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Klaus Reichert, und Wolfgang Ludwig vor der neuen Kunsthalle in Höchst.
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Klaus Reichert, und Wolfgang Ludwig vor der neuen Kunsthalle in Höchst.

Höchst

Jesus wäre ein Superheld

  • VonValerie Pfitzner
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Die Kunsthalle Ludwig eröffnet heute Abend in einem alten Bürgerhaus die erste Ausstellung „Sons“ der Künstlergruppe Gotensieben. Auslöser zur Ausstellungsidee war ein Kruzifix.

Mit Kunstgalerien sei das ja häufig so eine Sache – die Atmosphäre steif, das Ambiente kühl. „Warum also nicht mal Kunst an einem Ort zeigen, der an sich schon sehenswert ist“, dachte Kunstsammler Wolfgang Ludwig. In einem Bürgerhaus aus dem 20. Jahrhundert mit lichtdurchfluteten Räumen mitten in Höchst eröffnet er daher heute Abend seine „Kunsthalle Ludwig“. Um 18 Uhr wird sie zum ersten Mal ihre Tore öffnen, dabei erwarten die Besucher Kunstwerke der besonderen Art.

„Sons“ nennt sich die Ausstellung der Künstlergruppe Gotensieben, der Ludwig die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung stellt. Schon lange ist er befreundet mit Künstler Klaus Reichert, einem Mitglied des Kollektivs. Als dieser ihm von seiner Ausstellungsidee erzählte, sei Ludwig sofort Feuer und Flamme gewesen: „Die Räume standen leer, immer wieder bekam ich Mietanfragen von Spielotheken, Kebabläden oder Videotheken, alles Dinge, von denen wir in Höchst genug haben. Als Klaus mich ansprach, war ich sofort begeistert und dachte mir, genau sowas fehlt hier.“

Auslöser für Reicherts Idee zur Ausstellung war ein Kruzifix, das er ich im Nachlass seines Vaters fand. „Ich wusste nicht, was ich damit anfangen soll, habe es immer wieder hin und her gepackt. Nur eines konnte ich nicht: Es wegschmeißen.“ Irgendwann habe er es in der Hand gehalten, und stellte sich plötzlich die Frage: „Was wäre dieser Kerl eigentlich heute?“ Er erzählte den anderen von Gotensieben von seinem Gedanken, in gemeinsamer Arbeit entstand die Idee für die Ausstellung „Sons“.

Umgestaltete Kruzifixe

In zehn unterschiedlichen Ausführungen gestalteten Gotensieben Kruzifixe um, verwandelten Jesus, „den bekanntesten Sohn der Welt“, wie Reichert sagt, in das, was er heute hätte sein können: einen Superhelden. „Jesus hatte Fähigkeiten, die sonst keiner hatte. Und nicht nur das: Superheld wird man nur durch einen gebrochenen Charakter, ebenso wie Jesus ihn hatte“, erklärt Klaus Reichert.

Anstatt die Skulpturen, die so entstanden, in der Kunsthalle auszustellen, werden die Besucher der Ausstellung Fotografien der Kruzifixe vorfinden: „So werden Details erkennbar, die man sonst nicht sieht. Die Skulpturen sind stark vergrößert und wirken durch das Talent des Fotografen Thomas Balzer wie ein Objekt in der Unendlichkeit.“

Das Bürgerhaus, in dem die „Kunsthalle Ludwig“ residiert, wurde 1912 erbaut. „Ursprünglich war in diesen Räumen eine Metzgerei“, sagt Wolfgang Ludwig. Hohe Decken, große Fenster und ein offenes Raumkonzept haben den einstigen Schlacht- und Verkaufsräumen eine neue Atmosphäre verliehen, sodass nun auch die Kunst einen Platz gefunden hat.

Ludwig und Reichert, beide gebürtige Höchster, sind froh, ihre Idee an diesem Ort umsetzen zu können: „Hier kennen wir jede Ecke. Und der Ort ist nicht so elitär wie eine klassische Galerie, vielleicht kommen auch Menschen vorbei, die sonst nichts mit Kunst zu tun haben“, sagt Klaus Reichert. Eingeladen hat Reichert auch die evangelische Kirchengemeinde Höchst und das Bistum Mainz – wie die zu Jesus in der Kunst stehen, ist nicht bekannt.

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