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Janine Wissler ist Co-Parteivorsitzende der Linken und ging als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf.
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Janine Wissler ist Co-Parteivorsitzende der Linken und ging als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf.

Bundestagswahl

Janine Wissler (Linke): „Wir haben deutlich mehr als ein blaues Auge bekommen“

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Gerade so schafft es die Linke in den Bundestag. Janine Wissler, Spitzenkandidatin der Linken und Direktkandidatin in Frankfurt, spricht von „dramatischen Einbrüchen“ ihrer Partei.

Mit Zitterpartien bei Einzügen ins Parlament kennt sich Janine Wissler aus. Bei drei von vier hessischen Landtagswahlen war es knapp für die Linken. Sehr knapp. „Da hab ich immer so gezittert“, sagte Wissler am Montagmorgen im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Damals bangte sie als Fraktionsvorsitzende der hessischen Linken um den Einzug. Nun zitterte sie am Sonntagabend bei der Bundestagswahl als Spitzenkandidatin und Bundesparteivorsitzende. „So wollte ich eigentlich nicht meine hessischen Erfahrungen auf den Bund übertragen“, sagte sie.

Auf 4,9 Prozent kommt die Linke und der Einzug in den Bundestag ist nur geschafft, weil drei Direktmandate geholt wurden. Die Linke wird daher im neuen Bundestag wieder in Fraktionsstärke vertreten sein, auch wenn sie die Fünf-Prozent-Hürde nicht übersprungen hat. „Die drei Direktmandate haben uns gerettet“, sagte Wissler. „Aber das Ergebnis ist natürlich bitter.“ Allerdings sei es für die Analyse unerheblich, ob es nun 4,9 oder 5,0 Prozent sind. „Es sind einfach dramatische Einbrüche.“ Eine Fünf vor dem Komma wäre allerdings schon schöner gewesen.

Janine Wissler trat auch als Direktkandidatin in Frankfurt an

Wissler war auch als Direktkandidatin im Frankfurter Wahlkreis 182 angetreten. 8,8 Prozent holte sie, für ein Direktmandat reichte das nicht, „Aber es freut mich, dass es in der Stadt, in der ich verankert bin, für ein passables Ergebnis gereicht hat.“ Passabel zumindest, fügte sie an, angesichts des Gesamtergebnisses. Und mit dem Einzug der Partei in den Bundestag hat sie als Spitzenkandidatin ihren Platz im neuen Parlament nun sicher.

Dass die Linken in Frankfurt mit 7,0 Prozent über dem Bundesergebnis liegen, ist für sie erfreulich, aber: „Wir müssen in großen Städten auch besser sein als im Bund“. Eigentlich auch besser als 7.0 Prozent. Immerhin gab es bei der Bundestagswahl 2017 noch 11.8 Prozent für die Linken in Frankfurt. „Wir haben aber nicht auf die falschen Themen gesetzt“, sagte Wissler. Auf den Schutz von Mieterinnen und Mietern etwa. Auf Vermögensumverteilung. „Aber wir haben Fehler in den vergangenen Monaten gemacht.“

Die Fehler wolle man nun analysieren. Dass allerdings beim Volksentscheid in Berlin 56 Prozent für die Enteignung großer Wohnungskonzerne stimmten, dann aber die Berliner SPD mit Spitzenkandidatin Franziska Giffey als stärkste Kraft gewählt wurde, „obwohl Giffey das eigentlich gar nicht umsetzen will“, sagte Wissler, „das ist schon ärgerlich“.

Taktisch SPD gewählt, um einen Kanzler Laschet zu verhindern

Wissler glaubt, dass die Linke „auf den letzten Metern dann auch noch verloren hat, weil viele taktisch die SPD gewählt haben“. Um einen Kanzler Laschet zu verhindern. Noch vor wenigen Wochen sei eine rot-rot-grüne Koalition gleichauf mit einer Ampel das beliebteste Bündnis bei Umfragen gewesen. „Dann kam die Linksrutsch-Kampagne der CDU und auch die anderen sind eingestiegen.“ Das habe sicher auch zum Ergebnis beigetragen. Aber damit alleine, das sagt sie auch, ließen sich die Zahlen nicht erklären. „Wir haben das schon auch selber verbockt.“ Aber da es nun die Koalitionsoption Rot-Rot-Grün nicht gibt, werde es eine Regierung mit der FDP geben. Möglicherweise sogar mit der Union. „Das sind keine guten Nachrichten für den Klimaschutz.“

Seit einem halben Jahr ist sie Co-Vorsitzende der Bundespartei, Für eine Neuaufstellung der Partei vor einer Bundestagswahl „zu spät“, sagte sie. Aber nun sei der Einzug in den Bundestag geschafft, „Wir haben dort die Chance, es vier Jahre lang besser zu machen und auch wieder zurückzukommen“, sagte Wissler. „Wir haben deutlich mehr als ein blaues Auge bekommen, aber wir sind noch dabei.“

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