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Wohnungen, ein Supermarkt und eine Kita sollen auf dem Areal zwischen Berger (vorne) und Ringelstraße (hinten) entstehen. Die Höhe der Neubauten (weiß) orientiert sich am Bestand.

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Jahrelange Brache in Frankfurt Bornheim wird bebaut

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Auf dem Areal zwischen Berger Straße und Ringelstraße in Frankfurt entsteht bis 2022 ein Mix aus Wohnen und Gewerbe. 

Die Tage der großen Brache zwischen Berger und Ringelstraße sind gezählt. Das Areal unweit des Bornheimer Fünffingerplätzchen soll ab dem ersten Quartal kommenden Jahres bebaut werden. Geplant ist ein fünfgeschossiges Wohnhaus, im Erdgeschoss soll ein Supermarkt und ein Kindergarten Platz finden. Eine Baugenehmigung liegt bereits vor. Die FBW-Gruppe aus Dreieich möchte die Arbeiten bis voraussichtlich Ende 2022 abschließen.

Das 3800 Quadratmeter große, verwahrloste Grundstück gehört zu den prominentesten in Frankfurt. 2002 war das Areal, das lange Jahre dem mittlerweile verstorbenen Frankfurter Investor Heinrich Gaumer gehörte, in die Schlagzeile gekommen. Damals war an der Berger Straße ein marodes Fachwerkhaus eingestürzt, die Hauswand war auf den Bürgersteig gefallen und hatte vier Menschen verletzt. Bis 2014 hatte das Satire-Lokal Klabunt dort seinen Sitz. Das Unternehmen möchte die Baulücke nun mit einem Neubau aus drei Baukörpern schließen, sagt Projektentwicklerin Svenja-Christin Pullmann auf Anfrage der FR. Insgesamt sollen dort 67 Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen entstehen. Auf mehr als einem Drittel der Wohnfläche ist geförderter Wohnungsbau nach dem ersten und dem zweiten Förderweg der Stadt vorgesehen. Sämtliche Wohnungen sollen vermietet werden. Über die Höhe der Miete könne sie noch keine Angaben machen.

Für viele ist die Brache an der Berger Straße 224 ein Schandfleck.

Im Erdgeschoss zur Berger Straße hin soll ein Supermarkt einziehen. Die Verhandlungen mit einem Anbieter befänden sich in der Abschlussphase, so Pullmann. Die Architektur und die Gebäudehöhe werde sich an der bestehenden Bebauung orientieren. In einer Tiefgarage sind 101 Stellplätze vorgesehen. Die Ein- und Ausfahrt wird an der Ringelstraße liegen. In diesem Gebäudeteil soll auch ein Kindergarten untergebracht werden. Derzeit werde mit Stadt über Details verhandelt, sagt die Projektentwicklerin. Im Innenhof soll ein Spielplatz für die Allgemeinheit entstehen. Zudem sei ein öffentlicher Durchgang zwischen Berger und Ringelstraße vorgesehen.

Ursprünglich war auf dem Grundstück neben einer Wohnbebauung eine Quartiersgarage mit 230 Plätzen geplant. Die Stadt hatte die Projektgesellschaft 2016 in den Verhandlungen jedoch von früheren Festsetzungen im Bebauungsplan entbunden, dort ein Parkhaus zu errichten. Dafür muss jetzt geförderter Wohnungsbau und eine Kita entstehen.

Im Stadtteil ist die Freude groß, dass der „Bornheimer Schandfleck“ bebaut werden soll. Die Lücke sei unschön, sagt Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne). Auch freue er sich über jede neue Wohnung. Steib bedauert jedoch, dass nur 101 Parkplätze entstehen sollen. Erst im vergangenen Jahr habe der Ortsbeirat gefordert, dort mehr Stellflächen zu schaffen. Dafür spricht sich auch Franz Steul, Vorsitzender des Gewerbevereins Bornheim Mitte, aus. „Wir brauchen mehr öffentliche Parkplätze.“ Vor allem, da in den Neubau voraussichtlich ein neuer Lebensmittelmarkt einziehen werde. Er sei jedoch froh, so Steul, „dass die Brache endlich bebaut wird“.

Im Stadtteil geht die Hoffnung um, dass das Areal bereits früher bebaut wird. Nachbarn der Brache gehen davon aus, dass die Arbeiten im Mai beginnen werden. Das sei den Hauseigentümern mitgeteilt worden, sagt ein Mieter der FR. Zudem wurde das Areal vor kurzem gerodet.

Das habe mit dem Baustart nichts zu tun, sagt Pullmann. Das Grundstück sei nur „gereinigt“ worden. „Wir fangen definitiv noch nicht an.“ Der Bauaufsicht liege bisher noch keine Baubeginnanzeige vor, sagt Amtsleiterin Simone Zapke.

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