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Jahresausblick Kultur: Das Jahr der Paulskirche

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Von: Florian Leclerc

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Kampagne fürs Paulskirchen-Jubiläum auf einer Straßenbahn. p. jüLich
Kampagne fürs Paulskirchen-Jubiläum auf einer Straßenbahn. p. jüLich © Peter Jülich

2023 fallen in Frankfurt wichtige kulturpolitische Entscheidungen: zum Kulturetat, dem Standort der Bühnen und dem Haus der Demokratie.

Dieses Jahr wird kulturpolitisch das Jahr der Paulskirche. Im Februar will die Expertenkommission von Bund, Land und Stadt Ideen zur Sanierung der Paulskirche und zum Haus der Demokratie präsentieren. Die Stadtverordneten müssen dann über die Vorschläge befinden.

Außerdem veranstaltet die Stadt vom 18. bis 21. Mai ein großes Bürgerfest zum 175. Jahrestag des Einzugs der Nationalversammlung in die Paulskirche. Etwa 300 000 Menschen werden erwartet. Weitere Veranstaltungen bis zum Jahrestag der Paulskirchenverfassung am 28. März 2024 sind geplant.

Verhandlungen über Kulturetat

Auch die Haushaltsberatungen werden die Kulturpolitik prägen. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) muss mit Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) und der Römer-Koalition über den Haushalt 2023 verhandeln. Der aktuelle Haushalt 2022 sieht Sparmaßnahmen im Kulturetat vor: Die Mittel sollen zwischen 2023 und 2025 von 172 Millionen Euro auf 155 Millionen Euro im Jahr sinken. Die Städtischen Bühnen müssten jährlich etwa sieben Millionen Euro sparen. Wie das ohne betriebsbedingte Kündigungen und einen Kahlschlag beim Spielplan gehen sollte, weiß niemand.

Die Kulturdezernentin schickt eine Botschaft der Solidarität an die Kulturszene. Wie ihre Sprecherin mitteilte, sei „oberstes Ziel des kulturpolitischen Handelns, die kulturelle Infrastruktur zu sichern und durch die aktuellen Krisen zu bringen.“ Falls gespart werden muss, soll das nicht an die Substanz gehen. Eine Quadratur des Kreises.

Zukunft des English Theatre

Solidarisch gibt sich die Kulturdezernentin auch mit dem English Theatre, das um seinen Verbleib im Gallileo-Turm bangt. Der Mietvertrag mit der Commerzbank läuft Mitte April aus. Verhandlungen, welche eine Anwaltskanzlei im Auftrag des Theaters mit dem Immobilieneigentümer Capitaland führt, sind noch zu keinem Ergebnis gekommen. Für die Frankfurter Kulturlandschaft wäre das Aus für das größte englischsprachige Theater auf dem Kontinent ein herber Verlust.

Die Städtischen Bühnen bleiben auch 2023 das zentrale kulturpolitische Projekt. Nach mehreren Studien haben sich das Kulturdezernat und die Römer-Koalition darauf festgelegt, dass die Theaterdoppelanlage aus dem Jahr 1963 mit Ausnahme des Wolkenfoyers abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll. Bis zum Frühjahr will das Kulturdezernat eine Auswertung der geprüften Standorte vorlegen. Dann sollen die Stadtverordneten eine Standort-Entscheidung treffen.

Löwen-Außenanlage im Zoo

Beim Kinder- und Jugendtheater bereitet das Kulturdezernat bis 2024 eine Bau- und Finanzierungsvorlage für den Umbau des Zoo-Gesellschaftshauses vor. Auch 2023 wird das Zoo-Gesellschaftshaus mit Kinder- und Jugendtheater bespielt, wie bereits 2022. Weitere wichtige Projekte sind aus Sicht des Kulturdezernats: der Ausbau der Löwen-Außenanlage im Zoo bis zum Frühjahr, die Bewerbung der Stadt als „World Design Capital 2026“, das internationale Festival „Theater der Welt“ von 29. Juni bis 16. Juli in Offenbach und Frankfurt und der Kulturentwicklungsplan.

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