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Gemütlich geht es zu auf dem Weihnachtsmarkt am Goetheturm.

Sachsenhausen

Charmant auch ohne Aussicht

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Der Weihnachtsmarkt hat nach dem Goetheturm-Brand nichts an Attraktivität verloren. Besucher wie Standbetreiber loben die gemütliche Atmosphäre.

Eine Fahrt mit dem Bulli im nostalgischen Kinderkarussell oder ein wärmendes Weihnachtsbier zu adventlichen Klängen des Blasorchesters – der Weihnachtsmarkt am Goetheturm ist in vielerlei Hinsicht besonders. Nicht nur die märchenhafte Kulisse im Stadtwald lockt Besucher an, auch gibt es hier alles nur einmal – ob Ebbelweihütte, Kartoffelwursthaus oder Maronenbüdchen.

„Es ist überschaubar – und doch ist alles da, was man braucht“, sagt Miriam Herzberg. „Aber eben nicht mehr“, ergänzt ihre Freundin Daniela Rodenbach. „Es braucht auch keine fünf Pommesbuden.“ Das war vor neun Jahren auch die Idee der Veranstalter – „eine Alternative zum überfrachteten Trubel am Römer anzubieten“, erklärt Dalibor ?akic, einer der drei Organisatoren. „Ein familiärer, kuscheliger und persönlicher Weihnachtsmarkt sollte es werden.“

Den „romantischen Charme“ inmitten des Waldes loben am Samstag auch Miriam Herzberg und Daniela Rodenbach – und der habe nichts von seiner Anziehungskraft verloren, auch wenn der Goetheturm 2017 abgebrannt ist. „Ich glaube sogar, die Leute kommen jetzt erst recht, um sich zu solidarisieren und für den Wiederaufbau einzusetzen“, sagt Rodenbach. Das ist auch ?akics Beobachtung. Er hat in den vergangenen zwei Jahren keinen Rückgang der Besucherzahlen feststellen können.

„Klar, die Attraktion Turm fehlt, aber die Leute kommen trotzdem, wollen wissen, wie es weitergeht.“ Einzig der Regen hätte den Standbetreibern in den ersten zwei Wochen gelegentlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Aber an Tagen wie heute, wo es kalt und trocken ist, da kommen die Besucher gezielt“, so der Glühweinwirt. „Sie schätzen die Ruhe hier oben.“Ein weiterer Pluspunkt: Für Kinder bietet sich der angrenzende Spielplatz zum Toben an. Hunde können ebenfalls problemlos mitgebracht werden, weil das ganz große Gedränge ausbleibt und der Wald sich für ausgiebige Spaziergänge eignet. Auch immer wieder neue Standbetreiber überzeugt das Konzept. Zwei Buden mehr sind es in diesem Jahr, zwanzig insgesamt.

Ihre Premiere im Märchenwald feiert Loredana Gaida von „Mainschafe“, vormals „Schafetour“. Weil das Unternehmen mit Sitz im Ostend nach 15 Jahren seinen Namen geändert hat, möchte es mit seiner Präsenz auf dem Sachsenhäuser Markt die Werbetrommel für seine Schafsitzhocker rühren. „Wir haben uns bewusst für Sachsenhausen entschieden, weil das hier noch ein ursprünglicher Markt ist“, betont Gaida. „Nicht so kommerziell, vieles kommt aus der Region und die Leute interessieren sich wirklich für die Produkte.“

„Der Markt ist größer geworden“, sagt auch Marion Pohl. Zum sechsten Mal ist sie mit ihren Hessen-Souvenirs dabei – darunter mit dem Goethe- und Henninger-Turm, dem Römer und der Frankfurter Skyline bestickte Mützen, Schlüsselanhänger oder Handytaschen.

Der Weihnachtsmarkt am Goetheturm hat noch bis 23. Dezember montags bis donnerstags, 16 - 22 Uhr geöffnet. Freitags eine Stunde länger. Samstags von 13 bis 23 Uhr und sonntags von 13 Uhr bis 22 Uhr.

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