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Tunnel besonders gefährlich bei Starkregen

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Von: Gernot Gottwals

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Der Theatertunnel könnte bei Starkregen wegen seines Gefälles voll laufen, sagt die Stadt.
Der Theatertunnel könnte bei Starkregen wegen seines Gefälles voll laufen, sagt die Stadt. © Joachim Storch

In welchen Stadtteilen es bei Starkregen besonders gefährlich werden könnte, erläutert die Stadt den Ortsbeiräten anhand einer neuen Karte. In der Innenstadt könnte der Theatertunnel sowie Gebiete am Main mit einem Gefälle zur Gefahr werden.

Seit der Flutkatastrophe im Ahrtal sind auch die Frankfurter mehr denn je vor Starkregen gewarnt. Doch wie erkennt man, wo es wirklich gefährlich wird? Auf den bearbeiteten Stadtplänen sind vor allem Gebiete westlich der Berliner Straße und im nordwestlichen Gallus als potenzielle Starkregengebiete markiert. Die Karte wurde am Dienstagabend bei der Sitzung des Ortsbeirates 1 vorgestellt, der für die Innenstadt zuständig ist.

„Man sollte im Ernstfall tiefliegende Gebiete meiden, keine überfluteten Kellerräume, Garagen oder Ähnliches betreten“, betonte Linda Malessa, Projektleiterin für die Starkregenkarten im Umweltamt. Zu einer echten Gefahrenstelle könne sich die Einfahrt in den Theatertunnel entwickeln. „Dort fließt das Wasser hinab“, erklärte Malessa.

Ebenso wie im Gebiet um die Wallauer Straße im nordwestlichen Gallus, wo in größerer Entfernung zum Main eine Senke für ein ähnliches Gefälle sorge. Nachträgliche Entsiegelung und Begrünung, wie an einigen Stellen im Innenstadtgebiet vorgesehen, seien hier wichtig, um weitere Flächen zur Versickerung des ablaufenden Wassers zu schaffen.

Als im Oktober die neuen Starkregengefahrenkarten veröffentlicht wurden, gab es in Folge der Flut im Ahrtal viele Nachfragen besorgter Bürger:innen und Hausbesitzer:innen. Da man sich des Problems in Frankfurt aber schon längere Zeit bewusst sei, habe das Umweltamt die Karten bereits 2017 in Auftrag gegeben und stelle sie nun in den Ortsbeiräten vor, sagte Malessa.

Nach den Erhebungen des Deutschen Wetterdienstes für einen Zeitraum zwischen 1950 und 2017 wurden den Studien drei mögliche Szenarien zugrundegelegt: Eine bisher statistisch seltene Niederschlagsintensität von 45,6 Litern pro Stunde und Quadratmeter alle 30 Jahre, eine außergewöhnliche Intensität von 56 Litern pro Stunde alle 100 Jahre und eine extreme Intensität von 96 Litern in noch größeren Zeitabständen.

Berücksichtigt wurden für das Simulationsmodell Gebäudeumrisse, Unterführungen, Oberflächennutzung sowie Gewässerverläufe. Zu beachten sei jedoch, dass bei einem Starkregenereignis auch dort Wasser stehen oder fließen kann, wo keine Überflutungstiefe in den Karten dargestellt ist.

Bei der Simulation wurden Main, Nidda und Stehgewässer sowie Werksgelände von Industrieparks und der Flughafen nicht beachtet. Mietern und Vermietern gab Malessa den Rat, Gebäude vor durch Fenster eindringendes Flutwasser zu schützen, Rückstausicherungen gegen Schmutzwasserleitungen zu installieren, Regen- und Abflussrinnen sauberzuhalten und wertvolle Gegenstände nur in oberen Stockwerken zu lagern.

www.frankfurt.de/starkregen

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