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Die Sozialdezernentin der Stadt Frankfurt, Daniela Birkenfeld, will von Alaska lernen.
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Die Sozialdezernentin der Stadt Frankfurt, Daniela Birkenfeld, will von Alaska lernen.

Integration

Wie Integration in Alaska funktioniert

  • Marie-Sophie Adeoso
    VonMarie-Sophie Adeoso
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In den USA funktioniert die Integration von Zugewanderten anders als hier. Eine Delegation aus Frankfurt will davon lernen.

Irgendwann auf ihrer USA-Reise traf Frankfurts Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) einen Mann aus Eritrea. Er erzählte ihr, dass er in den USA binnen einer Woche einen Job gefunden habe – während seine Verwandten in Deutschland ihm verzweifelt berichteten, dass sie auch nach zwei Jahren noch im Deutschkurs säßen, statt Geld zu verdienen.

Von solchen Unterschieden, aber auch Gemeinsamkeiten bei der Integration von Zugewanderten hat sich eine Frankfurter Delegation nun auf einer Reise durch die USA überzeugen können. 11 Tage lang reiste Birkenfeld mit Katrin Wenzel von der Stabsstelle Flüchtlingsmanagement, Anita Heise von „Frankfurt hilft“, dem Geschäftsführer des Internationalen Familienzentrums, Karsten Althaus und Ellen Bommersheim vom Existenzgründungszentrums „Kompass“, durch die USA und traf mit dortigen Integrationsexpertinnen und -experten zusammen.

„Wir waren alle überrascht, mit welcher Vehemenz Migranten in den USA sofort in Arbeit gebracht werden“, sagte Wenzel am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Selbst die vielen vor allem aus Mittelamerika oder asiatischen Ländern eingewanderten Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere arbeiteten fast alle. Die wenigen Geflüchteten wiederum, die die USA vornehmlich über das „Resettlement“-Programm der Vereinten Nationen erreichen - 120 000 waren es vor Trumps Präsidentschaft jährlich, aktuell werden nur rund 45 000 Anträge bewilligt – würden für 90 Tage intensiv bei der Suche nach Arbeit und Unterkunft unterstützt; danach aber müssten sie auf eigenen Füßen stehen. Schafften sie das nicht, stünden sie praktisch auf der Straße. Birkenfeld folgert, sie könne sich für Frankfurt vorstellen, Geflüchteten einen schnelleren Arbeitseinstieg mit begleitendem Deutschlernen zu ermöglichen – so wie es etwa das Programm „Faberis“ der FRAP-Agentur bereits versucht. 

Vernetzung klappt in den USA besser 

Einig zeigte sich die Delegation darin, dass die Vernetzung von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren, Ehrenamtlichen und der Wirtschaft in den USA besser funktioniere. Alle arbeiteten eng zusammen und Synergien würden effizient genutzt, so Bommersheim. Das Team will nun überlegen, wie sich auch in Frankfurt eine solche Vernetzung umsetzen ließe. Zudem habe sie der Fokus auf Migration und Vielfalt als Bereicherung beeindruckt, sagte die Reisegruppe unisono. „Das war ein Aha-Erlebnis. Bei uns schauen wir immer nur auf das, was noch fehlt, statt zu sehen, was wir schon erreicht haben“, sagte Bommersheim.

Die Reise war Teil des Austauschprogramms „Welcoming Communities Transatlantic Exchange“, das bereits zum dritten Mal mit Integrationsthemen befasste Menschen aus deutschen und US-amerikanischen Kommunen miteinander vernetzt. Organisiert wird es von der gemeinnützigen Organisation „Cultural Vistas“, zusammen mit „Welcoming America“ und dem Nordamerika-Büro der Heinrich-Böll-Stiftung. Neben Frankfurt waren Delegationen aus Hamburg, Iserlohn (NRW), dem sächsischen Landkreis Bautzen und dem brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming auf der Reise dabei, die nach Washington DC, Boston, Charlotte, in das ländliche Montgomery County und nach Anchorage in Alaska führte. Delegationen aus diesen Gemeinden werden im Herbst zu einem Gegenbesuch erwartet.

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