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Thomas Feda (rechts) ist Geschäftsführer der städtischen Tourismus- und Congress GmbH. Regelmäßig veröffentlicht die Gesellschaft Gästezahlen in Frankfurt: Auch sie steigen stetig.

Interview

Frankfurt und seine Neubürger - Alle Infos auf einen Blick

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Wie werden Neubürger in der Stadt empfangen? Tourismuschef Thomas Feda gibt Antworten.

Thomas Feda vermarktet Frankfurt. Der Chef der städtischen Tourismus- und Congress GmbH wirbt weltweit für die Stadt. Er selbst ist aber kein Frankfurter – zumindest kein gebürtiger.

Herr Feda, Sie kommen aus Franken, leben seit 18 Jahren in Nidderau und arbeiten 200 Meter vom Frankfurter Hauptbahnhof entfernt. Sehen Sie sich als Frankfurter?
Natürlich. Frankfurt ist die Furt der Franken, insofern bin ich hier selbstverständlich daheim. Aber im Ernst: Meine erste Heimat ist Franken, aber Frankfurt ist meine zweite Heimat, aus der ich auch nicht mehr wegziehen möchte. Frankfurt ist einfach eine geile Stadt, und wenn ich Frankfurt sage, beziehe ich auch das Umland ein, wo ich wohne.

Gelegentlich zeigen Sie prominenten Neufrankfurtern die Stadt. Als etwa Eintracht-Vorstand Fredi Bobic nach Frankfurt kam, sind Sie mit ihm vier Stunden spazieren gegangen. Warum eigentlich? Um Frankfurt zu vermarkten, reicht es doch, wenn die Eintracht gut Fußball spielt.
Leute wie Fredi Bobic sind wichtige Multiplikatoren, sie sind Botschafter der Stadt. Deshalb müssen sie Frankfurt kennen und ein Gefühl für die Stadt entwickeln. Fredi Bobic gefiel es übrigens besonders gut auf dem Römerberg. Er hat sich daran erinnert, wie er 1996 dort mit der Nationalmannschaft den EM-Titel gefeiert hat.

Wie erkundet man als Neufrankfurter denn die Stadt?
Von innen nach außen. Ich habe damals auch erst einmal die klassischen Touristenorte angesehen. Römer, Paulskirche, Maintower. Und ich bin auch mit dem Ausflugsschiff über den Main gefahren. Das ist genial. Das könnte ich heute noch jede Woche machen.

Besteht dabei nicht die Gefahr, dass man Stadtteile wie Harheim oder Sossenheim nicht als Teil von Frankfurt wahrnimmt?
Solche Stadtteile gehören dazu, keine Frage. Auch sie sollte man erkunden. Aber erst später. Zunächst einmal ist Frankfurt eine Metropole, die man sich über die Innenstadt erschließt. Später stellt man fest, dass es hier durchaus auch dörfliche Viertel mit sehenswerten Ecken gibt. Das macht Frankfurt ja so charmant.

Die Tourismus- und Congress GmbH organisiert die großen Feste in der Stadt. Fühlen sich Neufrankfurter dort wohl?
Absolut. Feste wie das Apfelweinfest oder der Wäldchestag helfen bei der Integration in Frankfurt. Es ist immer toll zu sehen, wenn Neufrankfurter, Alteingesessene und Touristen zusammentreffen und feiern.

Machen es echte Frankfurter den Neuankömmlingen eigentlich leicht?
Echte Frankfurter? Wer ist denn ein echter Frankfurter? Nur Menschen, die hier geboren sind, oder auch Zugezogene, die seit vielen Jahren hier leben und diese Stadt lieben? Insofern lässt sich diese Frage schwer beantworten. Grundsätzlich ist aber Frankfurt eine ungemein internationale, weltoffene und tolerante Stadt, in der auch Neuankömmlinge herzlich willkommen geheißen werden.

Interview: Georg Leppert

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