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Über die temporäre Sperrung des Mainkais hat der Ortsbeirat 1 viel diskutiert.
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Über die temporäre Sperrung des Mainkais hat der Ortsbeirat 1 viel diskutiert.

Kommunalwahl in Frankfurt

Kommunalwahl in Frankfurt: Der Ortsbeirat 1 wird bunter und weiblicher

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
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Im Stadtteilparlament, das für die Altstadt, das Bahnhofsgebiet, Gallus, Gutleut und die Innenstadt zuständig ist, sind künftig mehr Fraktionen vertreten. Die Nachfolge für den noch amtierenden Ortsvorsteher Oliver Strank ist noch unklar.

Der Ortsbeirat 1 wird bunter und weiblicher. Neun Fraktionen und Wählergruppen werden künftig in dem Stadtteilgremium vertreten sein, das sich um die Belange der rund 63 000 Einwohner:innen in Altstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut und Innenstadt kümmert. Insgesamt zehn der 19 Mandate werden von Frauen besetzt sein.

Das freut Petra Thomsen, die mit den Grünen die meisten Stimmen holen konnte. Ihre Fraktion ist vom dritten auf den ersten Platz geklettert. Mit dem Konzept „Stadt am Main“ hätten sich die Grünen früh positioniert, sagt die Spitzenkandidatin. Darin wird etwa gefordert, dass der Mainkai nicht gesperrt werden kann, ohne Sachsenhausen zu berücksichtigen.

Kommunalwahl in Frankfurt: Grünen-Online-Angebot zur „Belebung der Innenstadt“

In Zeiten des Lockdowns habe die Fraktion zudem mit dem Online-Angebot „Grün hört zu“ punkten können, sagt Petra Thomsen. Zusammen mit Experten sei etwa über die Drogenproblematik und die öffentliche Sicherheit im Bahnhofsviertel gesprochen worden, über die queere Szene und den Bildungscampus Gallus. „Das kam sehr gut an.“ Die Grünen hätten gezeigt, dass sie ein großes Know-how im Ortsbezirk haben. Daher soll das Format fortgesetzt werden, etwa zum Thema „Belebung der Innenstadt“.

Der Erfolg der Grünen geht zu Lasten der SPD. Für sie sei es sehr enttäuschend, vom ersten auf den dritten Platz gefallen zu sein, sagt Clemens Schubert, der künftig die Fraktion führen will. „Wir haben mehr Verluste als auf Stadtebene.“ Die SPD habe es nicht geschafft, viele Wähler:innen für sich zu mobilisieren. Noch habe seine Fraktion das Ergebnis nicht analysiert, sagt Schubert. Die temporäre Mainkaisperrung hat seiner Ansicht nach nicht dazu geführt, dass die SPD acht Prozentpunkte verloren hat. Schließlich gebe es inzwischen eine breite Mehrheit für das Projekt. Auch an SPD-Ortsvorsteher Oliver Strank habe es nicht gelegen. Dieser sei zwar im Laufe der Wahlperiode zu einer „umstrittenen und polarisierenden Person geworden“. Doch habe er ja nicht mehr auf dem Stimmzettel für den Ortsbeirat gestanden.

Frankfurter Kommunalwahl-Ergebnis: Bitterer Verlust für die CDU im Ortsbeirat 1

Auch für die CDU sei der Verlust bitter, sagt Spitzenkandidat Michael Weber. Seine Fraktion habe es nur knapp verpasst, vier Mandate zu holen. „Wir hatten mehr erhofft.“ Schließlich habe die CDU viele Anträge gestellt, die umgesetzt worden seien, „es lag nicht an unserer Arbeit“. Es sei aber zu einfach, die Schuld nur auf die Bundespolitik zu schieben. Die Grünen hätten den besseren Wahlkampf gemacht, räumt Weber ein. Sie hätten mehr Präsenz gezeigt; auch digital sei die CDU weniger aktiv gewesen. Dabei habe sich die Union auch für grüne Themen wie Umweltschutz und Klima stark gemacht, etwa für mehr Bäume und Insektenwiesen im Bahnhofsviertel. Doch ordneten die Wähler:innen diese Themen den Grünen zu, „obwohl uns das auch wichtig ist“. Die FDP hat mehr als drei Prozentpunkte gewinnen können. Glücklich ist Spitzenkandidat Stephan Korte dennoch nicht. „Wir wollten drei Mandate.“ Dass sie fast die SPD eingeholt haben, freue ihn jedoch. Viele Stimmen hätten die Liberalen im Europaviertel erhalten. Dort hätten sie sich für die Fertigstellung des Europagartens und die Grundschule eingesetzt, so Korte. Auch setze sich die FDP in der Verkehrspolitik für den Individualverkehr ein.

Wer künftig die Ortsvorsteherin oder den Ortsvorsteher stellt, müssen die Fraktionen noch klären. Es gebe keinen Automatismus, das die stärkste Fraktion das Amt besetze, sagt Sozialdemokrat Schubert. Er plädiere für „eine gemeinsame Lösung.“ So sieht es auch Christdemokrat Weber, der derzeitige Vize-Ortsvorsteher. Die neue Wahlperiode dürfe nicht mit einer Kampfkandidatur beginnen. Die Grünen hätten ein Vorrecht, er könnte aber auch den Posten übernehmen. Die FDP präferiere einen Kandidaten oder eine Kandidatin, der oder die bereits über Erfahrung im Gremium verfüge, sagt Stephan Korte. Das wäre bei Petra Thomsen nicht der Fall. Sie möchte das Amt antreten, will dazu aber noch Gespräche mit den anderen Fraktionen führen.

Kommunalwahl in Frankfurt: Viele Parteien punkten in Altstadt, Bahnhofsgebiet, Gallus, Gutleut und Innenstadt

Von diesen gibt es in der neuen Wahlperiode mehr als bisher. Das sei spannend, sagt die Grünen-Spitzenkandidatin. Leichter werde die Arbeit dadurch aber nicht. Das glaubt auch Weber, der mit „endlosen Diskussionen“ rechnet: Dafür könnte unter anderen „Die Partei“ sorgen, die erneut ein Mandat erhalten hat, ebenso Ökolinx – beide konnten ähnliche Ergebnisse erzielen wie 2016. Stark verloren hat die BFF, die auf 2,8 gefallen ist – aber einen Sitz im Gremium hat.

Neu in den Ortsbeirat zieht die Voltpartei. Lennard Everwien führt den Erfolg vor allem auf den Wahlkampf zurück. Trotz Corona seien die Teams auf den Straßen präsent gewesen. Stadtweit hätten sie eigenhändig 20 000 Postkarten verteilt: „Wir hatten nur ein kleines Budget“. Inhaltlich hätten Everwiens Ansicht nach viele das Best-Practice-Prinzip von Volt überzeugt. Dabei wird geschaut, was in anderen Städten gut funktioniert und wie das vor Ort übertragen werden kann.

Weitere Informationen zu den Themen des Ortsbeirats 1 finden Sie im Internet unter fr.de/obr1. Die Serie zu den Ortsbeiräten gibt es unter: fr.de/obr-wahl

Kommunalwahlergebnisse im Ortsbeirat 4.
Petra Thomsen ist Spitzenkandidatin der Grünen.
Michael Weber ist Spitzenkandidat der CDU im Ortsbeirat 1.
Tanja Pösl ist Spitzenkandidatin der SPD.
Stephan Korte ist Spitzenkandidat der FDP im Ortsbeirat 1.
Angela Kilian ist Spitzenkandidatin der Linken.
Lennard Everwien ist Spitzenkandidat der Volt-Partei für den Ortsbeirat.
Maximilian Klöckner ist Spitzenkandidat der Satirepartei „Die Partei.
Hanna Große Vorholt ist Spitzenkandidatin von Ökolinx im Ortsbeirat 1.
Andreas Eberbach, Spitzenkandidat der Bürger für Frankfurt (BFF), für den OBR 1.

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