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Jochen Vielhauer (71) legt sein Amt zum Jahresende nieder.

Nordend

Jochen Vielhauer geht

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Der Grünen-Vorsitzende Jochen Vielhauer verlässt das Stadtteilgremium.

Jochen Vielhauer hat sich entschieden, es positiv zu sehen. „Jetzt werde ich eben mehr Zeit haben, andere Sachen zu machen“, sagt der 71-Jährige. Die einschneidende Veränderung kommt jedoch alles andere als freiwillig. Vielhauer, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Ortsbeirat 3, muss das Nordend verlassen – und damit auch das Stadtteilgremium. Sein politisches Amt wird er zum Jahresende niederlegen.

„Mir wurde die Wohnung unterm Hintern weggekauft“, sagt Vielhauer. 40 Jahre wohnte er zur Miete im Oberweg, nun ist sein Zuhause veräußert worden und er muss ausziehen. Der Grünen-Politiker hätte sogar ein Vorkaufsrecht besessen, „aber das lag außerhalb meines Budgets.“ Er spricht von „etlichen Hunderttausend“, muss lachen, als er über diese Summe redet. Zusammen mit seiner Gattin hat er jedoch schon ein Haus in Maintal gefunden, Anfang des neuen Jahres wird Vielhauer die Umzugskartons packen. Im Ortsbeirat darf aber nur sitzen, wer auch im entsprechenden Stadtteil wohnt.

Politische Ämter hatte der in Neumünster in Schleswig-Holstein geborene, langjährige Wahl-Frankfurter schon einige. Von 1985 bis 1987 war er Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, von 1992 bis 1993 Kreisvorstandssprecher der Partei in Frankfurt, 2014 bis 2016 war er Stadtverordneter. In den Ortsbeirat rückte er 2009 für Jörg Harraschain nach, 2016 übernahm er dort den Fraktionsvorsitz.

Als junger Mann hat Vielhauer die „Taz“ mitbegründet und als Redakteur Texte für die ersten Ausgaben der Tageszeitung verfasst, in Frankfurt arbeitete er später als PR- und EDV-Berater, 1999 gründete er schließlich eine eigene IT-Firma, mit der er auch heute, obwohl schon im Ruhestand, noch einige Kunden betreut. Auch deswegen ist Vielhauer sicher: „Mir wird schon nicht langweilig werden.“

Am 29. November, wenn der Ortsbeirat letztmals in diesem Kalenderjahr zusammenkommt, ist Vielhauer noch einmal vor Ort, danach ist Schluss. Der grünen Politik wird er aber selbstverständlich verbunden bleiben, auch in seiner neuen Heimat. Bei den grünen Parteikollegen in Maintal werde er sich sicher „mal sehen lassen“, sagt er, vielleicht aber nicht mehr in der Häufigkeit wie in Frankfurt. Auch im Nordend wird man Vielhauer weiter antreffen. „Ich wohne seit 1972 hier, da kann man so schnell nicht alle Zelte abbrechen“.

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