Michelle Elie trägt Comme de Garcons und freut sich drüber. Luigi Ciacco.
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Michelle Elie trägt Comme de Garcons und freut sich drüber.

Museum Angewandte Kunst 

Das Jahr der starken Frauen

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Drei Künstlerinnen stehen 2020 mit ihren Ausstellungen im Fokus des Hauses, es geht unter anderem um Mode von „Comme de Garcons“, präsentiert von Michelle Elie.

Um ein Motto für das Jahr 2020 in seinem Haus ist Matthias Wagner K. nicht verlegen. Der Direktor des Museums Angewandte Kunst (MAK) in Frankfurt ruft vor dem Medienpublikum „starke Frauen in den Fokus“. Und in der Tat sind es drei Frauen, die drei wichtige Ausstellungen des Hauses prägen.

Da ist als Erste Ingrid Godon. Sie soll mit ihren Zeichnungen von ernsten Kindern, wehmütigen Männern und nachdenklichen Frauen vom 27. Februar bis zum 15. März das Museum prägen – unter dem Titel „Ich wünschte“.

Der Kurator Wagner K. ist sich der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sehr bewusst, unter denen seine Arbeit sich vollzieht. Eine Zeit „des rasanten technologischen Wandels“, des „fortschreitenden Populismus“, der „Irrungen und Wirrungen zwischen Lüge und Aufklärung sowie der Angst vor Kriegen und Klimakatastrophen“.

Was kann Kunst in einer solchen Situation bewirken? Das Team des MAK ist bemüht, die Ausstellungen stets in eine dritte Dimension zu heben. So werden die Bilder der 61-jährigen belgischen Künstlerin Ingrid Godon von den Texten des Lyrikers Toon Tellegen begleitet und von der Klanginstallation „sound 48H silence“ von Oona Kastner und Dirk Raulf.

So soll am Ende ein „Möglichkeitsraum“ entstehen, der den Menschen die Chance gibt, „über die eigenen Wünsche zu reflektieren“. In den letzten 48 Stunden der Schau ist das Museum ununterbrochen geöffnet, namhafte internationale Musikerinnen und Musiker spielen auf.

So verstehen Wagner K. und sein Team seit dem Amstantritt des Kurators 2012 ihre Arbeit – auch als Möglichkeit der Menschen, sich selbst in den Museumsprozess einzubringen. Den Zustrom des Publikums hat das permanent gesteigert, das Jahr 2019 endete mit dem neuen Rekord von 167 144 Menschen, die ins Haus kamen.

Viel Publikum, auch internationales, erhofft sich das Team von der Ausstellung „Life doesn’t frighten me“ vom 3. April bis zum 30. August. Die Mode-Ikone Michelle Elie präsentiert ihre Sammlung von Kleidung der japanischen Designerin Rei Kawakubo („Comme de Garçons“). Mehr als 50 Outfits der Kultmarke sind zu sehen. Die gebürtige Haitianerin Elie erzählt die Geschichte jedes einzelnen Stücks.

Am 25. April folgt die dritte starke Frau. Die in Paris lebende Grafikdesignerin Anette Lenz zeigt Arbeiten aus den zurückliegenden drei Jahrzehnten, mit denen sie sich insbesondere in Frankreich in der Kunstszene etablierte. Für ganze Städte, aber auch für Theater und Museen hat Lenz bereits Corporate Identities erarbeitet.

Natürlich greift Wagner K. auch wieder in den großartigen Fundus asiatischer Sammlungen, der im Museum existiert. Ab September 2020 sind ausgewählte Schalen aus China, Korea, Japan und Südostasien zu sehen, unter dem Titel „Metamorphosen einer Grundform“. Am übrigen Jahresprogramm arbeitet das Team noch. So ist zu erwarten, dass sich das Haus auch mit dem diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, mit Kanada, auseinandersetzt.

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