1. Startseite
  2. Frankfurt

„Jede Kilowattstunde weniger zählt“

Erstellt:

Kommentare

ABG-Geschäftsführer Frank Junker empfiehlt dringend, Energie zu sparen. Monika Müller
ABG-Geschäftsführer Frank Junker empfiehlt dringend, Energie zu sparen. Monika Müller © Monika Müller

ABG-Geschäftsführer Frank Junker spricht über drastisch steigende Gaspreise und Einsparmöglichkeiten.

Die in die Höhe schießenden Heiz- und Gaspreise machen vielen Menschen Sorgen. Dazu gehört auch jenes annähernde Viertel der Frankfurter Bevölkerung, das in einer Wohnung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG lebt. Deren Geschäftsführer Frank Junker erklärt, warum sich die Bewohner im nächsten Winter warm anziehen müssen – und das meint er nicht nur im sprichwörtlichen Sinn.

Was kommt mit den steigenden Gaspreisen auf die ABG-Mieter zu, Herr Junker?

Das Thema Gaspreise treibt sowohl die Mieterinnen und Mieter als auch uns massiv um. Derzeit können wir noch nicht kalkulieren, was die Erhöhung final ausmacht. Nun sind wir in der glücklichen Lage, dass wir mit der Mainova einen sehr soliden Vertragspartner haben. Wir sind in Endverhandlungen über die neuen Preise für die Gaslieferung.

Auf welche Preisentwicklung müssen sich die Mieter denn einstellen?

Es wird wahrscheinlich zu einer Verdopplung des Gaspreises kommen. Dann kommt leider auch noch die Gasumlage von 2,4 Cent plus Mehrwertsteuer ab Oktober dazu. Das wird nicht einfach zu stemmen sein.

Wie viele Ihrer Mieter betrifft das?

Von den 54 000 Wohnungen werden 34 000 von uns mit Wärme versorgt, hinzu kommen 10 000 Wohnungen mit Fernwärmeversorgung – die betrifft es in etwa ebenso wie die mit Gas beheizten Wohnungen – und rund 10 000 Wohnungen mit Gasetagenheizung, bei denen die Verbraucher direkt Verträge mit den Gasversorgern haben. Letztere haben zum Teil ein Problem, wenn sie immer den billigsten Jakob gewählt haben. Wenn der nun aussteigt, und das haben wir in den vergangenen Monaten ja mehrfach erlebt, kommen die Kunden in den Grundversorgungstarif der Mainova, und dann wird es richtig teuer.

Wie reagiert die ABG auf diese Situation und forciert zum Beispiel das Energiesparen?

Wir werden jetzt bei allen Mietobjekten, außer denen mit Gasetagenheizungen, die Temperaturen runterregeln, sodass tagsüber 20 Grad zur Verfügung stehen und nachts 18 Grad. Das ist eine enorme Einsparung, wenn man sich vor Augen führt, dass ein Grad weniger in etwa sechs Prozent Energieeinsparung ausmacht. Wenn man normalerweise 22 oder 23 Grad in der Wohnung hat, spielt da die Musik.

Wie sollten sich Mieter am besten vorbereiten?

Ich kann nur allen raten, Rücklagen zu bilden. Mit der Mainova verhandeln wir derzeit, um wenigstens für das nächste Jahr eine Preissicherheit zu bekommen. Und ich kann nur dazu raten, Energie einzusparen. Jede Kilowattstunde weniger zählt.

Interview: Dennis

Pfeiffer-Goldmann

Auch interessant

Kommentare