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Munter gurgeln die Fontänen – Zeit wird’s.
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Munter gurgeln die Fontänen – Zeit wird’s.

Stadtbrunnen

Jetzt sprudelt es wieder in Frankfurt

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Brunnensaison ist eröffnet, und der Struwwelpeter macht den Anfang. Einige Brunnen bleiben aber vorerst trocken, darunter ein sehr prominenter.

Und dann plötzlich so ein schöner Moment. „Wasser marsch!“, schallt es aus zwei Lautsprechern an der Hauptwache. Noch in derselben Sekunde plätschert lustig der Struwwelpeter-Brunnen. Aber Moment, plätschert da nicht noch mehr? Tatsächlich: Hinter den Rücken der versammelten Pressevertreter stehen die Frankfurterinnen und Frankfurter, na gut, ein paar von ihnen – und applaudieren im Sonnenschein. Strahlend.

Es ist doch nur die Eröffnung der Brunnensaison. Aber es ist auch ein bisschen Hoffnung: auf ein bisschen Normalität. „Jetzt sind die kalten Monate endgültig vorbei und der Frühling ist da“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), kurz bevor sie den Wassermarschbefehl gibt. Brunnen täten in der Pandemie der Seele gut, weil das öffentliche Leben sich zum großen Teil draußen abspiele. „Es ist vieles anders“, sagt die Stadträtin, „aber an der schönen Tradition der Brunneneröffnung wollen wir auch in diesem Jahr festhalten.“

Nach und nach werden bald die meisten der 150 Frankfurter Brunnen wieder sprudeln, davon 110 in der Obhut des Kultur- und 40 unter der Regie des Grünflächenamts. Der Struwwelpeter-Brunnen ist in diesem Jahr der symbolische erste, der loslegen darf. Zwei Jahre lag er trocken, jetzt ist die Arbeit von Franziska Lenz-Gerharz aus dem Jahr 1985 für 75 000 Euro saniert und aufpoliert worden. „So ordentlich war der Struwwelpeter noch nie“, sagt Beate Zekorn-von Bebenburg, die Leiterin des Struwwelpeter-Museums, die zur Eröffnung gekommen ist. Sie sagt es mit einer halb hochgezogenen amüsierten Augenbraue, denn der Typ mit den abstehenden Haaren und den ellenlangen Fingernägeln, sauber und ordentlich?

„Es geht beim Struwwelpeter ums Rebellische“, hat Ina Hartwig gesagt. So soll es natürlich auch bleiben, etwa beim Hasen, der auf den Jäger schießt, und beim Hans-guck-in-die-Luft, den Brunnenkumpanen. Auch wenn sie nun alle tipptopp in Schuss sind. Es geht natürlich auch um das arme Paulinchen. Die Katzen Minz und Maunz weinen wie noch nie um das Zündelopfer. Also mit Wasserdruck wie noch nie. Aus jeweils einem Auge.

Nicht alle Brunnen gehen in diesem Jahr in Betrieb. Manche seien inzwischen wasserlose Denkmäler, sagt Filiz Aydin vom Kulturamt, andere seien in Reparatur, etwa die Exemplare im Metzlerpark, in Harheim und ganz prominent: der Gerechtigkeitsbrunnen am Römer, der zerstört wurde und neue Elektrik braucht. Der Entenbrunnen in Sindlingen erhält neue Rohre.

321 000 Euro im Jahr stehen für den Unterhalt der Brunnen bereit. Wer will, kann mit einer Patenschaft helfen, so wie Ute Wittich beim Dreikönigsbrunnen, Sabine Guttmann beim Löwenbrunnen oder die Freunde des Venezianerbrunnens. All die sprudelnden Skulpturen aber, sagt Ina Hartwig, hätten eines gemeinsam: das archaische Element. „Sie erinnern uns an tiefere Schichten, die in uns abgelagert sind.“ Noch so ein schöner Moment.

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