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Taubenschläge in der Innenstadt vor dem Aus

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Gudrun Stürmer vom Stadttaubenprojekt Frankfurt tauscht Taubeneier gegen Attrappen aus.
Gudrun Stürmer vom Stadttaubenprojekt Frankfurt tauscht Taubeneier gegen Attrappen aus. © Rolf Oeser

Stadttaubenprojekt will Vogelhäuser auf den Parkhäusern am Gericht und an der Hauptwache erhalten. Die Grünen im Ortsbeirat setzen sich dafür ein, dass weitere Behausungen für die Tiere geschaffen werden.

Die Taubenhäuser auf den Parkhäusern am Gericht und an der Hauptwache stehen vor dem Aus. Die Eigentümerin der Gebäude, die Frankfurter Aufbau AG (FAAG), einer Tochter der ABG Holding, hat Kündigungen ausgesprochen. Ende Januar soll der Verein Stadttaubenprojekt, der die Schläge unterhält, die Behausungen abbauen.

Diese befänden sich in einem „unhaltbaren hygienischen Zustand“, sagt ABG-Geschäftsführer Frank Junker. Sämtliche Lüftungsanlagen und Kabelbrücken seien „zentimeterdick mit Taubenkot“ verdreckt. Die Mitarbeiter:innen der Wartungsfirmen weigerten sich inzwischen, dort zu arbeiten. Junker ist überzeugt, dass die Taubenhäuser nicht gepflegt werden. Die Zustände in beiden Gebäuden währten bereits seit Monaten. Im Parkhaus Hauptwache sei es besonders schlimm. Eine Überwachungskamera habe einen Autofahrer gefilmt, der auf das oberste Parkdeck Taubenfutter schippe. Ein weiterer Grund für die Kündigung sei, dass die FAAG die Flächen für Photovoltaikanlagen benötige.

Als „Katastrophe“ bezeichnet Gudrun Stürmer die Kündigung. Schon jetzt gebe es in der Innenstadt zu wenige Taubenschläge, nötig seien mindestens sechs bis sieben. Da es nur die beiden gebe, konzentrierten sich dort die Tiere. Stürmer geht nicht davon aus, dass es künftig weniger werden, nur weil die Bleiben demontiert werden. „Tauben sind sehr standorttreu, die kommen auch Monate später noch.“

Mit den Taubenhäusern beschäftigt sich auch der Ortsbeirat 1 in seiner kommenden Sitzung. Die Grünen fordern, dass die beiden Taubenhäuser erhalten und weitere errichten werden. Sollten die Kündigungen nicht zurück genommen werden, soll der Magistrat sicherstellen, dass vor dem Rückbau neue Standorte gefunden werden. In der Innenstadt gebe es bereits jetzt zu wenige Taubenhäuser, heißt es in der Begründung. Diese könnten in der Regel von etwa 300 Tieren bewohnt werden. Am Gericht und an der Hauptwache seien von etwa „2000 Stadttauben völlig überrannt“. Es müssen daher mehr statt weniger Taubenhäuser aufgestellt werden. Das führe zu mehr Sauberkeit für Mensch und Tier und zu mehr Akzeptanz der Tauben in der Stadt.

Der Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) tagt am Dienstag, 6. Dezember, 19 Uhr, im Saalbau Gallus, Frankenallee 111. Vertreter:innen des Grünflächenamtes sind zu Gast. Sie stellen den Entwurf zur Weiterentwicklung des Rathenauplatzes, des Goetheplatzes und des Roßmarktes vor.

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