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Anneliese Uhlig starb am 17. Juni.

Filmmuseum

Hommage für Anneliese Uhlig

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Die Schauspielerin Anneliese Uhlig starb vor wenigen Wochen. Im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt wird ihre Arbeit mit einer Vorführung gewürdigt.

Trotz des Todes der ehemaligen Schauspielerin Anneliese Uhlig vor wenigen Wochen wird die geplante Hommage für sie am 1. August im Deutschen Filmmuseum durchgeführt. „Jetzt erst recht“, sagt Initiatorin Rosemarie Killius, die als ehrenamtliche Mitarbeiterin am Filmmuseum wirkt. Am Ablauf werde sich nichts ändern.

Anneliese Uhlig wurde 1918 in Essen geboren und lernte das Schauspielen in Berlin. 1940 weigerte sie sich eine Liaison mit Joseph Goebbels einzugehen, auch wenn sie wusste, dass sie das ihre Karriere kosten könnte. Goebbels Rache: er ließ sie für den deutschen Film sperren. Dank Vermittlung ihrer Freundin, der Kammersängerin Maria Cebotari, ging sie 1942 nach Italien und drehte dort fünf Filme. 1943 wurde sie kriegsdienstverpflichtet und nach Deutschland zurückbeordert. Dort spielte sie als Truppenbetreuung in deutschen Fronttheatern. Nach dem Krieg ging sie mit ihrem amerikanischen Ehemann in die Vereinigten Staaten und wurde Auslandskorrespondentin.

Killius stieß vor einigen Jahren auf Uhlig, als sie nach einer noch lebenden Person suchte, die den Schauspieler Joachim Gottschalk kannte. Damals recherchierte die ehrenamtliche Mitarbeiterin über das Leben Gottschalks, der von 1934 bis 38 auch in Frankfurt lebte und spielte. „Er war der Star bei den Römerberg-Festspielen“, erklärt die Filmhistorikerin. Uhlig trat mit Gottschalk in Berlin auf, sogar am Abend seines Suizids am 6. November 1941 begeisterten die beiden in „Diener zweier Herren“ noch das Publikum.

Am 1. August um 18 Uhr wird im Filmmuseum nun das Wirken von Anneliese Uhlig gewürdigt. „Sie hatte sich sehr gefreut, dass man sie in Deutschland nicht vergessen hatte“, berichtet Killius, die noch bis kurz vor dem Tod der Schauspielerin Mail-Kontakt zu ihr hatte. Nach einer Einführung werde der Film „Solistin Anna Alt“ aus dem Jahr 1944 gezeigt. Viele sagen, dass sie darin ihre reifste Darstellungsleistung zeige. „Es war ihr Wunschfilm, auch wenn ich finde, dass sie in anderen Filmen genauso präsent war“, sagt Killius. Nach der Vorführung können die Besucher gern auf die Filmhistorikerin zukommen und Fragen stellen.

Eine traurige Note solle der Abend allerdings nicht haben. Eigentlich war die Hommage eine Vorbereitung auf Uhligs 99. Geburtstag am 27. August. „Wir sollten uns freuen, dass sie so lange gelebt hat“, sagt Killius, auch wenn sie persönlich traurig sei, dass ihre Freundin den Vortrag nicht mehr auf Video sehen könne.

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