Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

F&A

Jede Dritte Opfer von Gewalt

  • Helen Schindler
    vonHelen Schindler
    schließen

Die FR beantwortet Fragen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

Welches Ziel hat der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen?

Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen am 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen thematisiert wird. Ziel ist die Stärkung von Frauenrechten. Themen sind unter anderem Zwangsprostitution, sexueller Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung, Beschneidung von Frauen, häusliche Gewalt, Zwangsheirat, vorgeburtliche Geschlechtsselektion, weibliche Armut, Femizid. Außerdem sollen Programme unterstützt werden, die sich für die Gleichstellung von Frauen einsetzen.

Warum wird der Tag am 25. November begangen?

Hintergrund ist die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst getötet wurden, weil sie sich gegen den damaligen Diktator Rafael Trujillo zur Wehr gesetzt hatten. Sie avancierten zum Symbol für Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika. 1999 haben die Vereinten Nationen den 25. November als offiziellen internationalen Gedenktag anerkannt.

Was ist die Istanbul-Konvention?

Das „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“, kurz: Istanbul-Konvention, ist seit Februar 2018 in Kraft. Es definiert „Gewalt gegen Frauen“ als eine Menschenrechtsverletzung und schreibt Gewaltschutz und Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe fest.

Wie viele Frauen werden weltweit Opfer von Gewalt?

Gewalt gegen Frauen und Mädchen stellt laut Unicef weltweit die vorherrschende Menschenrechtsverletzung dar. Weltweit werden nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 35 Prozent der Frauen in ihrem Leben Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Neben körperlicher und sexueller Gewalt haben auch psychische und emotionale Gewalt gravierende Folgen.

Wie sieht es in Deutschland, Hessen und Frankfurt aus?

Auch in Deutschland macht jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Erfahrung mit physischer und/oder sexualisierter Gewalt. Besonders in Partnerschaften sind die Opfer mit 98,4 Prozent überwiegend weiblich. Die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt ist in Deutschland 2019 weiter gestiegen. Bundesweit gab es 141 792 gemeldete Fälle. Allein in Hessen gab es 9299 gemeldete Fälle von häuslicher Gewalt. 42 Frauen wurden in Hessen 2019 von ihrem Partner getötet. In Frankfurt wurden insgesamt 1520 Personen Opfer häuslicher Gewalt, davon 81 Prozent Frauen. Fünf Frauen wurden in Frankfurt Opfer einer versuchten Tötung, zwei Frauen wurden von ihrem Partner ermordet. 591 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden registriert. Dazu zählen unter anderem Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe und Nötigung. Darunter litten in 89 Prozent aller registrierten Fälle Frauen. Bei allen genannten Zahlen ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Gewalt gegen Frauen ausgewirkt?

Für 2020 gibt es bisher nur stichprobenartige Befragungen von Frauen in Hessen. Das Justizministerium Hessen ging allerdings schon im Juli, durch die anhaltende und steigende Belastung durch die Pandemiebestimmungen, von einer Verschärfung der häuslichen Konflikte aus. In den ersten drei Monaten waren in Hessen bereits 756 Anträge auf Grundlage des Gewaltschutzgesetzes eingegangen. Dieser kann gestellt werden, um ein Kontaktverbot zum Täter zu erwirken.

An welche Stellen können sich Betroffene wenden?

Im Notfall sollten sich Frauen und Mädchen direkt an den Polizeinotruf 110 oder das nächste Polizeirevier wenden. Das bundesweite Hilfetelefon (08 00 01 16 01) ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Zu den Hilfeangeboten in Frankfurt zählen die Beratungsstelle Frauennotruf (Tel. 70 94 94, www.frauennotruf-frankfurt.de), das Frankfurter Kinder- und Jugendschutztelefon (Tel. 0 80 02 01 01 11, www.kinderschutz-frankfurt.de), FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht (Tel. 97 09 79 70) und die Beratungsstelle „gewaltfreileben“ für Lesben, Trans*- und queere Frauen (Tel. 43 00 52 33, www.gewaltfreileben.org).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare