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Frankfurt

Interesse wecken

Schülerinnen und Schüler von der Anna-Schmidt-Schule machen Vorschläge für mehr Frauen in Mint-Berufen.

Mint-Berufe sind alle Berufe aus den Gebieten der Mathematik, der Informatik, der Naturwissenschaft und der Technik. Wir haben zum Thema „Frauen in Mint-Berufen“ Jürgen K., Chef aus dem Bereich der Messtechnik bei einer internationalen Firma, befragt.

In seinem Bereich arbeiten insgesamt 35 Arbeitnehmer*innen, 33 Männer und zwei Frauen. Eine besetzt den experimentellen Bereich, welcher meist von Männern ausgeführt wird, die zweite Frau arbeitet als Teamleiterin direkt unter Jürgen K. Beide Positionen seien optimal besetzt, erklärt Jürgen K., der die Frauenquote nicht plausibel findet, da Frauen genauso viel leisten könnten wie Männer.

Gerade aufgrund dieser Tatsache stellt sich die Frage, warum nur so wenige Frauen in Mint-Berufen arbeiten. Es ist zwar zu betonen, dass die Quote in den vergangenen Jahren auf 15 Prozent gestiegen ist, aber dennoch ist dies nicht genug. Der Problematik des fehlenden Frauenanteils in den Mint-Berufen hat sich auch schon der Bundestag gestellt und die Organisation „Komm, mach MINT!“ ins Leben gerufen. Das Ziel dieser Organisation ist es, mehr Frauen in Mint-Berufen einzustellen.

Schulausflug ins Labor

Mit einem vom Bundesbildungsministerium zur Verfügung gestellten Budget in Höhe von drei Millionen Euro möchte der Bundestag die Mint-Berufe für Frauen interessanter gestalten. Das grundsätzliche Ziel dieser Initiative ist mindestens eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Mint-Berufen um fünf Prozentpunkte.

Insgesamt haben sich schon 360 Partner*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Politik bei der Organisation des Bundestages angemeldet. Auch die Firma, in der Jürgen K. arbeitet, ist dort gemeldet.

Ob das der richtige Weg ist? Wir haben die beiden Kolleginnen von Jürgen K. nach ihrer Meinung gefragt. Die Mitarbeiterin, die im experimentellen Bereich arbeitet, sieht Möglichkeiten einer Frauenbereicherung in den Mint-Berufen durch die Jugend.

Durch Aktionen wie den Girls’ Day, meint sie, würden den Mädchen die Einblicke in die Mint-Berufe ermöglicht, was dazu führt, dass man sich selbst eine eigene Meinung über Mint-Berufe bilden könne. Eine weitere Möglichkeit wäre, Expert*innen aus diesen Bereichen in die Schulen einzuladen, welche den Schüler*innen Fragen beantworten und von ihrer Arbeit berichten könnten.

Jugend und berufe der Zukunft

Das medienpädagogische Projekt „Jugend und Berufe der Zukunft“ ist von der Dr.-Hans-Riegel-Stiftung, Bonn, initiiert worden. Es findet in Kooperation mit Schulen der Region und unserer Zeitung statt.

Schülerinnen und Schüler lesen im Unterricht die Frankfurter Rundschau und recherchieren selbst zu Berufen der Zukunft. Ziel ist es, Jugendliche für sogenannte MINT-Berufe zu begeistern, also Berufe, die auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik basieren.

Die Klasse 9 b der Anna-Schmidt-Schule in Frankfurt unter der Leitung ihrer Lehrerin Laura Rasper hat die Beiträge dieser Doppelseite erstellt. pgh

Man könnte aber auch ein weiteres Fach einführen zum Thema Mint, wie es an manchen Schulen wie der unseren schon vorhanden ist. Dieses Fach klärt alle Fragen und führt die Schüler*innen zum Thema Mint hin. Ein weiterer Vorschlag wäre, eine oder mehrere Projektwochen zum Thema Mint zu veranstalten. Dabei müssen Jungen und Mädchen zu verschiedenen Themen Präsentationen halten, können aber gleichzeitig auch die anderen Präsentationen betrachten und dadurch etwas über Mint-Berufe lernen. Ebenso wären mehr Ausflüge (zum Beispiel in Labore) sehr hilfreich, um die Themen den Schüler*innen näherzubringen.

Auch die Kollegin aus der Führungsetage kann dies bestätigen und findet, dass Frauen und Männer die gleichen Positionen besetzen können. Ein sehr wichtiges Defizit sei allerdings das Gehalt. Es sei immer noch nicht gerecht verteilt, hier bestehe noch Veränderungsbedarf.

Gehälter angleichen

Dass Frauen im Durchschnitt weniger Gehalt als Männer bekommen, bestätigt sich vor allem auch in Mint-Berufen. Ein Beispiel dafür ist der Beruf der IT-Projektleiter/-in. Ein Mann verdient hier als Mittelwert knapp 79 000 Euro brutto im Jahr, eine Frau hingegen nur knapp 65 000 Euro brutto im Jahr – also rund 14 000 Euro brutto weniger.

Eine mögliche Problematik in der Besetzung von Frauen in Mint-Berufen ist auch die Familienplanung. Hier fallen die Mitarbeiterinnen bei Schwangerschaften für einige Zeit im Beruf aus, was zu etwaigen Problemen bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz führen könnte. Wenn zum Beispiel eine Frau im Labor arbeitet und durch die Schwangerschaft ausfällt, bleiben die Forschungen nicht stehen, sondern laufen weiter. Wenn die Mitarbeiterin zurückkehrt, wird befürchtet, dass ihr Kenntnisse fehlen.

Doch dafür gibt es schon eine Lösung. Die HAWK, die Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst, hat, getreu dem Motto des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, „Mint ist kein Beruf, Mint ist eine Perspektive“, eine Lösung gefunden, Beruf und Familie zu vereinbaren.

Genauso leistungsfähig

Bei diesem Projekt wird man grundsätzlich auf den neuesten Stand gebracht. Die fachliche Qualifizierung findet innerhalb von zwei Semestern statt und bietet die Möglichkeit, sich innerhalb des eigenen Faches zu spezialisieren. Ein individuelles Methodentraining rundet das Profil ab, bevor die betriebliche Qualifizierungsphase beginnt, die sich über einen Zeitraum von drei Monaten erstreckt.

Abschließend lässt sich sagen, dass über das Thema Frauen in Mint-Berufen noch lange diskutiert und verhandelt werden muss. Wir alle wissen, dass Frauen genauso viel leisten können wie Männer, auch in den Mint-Berufen. Jede Frau sollte sich darüber im Klaren sein, dass Mint-Berufe auch für Frauen attraktiv sein können, egal in welchem Bereich.

Doch bis dahin ist unserer Meinung nach noch viel Arbeit zu erledigen.

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