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Schöner Flanieren in der Töngesgasse

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Von: Boris Schlepper

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Für Stadtrat Majer gehört die Töngesgasse zu den charmantesten Straßen in der Innenstadt.
Für Stadtrat Majer gehört die Töngesgasse zu den charmantesten Straßen in der Innenstadt. © Peter Jülich

Die Stadt will den Fuß- und Radverkehr attraktiver machen. Dafür plant sie eine Reihe von Projekten, über die Mobilitätsdezernent Stefan Majer und Mitarbeiter im Ortsbeirat 1 informierten.

Mehr Grün, weniger Parkplätze, bessere Radwege und zusätzliche Flächen für die Außengastronomie und E-Scooter: Die Stadt will die Töngesgasse aufwerten. Erste Entwürfe stellte Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) zusammen mit zwei Mitarbeitern in der Sitzung des Ortsbeirats 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) am Dienstagabend vor. Es war eines von mehreren für den Ortsbezirk geplanten Vorhaben, mit dem die Stadt das Fahrradfahren und Flanieren attraktiver machen will.

Stefan Lüdecke von der Stabsstelle Radverkehr präsentierte eine „Fülle an Maßnahmen“. Zu den größeren Projekten gehört die Umgestaltung der Frankenallee in eine fahrradfreundliche Nebenstraße. Dafür will die Stadt zusammen mit dem Ortsbeirat Ideen entwickeln. Zweiter Schritt sei die Bürgerbeteiligung. Momentan sei eine Machbarkeitsstudie in Arbeit, wie dort die Radschnellverbindung Frankfurt-Wiesbaden gestaltet werden kann. Überlegt werde auch, die Frankenallee am Güterplatz nach den Arbeiten an der U-Bahn nicht wieder komplett für den motorisierten Verkehr zu öffnen. Stattdessen könne dort mehr Grün entstehen, sagte Lüdecke, wofür er spontan Applaus erntete.

Weitere Radstrecken seien etwa an der Baseler Straße vom Hauptbahnhof zum Main in Vorbereitung. Im dritten Quartal wolle die Stadt dann mit den Arbeiten für einen Radweg auf der Lange Straße beginnen, für den eine Fahrspur wegfallen müsse, so Lüdecke. „Furchtbar kompliziert“ sei die Situation in der Speicherstraße am Westhafenplatz, wo eine „bessere Lösung“ für den Fuß- und Radverkehr gesucht werde. Pläne gebe es zudem für die Galluswarte, wo die VGF die Haltestelle verlängere.

Um die Situation in der Innenstadt für den Fuß-und Radverkehr zu verbessern, hat die Stadt sich eine blockweise Planung überlegt, erläuterte Ingmar Bolle vom Straßenverkehrsamt. Zunächst soll in den beiden Blöcken zwischen Neuer Mainzer und Kurt-Schumacher-Straße sowie zwischen Zeil und Berliner Straße Tempo 20 eingeführt werden. Geplant sei, den Durchgangsverkehr zu verhindern und die Strecke für „Poser“ unattraktiv zu machen. Die Situation für den Lieferverkehr und die Zufahrten zu den Parkhäusern sollen dagegen verbessert werden. Dafür ist laut Bolle eine Diagonalsperre am Stoltzeplatz geplant, so dass von der Katharinenpforte nach Süden und der Straße Kornmarkt nach Norden jeweils nur noch nach links abgebogen werden kann.

Tempo 20 soll känftig auch in der Töngesgasse herrschen, die laut Stadtrat Majer zu den „charmantesten Straßen in der Innenstadt“ gehöre – „viel charmanter als die Zeil“. Die Stadt will die Straße aufwerten; auf der nördlichen Seite etwa sollen Parkplätze für Grün aufgegeben werden. Auch seien Lieferzonen und Behindertenparkplätze vorgesehen.

Sibylle Zolles von der Interessengemeinschaft Töngesgasse lobte das Vorhaben, doch dürften nicht alle Parkplätze wegfallen. Majer hielt entgegen, dass ein Auto, was stundenlang stehe, nichts zum Umsatz beitrage; eine attraktivere Straße aber schon. Details sollen unter anderem in der kommenden Woche mit den Geschäftsleuten vor Ort besprochen werden.

Kritik gab es auch an der Planung, die Zufahrt an der Konstablerwache in die Ostzeil zu schließen. Die Stadt geht davon aus, dass so der Rückstau an der Battonnstraße in die Kurt-Schumacher-Straße reduziert werden kann, sagte Bolle. Der Rückstau komme durch die einspurige Verkehrsführung auf der Kurt-Schumacher-Straße und die Ampelschaltung an der Battonnstraße, kritisierte FDP-Stadtverordnete Uwe Schulz. Deshalb sei auch zunächst nicht geplant, etwas baulich zu verändern, so Majer, sondern kurzfristig ohne große Kosten, was bei Bedarf verbessert werden könne.

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