Büros in Frankfurt

Interesse an Büroraum zu Jahresbeginn gering

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Im ersten Quartal sind deutlich weniger Büroflächen neu vermietet und weniger Immobilien verkauft worden als vor einen Jahr. Makler sehen aber noch kein Ende des Immobilienbooms.

Nach dem Rekordjahr 2018, in dem in Frankfurt Gewerbe-Immobilien für gut zehn Milliarden Euro verkauft wurden und es sehr viele Neuanmietungen gab, hat es zum Jahresauftakt wenig Bewegung auf dem Frankfurter Büromarkt gegeben. Maklerhäuser berichten von stark unterdurchschnittlichen Neuvermietungs- und Investmentzahlen. Nach Daten von Nai Apollo wurden im ersten Quartal lediglich 89 000 Quadratmeter Bürofläche neu vermietet. Im Vorjahreszeitraum seien es fast 136 000 Quadratmeter gewesen. Auch die Zahl der neuen Abschlüsse ging zurück: von 178 auf 142.

Noch die größten Neuanmietungen tätigten die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die sich 10 700 Quadratmeter an der Ludwig-Erhard-Straße in Eschborn sicherte, und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die sich im Squaire am Flughafen um 5300 Quadratmeter vergrößerte. Die Zurückhaltung der Unternehmen könnte mit einem knapper werdenden Angebot zu tun haben. Nai Apollo sieht die Leerstandsquote inzwischen nur noch bei 6,5 Prozent, Colliers bei 6,6 Prozent. Bei Nai Apollo weist man darauf hin, dass mehr Unternehmen aktiv den Markt sondierten, sich dann aber für eine Verlängerung des bestehenden Vertrags entschieden. Schon zuletzt hatten Makler gewarnt, dass besonders Unternehmen, die im Bankenviertel suchen, inzwischen ein begrenztes Angebot vorfinden.

Die Mieten steigen indes weiter. Bei BNP Paribas Real Estate sieht man sie in der Spitze bei 44 Euro pro Quadratmeter – und damit nicht mehr weit entfernt von den Rekordwerten zur Jahrtausendwende, als 100 Mark pro Quadratmeter bezahlt wurden.

Auch der Investmentumsatz lag im ersten Quartal stark unter den Werten des Vorjahreszeitraums. Kein Objekt wurde für einen dreistelligen Millionenbereich veräußert. Der größte Deal war nach Zahlen des Maklernetzwerks GPP der Verkauf des Accent Office Centers an der Hanauer Landstraße, bei dem gut 80 Millionen Euro geflossen sein sollen.

Die Maklerhäuser sehen die zu Jahresbeginn geringe Aktivität nicht als Zeichen für ein nachlassendes Interesse an Büroflächen und -Immobilien in Frankfurt. Mehrere große Objekte seien im Verkauf, etwa das Squaire, heißt es bei GPP. Bei Colliers spricht man von der Ruhe vor dem Sturm. Die Rahmenbedingungen, die den seit Jahren andauernden Immobilienboom flankierten, seien weiterhin günstig. Das Maklerhaus weist etwa auf die immer noch sehr niedrigen Zinsen, auf den soliden Arbeitsmarkt und die starke Binnenkonjunktur hin. Schon am Mittwoch wurde ein größerer Deal bekannt: Publity hat den St. Martin Tower in der City West gekauft.

Auch bei BNP Paribas Real Estate spricht man von einer trotz Brexit und Zollstreitigkeiten sehr guten Stimmung auf den Märkten. Für eine weiter große Nachfrage nach Immobilien spreche, dass andere Anlageklassen ein schlechteres Rendite-Risiko-Verhältnis aufwiesen.

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