Bundestagswahl in Frankfurt: Jubel bei SPD und Grünen

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  • Sandra Busch
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    Christoph Manus

Die Grünen holen den vierten Wahlsieg in Folge, die CDU stürzt auf den dritten Platz ab. Direktmandate gibt es für Armand Zorn und Omid Nouripour.

Frankfurt – Es war der erwartet spannende Abend der Bundestagswahl 2021 – auch im Frankfurter Römer, wo die Wahlparty viel kleiner ausfiel als bei Abstimmungen vor der Corona-Pandemie. Am Ende stand fest: Die Frankfurter Grünen haben es geschafft, die vierte Wahl in Folge zu gewinnen. Zweitstärkste Kraft in der Stadt wurde die SPD. Die CDU stürzte ab und ist in Frankfurt nur noch drittstärkste Partei.

„Der schwarze Frankfurter Norden alleine reißt es nicht mehr raus“, sagte Jan Schneider, Parteichef der Christdemokraten mit Blick auf die ziemlich bunte Frankfurt-Karte, in der jeder Wahlbezirk mit der Farbe der stärksten Partei markiert war. Und auch bei der Wahl der Direktkandidat:innen geht die CDU leer aus. Den Wahlkreis 182, der vor allem den Frankfurter Westen umfasst, gewinnt Armand Zorn von der SPD. Omid Nouripour von den Grünen siegt im Wahlkreis 183. Dreimal zuvor war Nouripour, der außenpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag ist, im 183er angetreten.

Bundestagswahl 2021: Wahlparty der Frankfurter SPD – „Größtes Comeback seit Rocky Balboa“

Bei der Wahlparty der Frankfurter SPD in der Bar „Moloko“ herrschte die totale Euphorie. Als die Prognose für die Ergebnisse auf Bundesebene angezeigt wurde, sprach Parteichef Mike Josef vom „größten Comeback seit Rocky Balboa“, das der SPD gelungen sei: „Wir waren komplett abgeschrieben.“

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zeigte sich überrascht, wie gut die Sozialdemokraten abschnitten. Die Zahlen seien „der Hammer“. Hätte ihm jemand vor paar Wochen solch ein Ergebnis für die SPD prophezeit, hätte er geantwortet: „Träum’ schön weiter!“, sagte Feldmann.

Frankfurt: CDU feiert im „Salon“

Die CDU ließ im „Frankfurter Salon“ die Köpfe hängen. Das Ergebnis sei „enttäuschend“, sagte der Kreisvorsitzende Jan Schneider. Die CDU habe einen anderen Anspruch, als auf Platz drei hinter Grünen und SPD zurückzufallen. Und der Verlust der Direktmandate schmerze besonders.

Derweil wussten die Grünen zunächst nicht so recht, was sie mit ihrem Ergebnis anfangen sollten. Auf der Haben-Seite standen das Direktmandat für Nouripour, das erste in Frankfurt, das die Grünen auf Bundesebene erzielen. Und auch Deborah Düring, Direktkandidatin im Wahlkreis 182, wird in den Bundestag einziehen. Zwar landete die 27-Jährige klar hinter Armand Zorn und Axel Kaufmann (CDU). Dank ihrer Platzierung auf der Landesliste kann sich die Studentin nun aber eine Bleibe in Berlin suchen.

Gleichzeitig machte bei den Grünen niemand einen Hehl daraus, dass man auf Bundesebene auf ein besseres Wahlergebnis gehofft hatte. „Vor vier Jahren hätte ich über so ein Ergebnis gejubelt, vor zwei Monaten wäre ich enttäuscht gewesen“, sagte Parteivorsitzende Julia Frank. Doch je später der Abend wurde, desto besser wurde die Stimmung bei der Wahlparty im Club „Familie Montez“ im Osthafen. Bei der Auszählung der Zweitstimmen in Frankfurt zogen die Grünen um 21 Uhr an der bis dahin führenden SPD vorbei. Damit gelang es der Partei in Frankfurt nach Europa-, Landtags- und Kommunalwahl der vierte Sieg in Folge.

Bundestagswahl 2021 in Frankfurt: FDP ist zufrieden

Zufriedenheit herrschte bei der FDP. Erstmals sei es im Bund gelungen, zweimal hintereinander zweistellig abzuschneiden, sagte Parteichef Thorsten Lieb. Auch er selbst erzielte im Wahlkreis 183 mehr als zehn Prozent und zieht über die Landesliste in den Bundestag ein.

Die Linken waren enttäuscht. „Es gab eine Polarisierung auf SPD und CDU, das ist immer schwierig für kleine Parteien“, sagte Dominike Pauli, Fraktionschefin der Linken im Frankfurter Römer. Immerhin: In Frankfurt schnitt die Partei besser ab als im Bund, im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 verlor sie aber. Verluste musste auch die AfD hinnehmen.

Volt schnitt wie erwartet schlechter ab als bei der Kommunalwahl, als die Partei 3,7 Prozent geholt hatte. Die damalige Spitzenkandidatin, Eileen O’Sullivan, äußerte sich in ihrer neuen Funktion als für die Wahlen zuständige Dezernentin hochzufrieden mit dem Sonntag in Frankfurt. Anders als in Berlin, wo die Stimmzettel ausgingen, habe es hier keine Pannen gegeben. Oliver Becker, Leiter des Bürgeramts Statistik und Wahlen, berichtete nur von einem Zwischenfall mit einem renitenten Maskenverweigerer in einem Wahllokal in Bornheim.

Da bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch einzelne der 575 Frankfurter Wahlbezirke nicht ausgezählt waren, stand die Wahlbeteiligung noch nicht endgültig fest. Schätzungsweise lag sie bei 70 Prozent. (Sandra Busch, Florian Leclerc, Georg Leppert, Christoph Mannus)

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