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Musikalischer Brückenbauer: Pianist Martin Stadtfeld in der IGS West in Höchst.

Schulen in Frankfurt

Pianist spielt für Schüler der IGS West

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Der Pianist Martin Stadtfeld gibt eine Musikstunde an der IGS West im Frankfurter Stadtteil Höchst und eröffnet das Kammerkonzertprogramm der Frankfurter Museums-Gesellschaft.

„Berufswunsch: Konzertpianist“, schrieb Martin Stadtfeld als Kind in sein Poesiealbum. Zum ersten Mal an einem Klavier saß er mit sechs Jahren. Am Donnerstagabend eröffnete der 38-Jährige das Kammerkonzertprogramm der Frankfurter Museums-Gesellschaft im Mozart-Saal der Alten Oper. Seine Generalprobe hatte er ein paar Stunden zuvor in Höchst gegeben: In der Aula der Integrierten Gesamtschule (IGS) West spielte der Pianist vor rund 30 Schülern.

An der IGS findet zurzeit die Projektwoche statt, in der den Schülern der Lernstoff über einen interaktiven Zugang und nicht im Frontalunterricht vermittelt werden soll. Zusammen mit der Museums-Gesellschaft organisierte Projektleiter Janes Veit den Auftritt des Pianisten.

Vor einem Jahr hatte Stadtfeld im Rahmen der Konzertreihe „Junge & Wilde“ eine Schule in der Dortmunder Nordstadt besucht. Klassische Musik, wie er sie spielt, sei für die Kinder und Jugendlichen dort neu gewesen. Ein bewegendes Erlebnis für ihn und die Initialzündung für weitere Schulbesuche in Deutschland.

An der IGS West gibt es keinen regulären Musikunterricht

Als Schüler ging der Westerwälder auf das Musikgymnasium in Montabaur, wo alle Schüler die Möglichkeit hatten, ein Instrument zu erlernen. „Der Unterricht soll Freude vermitteln, und Musik kann dabei Brücken bauen“, sagt er. Im Musizieren stecke deshalb viel Magie.

An der IGS West gibt es derzeit keinen regulären Musikunterricht. Die Schule beschäftigt keine keine entsprechenden Lehrkräfte. „Es fehlt an ausgebildetem Personal“, sagt Schulleiter Hans-Peter Müller, zu Unterrichtsausfall komme es deswegen aber nicht. Kunst, Theater, Werkstatt und Musik werden im Lernbereich „ästhetische Bildung“ aufgegliedert. Vier Stunden pro Woche soll Musik in den einzelnen Klassen gelehrt werden, erklärt Müller. In der Schulstunde mit Martin Stadtfeld dreht sich vieles um Johann Sebastian Bach. „Mein Lieblingskünstler“, wie er den Schülern erzählt. Stadtfeld berichtet von Bachs musikalischen Werken, aber auch vom Familienleben des Komponisten, Bachs fünf Kindern und dem Tod seiner Frau. Alles verbunden mit eingespielten Musikstücken.

Immer wieder setzt Stadtfeld sich ans Klavier, dabei erklärt er den Schülern musikalische Fachbegriffe. Von der Klangfolge über Akkorde und Fuge bis zum pythagoreischen Komma wird in dieser lebendigen Unterrichtsstunde alles gelehrt.

Die Leichtigkeit des Pianisten am Klavier finden die Schülerinnen Lina (12) und Celina (13) beeindruckend. Die Schulstunde sei informativ und unterhaltsam zugleich gewesen, sagen die Siebtklässlerinnen. Beide spielen selbst ein Instrument, Lina Klavier, Celina übt sich an der Gitarre. Musikunterricht haben sie nur jedes halbe Jahr. Ginge es nach ihnen, könnte der gerne häufiger stattfinden.

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