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Deutschlandweit gehen junge Menschen bei „Fridays for Future“ auf die Straße. 

„Fridays for Future“

Internationale Solidarität bei „Fridays for Future“

Die „Fridays for Future“-Demo thematisiert Flucht und Vertreibung durch Klimawandel.

Die Slogans wiederholen sich. Aber die Themen variieren. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“, schallt es am Freitag über die Bockenheimer Landstraße. Auch in der 26. Woche der „Fridays-for- Future“-Bewegung in Frankfurt sind wieder Demonstranten unterwegs. Diesmal steht der Marsch allerdings unter dem Motto „Flucht und Vertreibung“.

„Dieser Aspekt ist bisher in der Klimadebatte vernachlässigt worden“ sagt Organisator Konstantin Nimmerfroh. Falls der Klimawandel weiter so voranschreite, gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass in 50 Jahren 250 Millionen bis eine Milliarde Menschen auf der Flucht sein werden. „Der Klimawandel zerstört Existenzen, Menschen werden durch Dürre und Überschwemmungen dazu genötigt, ihre Heimat zu verlassen“ , sagt Nimmerfroh. 

Sitzblockade  an der Alten Oper 

Die Demonstrierenden, laut Veranstalter sind es an diesem Tag 300 bis 400, gehen von der Bockenheimer Warte über die Bockenheimer Landstraße in Richtung Innenstadt. An der Alten Oper kommt es zu einer spontanen Sitzblockade auf der Kreuzung der Bockenheimer Anlage. Schüler rufen den aufgebrachten Autofahrern „Motor aus!“ und „Wir wollen eine autofreie Innenstadt!“ zu. Zwischen hupenden Autos initiieren sie eine Social-Media-Aktion: Jeder soll sein Smartphone für eine Instagram-Story herausholen. „Warum seid ihr nicht hier?“ schreien sie in die Handys. 

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Die Demonstranten haben viele Ideen, wie man den Klimawandel bekämpfen könnte. Justus Friedrich schlägt vor, öffentliche Wasserhähne in der Stadt anzulegen, an denen jeder seine Wasserflaschen auffüllen kann, statt Plastikflaschen zu kaufen. „In Norwegen ist das Standard“ sagt der Student. Außerdem seien die Radwege ausbaufähig. „Es ist schwer, mit dem Rad in der Stadt schnell und sicher voranzukommen.“ Am Brockhaus-Brunnen auf der Zeil halten die Schüler Reden. 

Türkisches Ilisu-Staudammprojekt in der Kritik

Im Mittelpunkt steht das Ilisu-Staudammprojekt im Südosten der Türkei, das zur Überflutung des 12.000 Jahre alten Ortes Hasankeyf führen wird, der neun von zehn Weltkulturerbe-Kriterien der Unesco erfülle. Auch die kurdische Region könne darunter leiden, Millionen Menschen werde das Wasser abgegraben, das Land werde austrocknen, warnten die Veranstalter des Aktionstags. 

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Mit der Initiative zur Rettung von Hasankeyf wollen die Organisatoren der „Fridays for Future“ auf internationale Probleme und die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen. Sie fordern internationale Solidarität mit jenen Menschen, die ihre Heimat wegen klimatischer Katastrophen verlassen müssen.

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