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Wie soll es mit den maroden Städtischen Bühnen weitergehen?
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Wie soll es mit den maroden Städtischen Bühnen weitergehen?

Städtische Bühnen in Frankfurt

200 Jahre Lukas Hradecky

880 Millionen Euro sollen die neuen Städtischen Bühnen in Frankfurt kosten. Was könnte man von dem Geld nicht alles finanzieren - beispielsweise 195,6 Jahre lang das Gehalt von Eintracht-Torhüter Lukas Hradecky.

Leppert: Nehmen wir mal an, Frankfurt hätte 880 000 Einwohner...

Göpfert: Hat es doch gar nicht.

Leppert: Schon. Aber nur, damit sich das einfacher rechnen lässt. Also: 880 000 Einwohner, und die neuen Bühnen kosten 880 Millionen Euro. Heißt?

Göpfert: Jeder Einwohner finanziert die Bühnen mit 1000 Euro. Wow.

Was für eine Woche, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Das Gutachten zu den städtischen Bühnen liegt vor. Und was sollen wir sagen. Endlich bekommen wir unseren BER. Unser Stuttgart 21. Unsere Elbphilharmonie. Endlich bekommt Frankfurt so ein richtig sauteures Großprojekt.

Aber das klingt jetzt schon wieder so nörgelig. Fast wie beim OB, der die Zahl 880 Millionen für nicht akzeptabel hält. Hallo? Anders als unser preisgekrönter Eingangsdialog suggeriert, muss ja nicht jeder Frankfurter einen Tausender am Bühneneingang latzen. Frankfurt ist außerdem eine reiche Stadt. Da kann man auch mal 880 Millionen ausgeben. Man sollte nur fairerweise darauf hinweisen, was man von dem Geld noch alles machen könnte. Damit die Bürgerinnen und Bürger wissen, worauf sie verzichten, wenn die Politiker das ganze Geld für die Bühnen verwenden. Deshalb an dieser Stelle der Römerbriefe-Faktencheck. Das alles kriegt man für 880 Millionen Euro:

Für 880 Millionen Euro kann man beim Schilder-Versand 27,594857 Millionen Tempo-30-Schilder kaufen. Deshalb die Frage an die Grünen, die vehement am Willy-Brand-Platz als Standort der Bühnen festhalten: 27 Millionen Tempo-30-Schilder. Wäre das nichts? An jeder Ecke würden mehrere stehen. Im Übrigen gibt es bei dem Versand auch Fahrradstraßen-Schilder. Für 145,89 Euro pro Stück.

Für 880 Millionen Euro könnte man dem Eintracht-Torhüter Lukas Hradecky 195,6 Jahre lang das von ihm gewünschte Gehalt bezahlen. Denn, liebe Politiker im Römer, es hat euch ja schon gefallen in Berlin. Pokalfinale. Mit der Eintracht. Schön auf dem Alexanderplatz (ähh, Alex-Meier-Platz natürlich) gefeiert, danach ins Stadion und fast gegen Dortmund gewonnen. Aber wer hat die Eintracht mit seinen Paraden dorthin gebracht? Lukas Hradecky. Ihn für fast 200 Jahre zu halten, wäre schon eine Alternative zu den neuen Bühnen, oder?

Für 880 Millionen Euro könnte man auch 1,318174 Millionen Großmüllbehälter (1100 Liter) aus Kunststoff kaufen. Das wäre doch schon reizvoll. Kein Dreck mehr in Parks und am Mainufer, weil überall ein großer Mülleimer steht. Klar, Umweltdezernentin Rosemarie Heilig sieht das Problem nicht in der Zahl der Abfallbehälter, sondern in den Köpfen der Menschen. Aber lässt man seine Pizzaschachtel wirklich auf der Wiese liegen, wenn man mit dem Rücken an einem 1100-Liter-Mülleimer lehnt?

Für 880 Millionen Euro könnte man außerdem 382,608696 Millionen Ausgaben der Frankfurter Rundschau kaufen. Das muss man sich mal vorstellen. Die Römerbriefe werden 382 Millionen Mal gedruckt. Dafür sollten wir kämpfen. Ganz im Sinne der Grünen, die fordern: „Eine Entscheidung für die Kunst“.

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