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Mehr Menschen sollen vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.
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Mehr Menschen sollen vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

Regionaltangente West

„Betriebswege für Radinfrastruktur mitnutzen“

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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RTW-Geschäftsführer Horst Amann spricht im Interview über die Fortschritte bei der Regionaltangente West und die Chancen für Radwege entlang der Strecke.

Für Frankfurt und die Region ist die Regionaltangente West (RTW) eines der wichtigsten Projekte, damit mehr Menschen vom Auto auf die Bahn umsteigen, es weniger Schadstoffe und Straßenlärm gibt und die Lebensqualität für Anwohnerinnen und Anwohner steigt. Horst Amann, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, gibt einen Überblick über den Stand des Projekts.

Herr Amann, wie geht es mit der Regionaltangente West voran?

Wir sind 2020 mit der RTW sehr gut vorangekommen, trotz der widrigen Umstände, die dieses Jahr zu bieten hatte. Wir haben alle Abschnitte, außer dem Abschnitt, der in die Stadt Neu-Isenburg hineinführt, in die Planfeststellungverfahren gebracht. Im Norden sind wir im zweiten Anhörungsverfahren. Wir haben schon vorher viel mit den Betroffenen regeln können und sind optimistisch, dass es dort kaum Schwierigkeiten geben wird. Im Süden sind wir so gut wie fertig mit der Erörterung. Dort muss das Regierungspräsidium Darmstadt nun feststellen, ob es weiteren Erörterungsbedarf sieht. Mit ein bisschen Optimismus kann man davon ausgehen, dass wir den Erörterungsbedarf bis Frühjahr 2021 erledigen können.

Wo gibt es noch Schwierigkeiten auf den verschiedenen Abschnitten?

Mit einzelnen Privatbetroffenen und deren Anwälten sind wir in Kontakt. Wir sollten im Südabschnitt jetzt so weit alles im Griff haben. Die Knackpunkte mit der Deutschen Bahn sind gelöst. In Neu-Isenburg sehe ich überhaupt keine Konflikte mehr. Eine Beschlussfassung im kommenden Jahr ist in greifbarer Nähe.

Und im mittleren Abschnitt?

Der ist nun auch im Planfeststellungsverfahren. Das war ein wichtiger Schritt, weil wir dort mit dem Bahnhof Höchst und Ingenieurbauwerken wie dem Schwanheimer Knoten noch Aufgaben vor uns haben.

Wann fahren die ersten Züge?

Ich halte an der Prognose fest, dass wir 2026/27 mit dem Bau fertig sind und die ersten Züge fahren. Im Mittelabschnitt wird das schwieriger, ob dann 2027 die ersten Züge fahren, müssen wir sehen.

Fahren die Züge zunächst nur auf Teilen der Strecke?

Das ist ein komplexer Prozess. Teilinbetriebnahmen sind nicht ausgeschlossen. Wir richten uns aber darauf ein, dass wir so schnell wie möglich die gesamte Strecke in Betrieb nehmen können. Wenn wir später erkennen, dass das schwierig wird, müssen wir uns, auch abhängig von der Beschaffung der Fahrzeuge, Gedanken machen, wie eine vorgezogene Inbetriebnahme in Teilbetrieb funktionieren könnte.

Zur Person

Horst Amann ist seit 2017 Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft. Der Vertrag des heute 67-Jährigen wurde bis 2024 verlängert.

Aus Frankfurter Sicht ist es interessant, ob das Nordwestzentrum angebunden wird.

Das wird angebunden, ich bleibe dabei. Dabei werden wir natürlich die städtebauliche Entwicklung berücksichtigen. Die RTW soll dort ein zentraler Erschließungsbaustein sein.

Regionaltagente West

Mit welchen Kosten rechnen Sie?

Es bleibt bei dem Stand von November 2019, wir gehen von 720 Millionen Euro für die Strecke aus. Es wird auch eine Baupreissteigerung geben. Mit Planungs- und Verwaltungskosten liegen wir bei 1,1 Milliarden Euro. Hinzu kommt noch die Anschaffung der 23 Fahrzeuge durch die RMV-Tochter Fahma. Sie kosten weitere rund 150 Millionen Euro.

Inwiefern kann die RTW Radwege entlang der Strecke integrieren?

Das ist im nördlichen Abschnitt gemacht worden. Im mittleren Abschnitt prüfen wir es. Wo immer möglich sollte man die Betriebswege für Radinfrastruktur mitnutzen können. Wir unterstützen auch die Querungen von Straßen. Aber anders, als viele glauben, können wir nicht eigenständig Radwege oder Unterführungen bauen und bezahlen. Dafür sind wir planungsrechtlich nicht zuständig.

Die Planung der Straßenbahnlinie 11 zum Bahnhof Höchst liegt in der Verantwortung der RTW-Planungsgesellschaft. Wie geht es damit voran?

Die Planung soll im ersten Quartal des neuen Jahres starten. Dabei werden zunächst Varianten betrachtet. Die entsprechenden Leistungen sind im Vergabeprozess.

Das heißt zum 100. Geburtstag des Eingemeindungvertrags von Frankfurt mit Höchst im Jahr 2028 fährt die Linie 11 bis zum Bahnhof?

Daran arbeiten wir.

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