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Monte Alto in Costa Rica: Tropica Verde engagiert sich dort seit 1997.

Tropica Verde

30 Jahre Freunde des Regenwalds in Frankfurt

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Der Verein  feiert im Palmengarten Geburtstag. Seine Arbeit aus drei Jahrzehnten sagt auch viel über die aktuelle Klima-Problematik.

Aus Costa Rica werden die Schmetterlinge kommen, die künftig den Palmengarten bereichern – und in Costa Rica ist der Verein Tropica Verde tätig, der an diesem Samstag sein 30-jähriges Bestehen feiert. Wo feiert er? Richtig: im Palmengarten. So schließt sich der Kreis.

1989 von einer Gruppe Frankfurter Biologen gegründet, um etwas gegen die Zerstörung der Regenwälder zu tun, hat der Verein in den drei Jahrzehnten viele Schutzprojekte angestoßen. Zunächst ging es um Bewusstseinsbildung hier in Deutschland, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Später schlossen sich Aktionen vor Ort an.

Beispiel Monte Alto: Da lässt sich gut studieren, was passiert, wenn der Raubbau an den Regenwäldern – wie etwa in Brasilien – nicht gestoppt wird. In Monte Alto auf der costaricanischen Halbinsel Nicoya holzten große Unternehmen einst rücksichtslos ab, was dort wuchs: artenreiche Wälder. Der Kahlschlag nützte nur den Rinderzüchtern, die Weideland brauchten, und schadete letztlich der ganzen Welt.

Denn das Abholzen führte erstens zu Erosion und zum Absenken des Wasserspiegels. Der örtliche Fluss, der Rio Nosara im Hochland, Trinkwasserquelle der Bevölkerung, verlor binnen 25 Jahren nach dem Kahlschlag 90 Prozent seines Wasserstands, berichtet Tropica Verde. Zweitens geht dem Planeten der Sauerstoff verloren, für den die Bäume, besonders die ausgedehnten Regenwälder, so wichtig sind.

1993 gründeten die Bürger vor Ort die Fundación Pro Reserva Forestal Monte Alto und begannen mit der Wiederaufforstung. Sie wiesen ein Waldschutzgebiet aus, erhielten staatliche Unterstützung, und seit 1997 ist Tropica Verde Mitglied der Fundación. Der Verein kaufte mit Hilfe von Förderern Boden für die Aufforstung. In den vergangenen Jahren kamen weitere Flächen hinzu, die Natur erholt sich langsam – eine Erfolgsgeschichte, aber es bleibt noch viel zu tun, in Monte Alto und in weiteren Projekten. Hilfe aus Frankfurt kam unter anderem von den Schülerinnen und Schülern der IGS Nordend, die Spendenläufe veranstalteten.

„Helfen statt jammern“ ist seit jeher ein Motto von Tropica Verde, und auch „Si se puede“: Ja, wir schaffen das, vielleicht dem einen oder der anderen auch aus der US- und Bundespolitik ein Begriff. Im Palmengarten informiert der Verein von Zeit zu Zeit über seine Arbeit, und dort gibt es am Samstag volles Programm.

Das Fest zum 30. Geburtstag steht am 14. September von 14 bis 18 Uhr allen offen. Im Palmengarten in der Villa Leonhardi gibt es dann Interviews zum Erhalt der Biodiversität, Live-Gespräche mit Partnern in Costa Rica und Infostände zur Umweltbildung. Alles Wissenswerte: www.tropica-verde.de.

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