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Im Lyoner Quartier, der früheren Bürostadt Niederrad, sind laut Stadt 5400 Wohnungen entstanden oder entstehen noch. Foto: Michael Schick
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Im Lyoner Quartier, der früheren Bürostadt Niederrad, sind laut Stadt 5400 Wohnungen entstanden oder entstehen noch.

Wohnungen

Josef sieht noch viel Wohnbaupotenzial in Frankfurt

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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In Frankfurt sind laut Planungsdezernent Mike Josef Quartiere mit 16 500 Wohnungen in Bau oder baureif. Der Stadtrat treibt auch die Pläne für die Günthersburghöfe voran.

Die Stadt Frankfurt steht nach Ansicht von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) bei der Baureifmachung von Wohnbauflächen so gut da wie seit langem nicht. Derzeit seien Flächen für 16 500 Wohnungen baureif, sagte er am Dienstag vor Journalist:innen. Als laufende Projekte nannte er dabei etwa die Umwandlung der Bürostadt Niederrad in das gemischte Lyoner Quartier mit insgesamt 5400 neuen Wohnungen, die Bebauung des früheren Siemens-Areals in Bockenheim mit etwa 2500 und des früheren Avaya-Geländes im Gallus mit 1200 Wohnungen sowie den Kulturcampus in Bockenheim, wo 1000 Wohnungen entstünden.

Bebauungspläne für Flächen, auf denen 9200 Wohnungen errichtet werden könnten, stehen laut Josef vor dem Satzungsbeschluss oder der Offenlage. Darunter ist etwa ein Quartier am Römerhof in Bockenheim, wo 2000 Wohnungen Platz finden könnten. Samt Flächen, deren Bebauung erst in Jahren beginnen könnte, etwa im Nordwesten der Stadt an der A5, sind laut Josef fast 40 000 Wohnungen „in der Pipeline“. Kleinere Projekte der Innenentwicklung, wie die Aufstockung der Fritz-Kissel-Siedlung in Sachsenhausen, seien in dieser Kalkulation nicht enthalten, hieß es. In solchen Vorhaben sieht Josef ein weiteres Potenzial von zusammen rund 19 000 Wohnungen.

Der Bau all dieser Wohnungen werde dazu beitragen, etwas Druck vom Wohnungsmarkt zu nehmen, sagte Josef vor Journalist:innen. Schon zuletzt seien die Mieten zumindest nicht mehr so stark wie vor einigen Jahren gestiegen; zuletzt hätten die Mieten für bestehenden Wohnraum um 1,7 bis 1,8 Prozent zugelegt.

Künftiger Bedarf unklar

Auf mittlere Sicht sei die Stadt beim Potenzial für Wohnungsbau gut aufgestellt, sagte Martin Hunscher, der Leiter des Stadtplanungsamts. Auf lange Sicht könne das Bauland aber nicht ausreichen, um den bislang prognostizierten Wohnungsbedarf für Frankfurt zu decken. In der Corona-Krise sei es allerdings sehr schwierig abzuschätzen, wie sich das Arbeitsplatzangebot und der vor der Pandemie sehr starke Zuzug nach Frankfurt entwickelten, sagte Hunscher.

Im Streit über die Bebauung der Günthersburghöfe im Nordend warb Josef erneut für die Fortsetzung der Planung. Trotz der inzwischen ablehnenden Haltung der Grünen zu den bisherigen Plänen hat er dem Magistrat jetzt den Bebauungsplanentwurf zur Offenlage vorgelegt. Die Beschlussvorlage stehe am Freitag auf der Tagesordnung. Der Bau der Günthersburghöfe stehe im Koalitionsvertrag; es gebe zudem mehrere Stadtverordnetenbeschlüsse dazu, sagte Josef. An diese – und nicht einen Parteitagsbeschluss der Grünen – sei er gebunden.

Josef warnte erneut davor, nur die versiegelten Flächen in dem von Kleingärten geprägten Gebiet zu bebauen, wie die Grünen das fordern. Denn dann entstünden nicht bis zu 1500 Wohnungen, sondern höchstens 350 Einheiten und weder eine Grundschule noch eine weiterführende Schule.

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