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Ist doch eh egal

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Wollte keine Stimmen abgeben: Michael Müller von der Linken
Wollte keine Stimmen abgeben: Michael Müller von der Linken © Knapp

Beim Versuch, die AfD aus dem ehrenamtlichen Magistrat herauszuhalten, macht die Linke nicht mit. Mit merkwürdiger Begründung. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Wieso isst du nach der Plenarsitzung nichts mehr?

Leppert: In der Kneipe, in die wir immer gehen, werde ich eh nicht satt. Da lasse ich es lieber ganz.

Busch: Aha. Und wieso sammelst du keine Briefmarken mehr?

Leppert: Du, Sandra, seit Erfindung der Briefmarke wurden weltweit doch bestimmt viele Millionen Motive veröffentlicht. Die Sammlung wird eh nie komplett.

Wir müssen nochmal über vorige Woche reden, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Da wurde der ehrenamtliche Magistrat gewählt, und die allermeisten Stadtverordneten waren sich einig, dass das Gremium noch etwas schöner ist, wenn ihm niemand von der AfD angehört. Problem dabei: Wenn alle Stadtverordneten ihre eigenen Listen wählen, ist die AfD dabei. Mögliche Lösung: Es wählen nicht alle ihre eigenen Listen, weil man für einen Posten nur fünf Stimmen braucht. Hat eine Fraktion aber sieben Mandate, könnte sie mit zwei Stimmen eine andere Fraktion unterstützen, die nur drei Stadtverordnete hat. Und schwups wäre diese andere Fraktion mit fünf Stimmen stärker als die AfD, die auf vier Voten kommt.

Klingt ein bisschen kompliziert, ist es auch, deshalb muss man so eine Aktion im Vorfeld gut absprechen. Das haben Jutta Ditfurth (Ökolinx) und Nico Wehnemann (Die Partei) auch versucht, es hat aber nicht geklappt. Die AfD zieht mit einem Sitz in den ehrenamtlichen Magistrat ein.

Das könnte unter anderem daran liegen, dass die Linke (sieben Stadtverordnete) eben keine Stimmen an andere Listen abgegeben, sondern stur ihren Wahlvorschlag unterstützt hat, obwohl der auch mit fünf Kreuzen gewählt worden wäre. Ditfurth und Wehnemann kritisieren deswegen die Linke, die das frech findet. Eines ihrer Argumente: Selbst wenn wir zwei Stimmen abgegeben hätten, wäre die AfD in den ehrenamtlichen Magistrat gekommen.

Diese These können wir jetzt nicht überprüfen, wir finden sie aber irritierend. Hier kommt unsere Prognose, worauf die Linke in Zukunft noch alles verzichtet, weil es ja eh keinen Sinn ergibt.

Fraktionschef Michael Müller schießt beim Fußballspiel zwischen Stadtverordneten und Landtagsabgeordneten dreimal am leeren Tor vorbei. Das Spiel endet 0:4. Auf kritische Nachfragen der Presse antwortet er genervt: „Wir hätten doch auch verloren, wenn ich dreimal getroffen hätte.“

Die Stadtverordnete Daniela Mehler-Würzbach nimmt am Chili-Contest von Medienmanager Bernd Reisig und Wurstkönig Lars Obendorfer teil (Samstag, 18. September, 17 Uhr, Hessen-Center – der Termin ist nicht erfunden, Anm. d. Red.). Sie steigt bei Schärfegrad B (wie Babybrei) aus. Zu Journalist:innen sagt sie: „Was wollt ihr denn, bis zum Indian Style hätte ich es eh nie geschafft.“

Vor der Kommunalwahl setzt Kreisvorsitzender Axel Gerntke eine Kandidatenliste durch, obwohl die Herrschaften auf den Plätzen fünf, sechs und sieben nicht recht zur Linken passen wollen. Einer trägt Anzug, einer hat gedient, einer liest beim Parteitag die „Bild“. Gerntke findet aber, das Trio habe Potenzial. Die Linke zieht mit acht Leuten in den Römer ein, gemeinsam mit SPD und Grünen gäbe es eine knappe Mehrheit – doch plötzlich wechseln die besagten drei Leute zur CDU. Die Mehrheit ist futsch. Gerntke zur Presse: „Ist doch egal, die Grünen hätten mit uns eh nicht koaliert.“

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