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Pushpa Islam im Nachbarschaftsbüro.

Frankfurt-Griesheim

Fünf Jahre Quartiersmanagement

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Pushpa Islam, Quartiersmanagerin im Frankfurter Stadtteil Griesheim, zieht Bilanz aus fünf Jahren Quartiersmanagement im Süden. Sauberkeit ist einer der Dauerbrenner im Viertel und das Hotel Anna, in dem Flüchtlinge untergebracht sind.

Pushpa Islam hat ein herzliches Lächeln. Das ist wichtig. Als Quartiersmanagerin in Griesheim muss sie mit vielen Menschen und Initiativen in Kontakt treten und Projekte anleiern. Weil ihr Kollege aus dem Quartier südlich der Bahnlinie erkrankt ist, ist sie derzeit für den Norden und Süden zuständig. Volker Rapp sei auf dem Weg der Genesung, versichert sie. Dennoch bleibt es ihr vorbehalten, ein Fazit aus fünf Jahren Quartiersmanagement im Süden zu ziehen. Schwer fällt ihr das nicht, Rapp und Islam haben eng zusammengearbeitet.

Frau Islam, was ist Ihr größter Wunsch für den Süden?
Wir wünschen uns, dass die Strukturen, die wir über fünf Jahre aufgebaut haben, sich festigen. Die Gruppen sollen noch selbständiger werden. Das garantiert die Nachhaltigkeit der Projekte. Darauf arbeiten wir jetzt in der Nachsorgephase hin. Noch mehr Bürger sollen sich beteiligen.

Was leistet so ein Quartiersmanagement eigentlich?
Eingangs gibt es eine aktivierende Befragung. Die Bürger äußern Kritik am Leben im Stadtteil und Wünsche. Daraus ermitteln wir die Agenda für die kommenden Jahre. Es bilden sich Projekte und Kooperationen. Wichtig ist, dass Projekte von den Bewohnern selbst kommen. Die Menschen sollen sich mit dem Stadtteil identifizieren.

Was waren denn die ersten Ideen für den Süden?
Ein Ziel war es, die Menschen zusammenzubringen. Der Stadtteil ist ja stark getrennt in Nord, Mitte und Süd. Das kann man aufweichen über verbindende Veranstaltungen. Gemeinsame Themen bringen Bewohner zusammen.

Was sind denn solche Themen?
Sauberkeit im Stadtteil ist ein Dauerbrenner. Natürlich die Situation am Bahnhof. Das Hotel Anna und die dort untergebrachten Flüchtlinge wird als Thema bleiben. Auch die Moscheevereine werden den Stadtteil weiter beschäftigen.

Was ist denn der größte Erfolg – und was war ein Fehlschlag?
Ein Erfolg ist, dass sich so viele Gruppen gegründet haben. Zum Beispiel die Aktiven Nachbarn, die sich mittlerweile in verschiedene Projekte aufgeteilt haben. Nicht so gut gelaufen ist der Neubürgerempfang. Eigentlich ein schönes Projekt, die Bürger haben aber nicht so viel Interesse gezeigt.

Was ändert sich denn konkret in der Nachsorgephase?
Zunächst reduziert sich der Personaleinsatz. Statt einer ganzen Stelle haben wir im Süden eine halbe. Wir müssen auch schauen, wie es mit dem Nachbarschaftsbüro weitergeht. Die Bewohner wünschen sich sehr, dass es erhalten bleibt. Es handelt sich um ein niedrigschwelliges Angebot, an das sich jeder wenden kann. Aber wir können nicht garantieren, dass der Raum offen bleibt.

Wie läuft das beim Nachbarschafts-Treff im Norden?
Das Quartiersmanagement hat eine Gruppe AG Nachhaltigkeit initiiert. Die besteht aus den Teilnehmern der verschiedenen Gruppen, die den Nachbarschaftstreff nutzen. Gemeinsam mit dem Quartiersmanagement hat die AG ein Konzept zur Verstetigung der aufgebauten Strukturen und Projekte entwickelt. Es soll ein Hausteam geben, das viele Aufgaben zur Verselbständigung übernimmt. Die Räume werden gut besucht von Bewohnern und Gruppen aus dem Griesheimer Norden.

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