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Leuchten weiß, wenn sie angestrahlt werden: die Jacken von „shine4u“. shine4u
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Leuchten weiß, wenn sie angestrahlt werden: die Jacken von „shine4u“. shine4u

Modestadt Frankfurt

Jacken leuchten im Straßenverkehr

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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Das Start-up „shine4u“ will mit reflektierenden Outdoorjacken Sicherheit für Fußgängerinnen und Radfahrer bieten

Dass Start-ups nicht nur von jungen Menschen gegründet werden können und man auch wenn sich das Berufsleben schon zum Ende neigt, noch einmal etwas ganz Neues anfangen kann, beweisen Christiane Schmitz und Norbert Goeth. „Wir sind nicht die klassischen Junggründer“, sagt Schmitz mit einem Lächeln im Gesicht. Die 52-Jährige aus Rodenbach arbeitet bei Evonik; ihr 64-jähriger Mann ist gelernter Mathematiklehrer.

Ende 2019 haben die beiden ein Start-up für reflektierende Outdoorbekleidung gegründet, im Sommer dieses Jahres wurde ihre erste kleine Kollektion produziert. „shine4u“ nennt sich die Marke – und der Name ist Programm: Es handelt sich um reflektierende Softshelljacken, eine für den Mann, eine für die Frau, die leuchten, sobald sie angestrahlt werden. Gedacht sind sie in erster Linie um Radfahrenden und Fußgänger:innen bei Dämmerung und in der Dunkelheit Sicherheit zu bieten. „Die Jacken haben die Sicherheit quasi eingebaut, man braucht keine Leucht-Accessoires“, sagt Schmitz. „Tagsüber ist sie eine businesstaugliche Softshelljacke – in der Dunkelheit eine Jacke, die das Licht vollflächig reflektiert, wenn sie angestrahlt wird.“ Das funktioniere dank Millionen winziger Glaskugeln im Stoff.

„Natürlich gibt es auf dem Markt bereits reflektierende Jacken, das sind in der Regel aber eher dünne Stoffe, so typische Läuferjacken“, sagt Norbert Goeth. „Unsere Nische ist die Verbindung von Sicherheit, Nachhaltigkeit und Qualität.“ Und Schmitz ergänzt: „Die Jacke ist alltagstauglich, weil wir den Berufspendler im Fokus haben.“ Apropos Berufspendler: Schmitz fährt selbst mit dem Fahrrad zur Arbeit, erzählt sie. „Und auch sonst sind wir viel auf den Rädern unterwegs.“ Das sei einer der Gründe, die zur eigenen Marke geführt hätten. Der zweite: Schmitz ist passionierte Hobby-Näherin, näht seit Jahren Bekleidung, Taschen, Rucksäcke, aber auch Stofftiere –„alles was mir unter die Nadel kommt“ –, und hat dank zahlreicher Nähkurse auch verschiedenste Stoffe ausprobiert. Vor circa drei Jahren sei sie auf den reflektierenden Softshellstoff gestoßen – und habe daraufhin zwei Jacken, eine für sich, eine für ihren Mann, genäht, erzählt sie. „So sind wir zu den Jacken gekommen, für den Eigengebrauch. Wir haben sie viel getragen und vorgestellt und das Interesse bei Familie, Freunden und Kollegen war da.“

Während Schmitz für die Stoffe und das Design zuständig ist, übernimmt Goeth die Bereiche IT und Marketing. „Wir sind keine Digital Natives, aber haben uns auch in die sozialen Medien gut reingefuchst“, freuen sich die beiden. Nachdem Schmitz die ersten Prototypen noch selbst nähte, wird nun bei Stitch by Stitch genäht – einer Schneiderwerkstatt in Frankfurt, in der geflüchtete Frauen hochwertige Mode herstellen. „Das ist gelebte Integration“, sagt Schmitz. „Die Idee des sozialen Unternehmens hat uns wahnsinnig gut gefallen, und die haben nicht zuletzt auch sehr gute Arbeit gemacht, das hat uns begeistert.“

Wichtig sei Schmitz und Goeth das Gesamtpaket: „Unser Produkt bietet in erster Linie Sicherheit, aber uns ist auch wichtig, dass es nachhaltig und fair produziert ist.“ Alle verwendeten Materialien seien mindestens Ökotex-zertifiziert und würden in Deutschland und Europa hergestellt. Auch ihre Partner für die Vermarktung und Produktion kämen aus der Nähe.

Die ersten Fotoshootings fanden mit lokalen Fotograf:innen und Models in Frankfurt statt. „Da wir den Sicherheitsaspekt hervorheben wollten, brauchten wir auch den Verkehr“, sagt Schmitz. Die Jacke komme eben da, wo mehrere Verkehrsteilnehmer aufeinander treffen, zum Einsatz. „Sie müssen mich anstrahlen, dann scheine ich zurück. Ich leuchte nicht von selbst“, sagt Goeth. Um dieses Prinzip im eigenen Onlineshop (www.shine4u.de) noch einmal deutlicher zu machen, soll dort demnächst ein Video gezeigt werden, in dem der dynamische Übergang von der dunkelgrauen Jacke bei Normallicht hin zu einer weiß leuchtenden Jacke bei Anstrahlung zu sehen ist.

Für Frauen kostet die Jacke 369 Euro, für Männer 389. „Das ist ein Highend-Stoff, das bekommt man nicht geschenkt“, sagt Goeth. Wer sich zunächst ein Bild von dem Stoff machen will, kann sich ein Muster zusenden lassen.

Momentan sei auch eine Jacke für Kinder in der Planung. „Wir wurden immer wieder nach Jacken für Kinder gefragt. Für sie ist das gerade auf dem Schulweg morgens in der Dunkelheit im Winter interessant“, sagt Schmitz. Für einen Testlauf hätten sie Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren gebeten, die Jacke bis zu den Weihnachtsferien einem „Härtetest“ zu unterziehen. Fällt der Test positiv aus, wollen die beiden die nächsten Schritte zum Design und zur Herstellung von Kinderjacken gehen.

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