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Kraftfahrzeuge werden ab August 2019 vom Mainkai zwischen Untermainbrücke und Alter Brücke verbannt - zunächst testweise für ein gutes Jahr.

Diskussion

Frankfurts Mainkai gehört bald den Radlern - zumindest ein Jahr lang 

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Am Frankfurter Mainkai entstehen neue Radwege und Fahrradplätze. Ab August soll ein Abschnitt für Fahrradfahrer reserviert sein. 

Von der Untermainbrücke bis zur Alten Brücke soll das Mainufer künftig den Radfahrern gehören – zumindest ein Jahr lang. Ab August soll der Abschnitt auf der Innenstadtseite des Mains 13 Monate lang probeweise für Kraftfahrzeuge gesperrt werden.

Mit dem Verkehrsversuch will die Stadt schauen, wie Fußgänger und Radfahrer den Mainkai unter einer solchen Regelung nutzen, aber auch wie groß die Folgen des Ausweichverkehrs sind.

Wenn das Projekt erfolgreich ist, könnte der Abschnitt zukünftig auch auf Dauer kraftfahrzeugfrei bleiben: Auf der VELO Frankfurt diskutierten am Samstag Vertreter der Stadt, des ADFC und des Radentscheids über diesen Verkehrsversuch und darüber, wie sich Frankfurt angesichts des steigenden Interesses am Radfahren anpassen muss.

Mainkai Frankfurt: Neue Radwege und mehr Fahrradplätze 

Joachim Hochstein, Leiter des Radfahrbüros der Stadt Frankfurt, spricht zu Beginn der Podiumsdiskussion von großen Veränderungen in der Fahrradinfrastruktur, die sich ergeben werden, wenn sich in den nächsten Jahren auch das politische Klima weiter verschiebt. Diesen Trend sehe man schon heute zum Beispiel an dem Mainkai-Projekt, aber auch an dem Frankfurter Radentscheid, der vor kurzem 40.000 Unterschriften von Frankfurter Radfahrenden einsammeln konnte.

Auch Rebecca Faller und Beatrix Baltabol, Vertreterinnen des Radentscheids Frankfurt, sind Teil der Diskussionsrunde. Die Forderungen des Entscheids beinhalten unter anderem neue Radwege und Radschnellstraßen sowie mehr Fahrradstellplätze und staatliche Kampagnen zu den Vorteilen des Radfahrens. Obwohl der Radentscheid weit mehr als die benötigten 15.000 Unterschriften einholte, scheiterte die Durchsetzung bislang an formalen Kriterien.

Frankfurt wäre ideal für Fahrradfahrer, auch am Mainkai

Trotzdem habe der Entscheid viel bewegt, so Bertram Giebeler, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Frankfurt. „Es wird jetzt über Sachen diskutiert, über die wurde vor einigen Jahren noch nicht einmal nachgedacht.“ Doch es müsse noch viel passieren: „Das Radfahren muss so normal werden, wie das Zähneputzen am Morgen“, sagt er.

„Frankfurt wäre die absolut ideale Fahrradfahrer-Stadt“, ist sich Baltabol sicher. Sie wünscht sich, dass sich der Autoverkehr in den kommenden Jahren reduziert und die Ressourcen der Stadt zwischen Autofahrern und Radfahrern fairer aufgeteilt wird. „Überdenken Sie ihr eigenes Mobilitätsverhalten. Lassen Sie das Auto mal zu Hause stehen“, appelliert sie ans Publikum. Und wer schon Rad fährt? „Unbedingt weitermachen!“

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