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Ortsbeirat für Hoffmann-Brücke

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Die Zustimmung des Gremiums trifft auf Sachsenhäuser Seite aber nicht auf Gegenliebe.

Die Untermainbrücke soll nach Hilmar Hoffmann benannt werden. Das fordert der Ortsbeirat 1. Die Benennung nach dem langjährigen Frankfurter Kulturdezernenten würde ihm ein würdiges Denkmal setzen, heißt es in dem Antrag der SPD, dem in der Sitzung am Dienstag mehrheitlich zugestimmt wurde. Hoffmann war vor fast einem Jahr im Alter von 92 Jahren gestorben. Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) hatte Anfang des Jahres die Ehrung vorgeschlagen.

Götz Wörner, Gründer des Vereins „Kultur für alle“, unterstützt die Umbenennung. Der Name der Initiative repräsentiert eine Forderung Hoffmanns, sagt er in der Sitzung. Ohne ihn gebe es die Ballung der Museen am Schaumainkai nicht. Er habe auch die Freien Theater und Bürgerhäuser gefördert. Da sei es passend, dass die Brücke vom Schauspiel zum Museumsufer führe. Er habe bereits mit Hoffmanns Kindern Kontakt gehabt. Die hätten der Ehrung zugestimmt. In den 70er Jahren hatte die Familie zudem in der Nähe der Brücke gewohnt, dort, wo heute das Jüdische Museum sei.

Antje Arold-Hahn, Kinderbeauftragte des Gallus, findet die Benennung einer Brücke besonders gerechtfertigt. „Er war ein Brückenbauer.“ Sie habe als Amtsjuristin eng mit Hoffmann zusammengearbeitet. Als Kulturdezernent habe er Frankfurt sehr verändert und zu einer der spannendsten Kulturstädte gemacht.

Der Titel „Brückenbauer“ passe auch in der Hinsicht, dass Hoffmann versucht habe, Kunst und Kultur möglichst allen Menschen zugänglich zu machen. Auch das kommunale Kino und das Kindermuseum gingen auf ihn zurück. Als Präsident des Goetheinstituts schlug er darüber hinaus Brücken im europäischen Kulturraum.

Änderung erst nach Jahren

Während seines Schaffens als Kulturdezernent (1970-1990) seien 15 neue Museen entstanden, heißt es in dem SPD-Antrag. Der Sozialdemokrat förderte das kommunale Kino, die Stadtteilbibliotheken und steckte sein Herzblut in den Wiederaufbau der Alten Oper.

Die CDU lehnt den Antrag ab. Eine Regelung sehe vor, dass eine Umbennenung erst drei Jahre nach dem Tod einer Persönlichkeit möglich sei, bemängelt Michael Weber. Ausnahmen seien möglich, entgegnet Strank.

Nun muss auch der Ortsbeirat 5 der Umbenennung der Brücke, die nach Sachsenhausen führt, zustimmen. Der habe sich noch nicht besprochen, sagt Ortsvorsteher Christian Becker (CDU). Hoffmann habe Herausragendes für die Stadt geleistet, trotzdem sei er gegen die Änderung. Er halte generell wenig davon, Straßen und Plätze, die bereits einen Namen haben, umzubenennen, so Becker.

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