Nied

Elf Jahre Kampf für neue Turnhalle

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Gruppe aus Nied übergibt 500 Unterschriften, die einen Neubau für die Niddaschule fordern. Doch Baudezernent Jan Schneider (CDU) verweist auf fehlendes Personal.

Sabine Schleicher hat den Weg von Nied im Westen ins Frankfurter Rathaus zurückgelegt, um endlich die Menschen zu treffen, auf die sie ihre Hoffnungen setzt – die Politiker im Planungsausschuss des Römers. Seit elf Jahren kämpft die Niddaschule jetzt um eine neue Turnhalle. In beredten Worten beschreibt die Schulelternbeirätin den heruntergekommenen Altbau aus den 60er Jahren. „Es regnet durch, die sanitären Anlagen sind in einem desaströsen Zustand, die Böden sind desolat.“

Schleicher übergibt mit ihren Mitstreitern 500 Unterschriften aus dem Stadtteil für einen Neubau der Turnhalle an Baudezernent Jan Schneider (CDU). Doch die erhoffte Wirkung ihres Auftritts in der Bürgerfragestunde bleibt aus.

Schneider ist der einzige im Ausschuss, der überhaupt auf das Anliegen der Delegation aus Nied eingeht. Doch er teilt lediglich mit: „Ich kann nicht sagen, in welchem Verfahrensstand die Sache ist.“ Auch am Tag danach kann Schneiders Sprecher Günter Murr auf Anfrage der FR keine weitere Auskunft über die erhoffte neue Turnhalle geben.

Dafür spricht der Baudezernent sehr offen über die schwierige Situation in seinem Verantwortungsbereich.

„Wir brauchen zusätzliches Personal, um unsere Projekte zu stemmen.“ Murr trägt Zahlen nach. Von den 642 Stellen des riesigen städtischen Amtes für Bauen und Immobilien (ABI) sind gegenwärtig noch immer fast 100 nicht besetzt.

Die Stadt Frankfurt kämpfe mit dem Mangel an geeigneten Fachkräften, insbesondere Ingenieuren, der auch in der freien Wirtschaft zu verzeichnen sei. Tatsächlich ist es so, dass private Unternehmen der Kommune nicht selten Fachleute wegschnappen, weil sie besser bezahlen als die Stadt.

„Uns fehlt Personal, um alles machen zu können“, gibt der Baudezernent unumwunden zu. Allein 30 bis 40 Millionen Euro investiere die Stadt im Jahr 2019 in die laufende Sanierung städtischer Bauten.

Bei der Niddaschule in Nied geht es um den Neubau einer Turnhalle. Schon 2008 hatte sich der Ortsbeirat für das Projekt starkgemacht.

Sabine Schleicher blättert in den Unterlagen, die sie mitgebracht hat in den Planungsausschuss. 2016 wurde die neue Halle in die mittelfristige Finanzplanung der Stadt aufgenommen. Da war die Hoffnung in der Schulgemeinde groß.

„Passiert ist bis dato leider nichts“, bilanziert die Schulelternbeirätin.

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