Dreharbeiten zum Film „Nein, Aus. Pfui (2012) der Frankfurter Produktionsfirm U5, die Mitglied des Filmhauses ist.

Kultur in Frankfurt

30 Jahre Filmhaus Frankfurt

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Am Dienstagabend feiert das Filmhaus Frankfurt ihr 30-jähriges Bestehen im Kaisersaal des Römers. Im Fokus stehen seit Beginn die lokalen Filmschaffenden.

Felix Fischl sagt, er sei überhaupt nicht aufgeregt wegen heute Abend. Schließlich ginge es ja bei der Jubiläumesfeier zum 30-jährigen Bestehen des Filmhauses Frankfurt im Kaisersaal nicht um ihn als Person. „Es ist ein großes Familientreffen, auch die Gründungsmitglieder haben sich angekündigt“, sagt Fischl. Der 35-Jährige übernimmt ab 1. Januar 2020 offiziell die Geschäftsführung des Filmhauses Frankfurt.

Sein Vorgänger Ralph Förg, der noch bis Ende des Jahres im Amt ist, wird an diesem Dienstagabend eine Rede halten. „Zwei Punkte waren immer entscheidend: Das Engagement der Filmemacher selbst, sowie dass die Stadt uns seit 30 Jahren fördert. Beides ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt der 65-Jährige. Ende 1998 wurde er zum Geschäftsführer. „Das Filmhaus ist Teil meines Lebens geworden. Im Filmhaus kann man Film leben“, sagt er.

Seit drei Jahrzehnten bietet der gemeinnützige Verein Aus- und Weiterbildung in der Film- und Medienpraxis an. Zudem geht es um Beratung und Vernetzung für Filmemacher, Festival-und Kinobetreiber. Ziel sei von Beginn an die Sichtbarkeit der Frankfurter Filmszene. „Klar gibt es auch mal Anfragen von großen Unternehmen – auch aus dem Ausland, die einen Co-Produzenten oder auch mal einen Aufnahmeleiter suchen. Und da helfen wir auch gerne. Aber am wichtigsten sind die lokalen Filmschaffenden“, betont Förg.

Jubiläumsfeier

Zur Würdigungals Impulsgeber und Plattform für das heimische Filmschaffen richtet die Stadt Frankfurt heute um 18 Uhr einen Empfang für das Filmhaus Frankfurt im Kaisersaal des Römers aus. Dieser ist nicht öffentlich.

Vor den Mitgliedernund Wegbegleitern des Filmhauses sprechen Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), der scheidende Filmhaus-Geschäftsführer Ralph Förg, Produzent, Regisseur und Filmhaus-Mitglied Rolf Silber sowie Christiane von Wahlert, neuer Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung.  

Filmemacherinnen und Filmemachern hätten den Verein zu einer Zeit gegründet, in der die Länderfilmförderung und die hochschulinternen Ausbildungsangebote noch spärlich waren, weswegen die Filmemacher quasi auf Selbsthilfe gesetzt hätten.

Die Geschäftsstelle hat seit Juni 2016 ihren Sitz in der Innenstadt, Fahrgasse 89 im vierten Stock. Dort gibt es Büros, Veranstaltungsräume sowie Schnittplätze, welche wie auch Film- und Tontechnik zu geringen Preisen vermietet werden.

Die Seminare und Infoveranstaltungen richteten sich nicht nur an etablierte Filmschaffende, sondern auch an Hochschulstudierende und interessierte Privatpersonen. Die Nachwuchsförderung spiele gerade heutzutage eine wichtige Rolle. Zudem vertrete der Verein auch die Interessen der regionalen Filmemacher vor den Gremien der Kulturpolitik und Filmförderung, beispielsweise als eines von vier Mitgliedern der Initiative Hessen Film.

Das Filmhaus hat auch den Jour Fixe der hessischen Filmbranche, sowie Location-Touren für Produzenten und die hessische Film- und Medienakademie hFMA mitentwickelt. 2002 haben die Mitglieder des Filmhauses die in Hessen eingeführte wirtschaftliche Filmförderung wie den Aufbaus der heutigen HessenFilm und Medien GmbH mitbegleitet. Seit 1990 wird das Filmhaus vom Kulturamt der Stadt gefördert, seit 1999 als institutionelle Förderung. Mit Fördergeldern und Projekteinnahmen realisiert der Verein in erster Linie das Seminar-Programm, bei dem namhafte Vertreter der Branche Themen wie Drehbuchschreiben, Produktionskalkulation und Rechteklärung anbieten.

Zudem publizieren sie die Fachzeitschrift GRIP, welche über Entwicklungen in den Bereichen Filmförderung und -produktion, Festivals und Kinos im RheinMain-Gebiet berichtet. Außerdem beteiligt sich das Filmhaus an der Organisation von lokalen Filmfestivals wie dem Jugendmedienfestival Visionale.

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