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Dicht an dicht stehen die Hochhäuser an der Neuen Mainzer Straße im Bankenviertel jetzt schon.

Stadtentwicklung

Neuer Hochhausplan für Frankfurt in Arbeit

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In der Innenstadt und an der Messe entstehen derzeit neue Büro- und Wohntürme. Dabei wird es jedoch nicht bleiben. 

An der Messe nähert sich der Grand Tower, der Deutschlands höchster Wohnturm wird, der Fertigstellung. Ganz in der Nähe haben die Arbeiten am „One“ und am „The Spin“, zwei Hybriden aus Büro- und Hotelhochhaus sowie dem Wohnturm „Eden“ begonnen. Ein Hotel- und Wohnhochhaus namens „One Forty West“ wächst bereits in die Höhe. In der Innenstadt laufen derzeit sogar Arbeiten an sieben neuen Hochhäusern, dreien an der Stiftstraße, vieren auf dem früheren Deutsche-Bank-Areal.

An 16 möglichen Standorten, die der 2000 aufgestellte und 2008 zum ersten Mal fortgeschriebene Hochhausentwicklungsplan benennt, können, wie aus der Antwort auf eine Anfrage der Linken im Römer hervorgeht, noch Hochhäuser errichtet werden. Darunter sind zum Beispiel eine Fläche südlich des Hauptbahnhofs, auf der ein 180 Meter hoher Turm entstehen dürfte, und ein Areal in Nähe des Tower 185 an der Messe, auf dem einmal der bis zu 365 Meter hohe „Millennium-Tower“ entstehen sollte.

Frankfurt: Neue Standorte für Hochhäuser kommen

Im Planungsdezernat der Stadt aber ist man bereits dabei, eine Fortschreibung des Hochhausentwicklungsplans vorzubereiten, der neue Standorte benennen wird, an denen Türme entstehen können. Bisher setzt die Stadt auf sogenannte Hochhauspulks, nennt also Flächen, in denen jeweils mehrere Türme über 60 Meter entstehen können. Alleinstehende Hochhäuser sollen die absolute Ausnahme sein.

Der neue Rahmenplan soll dem Dezernat nach aber auch klar machen, wo selbst Hochhäuser unter 60 Meter nicht entstehen dürfen. Das sei nötig, um die „Stadtsilhouette zu beruhigen“ und bestimmte Standorte und Stadtteile vor Bodenspekulation schützen, heißt es in der Antwort auf die Anfrage der Linken.

Rechtlich verbindlich ist dieser Plan allerdings nicht. So sind in den vergangenen Jahren auch immer wieder Hochhäuser in Frankfurt errichtet worden, die nicht in dem Rahmenplan vorgesehen waren. Obwohl sie nicht im 2008er-Plan vorkamen, erlaubte die Stadt etwa den Bau der Europäischen Zentralbank, der Wohnhochhäuser Henninger Turm und „Eden“ sowie der Bürohochhäuser T8 und Alpha Rotex. Der Büroturm „Nextower“ an der Hauptwache und der angrenzende Hotelturm „Jumeirah“ wurden gebaut, obwohl sie nicht im 2000er-Plan auftauchten.

Bis der neue Rahmenplan in Kraft tritt, wird es noch mindestens zwei Jahre dauern. Das Planungsdezernat nennt als Ziel, dass der Magistrat die Fortschreibung im Jahr 2021 den Stadtverordneten vorlegt. In der Verwaltung haben die ersten Arbeiten an dem Papier begonnen. Intern mache man sich bereits Gedanken über mögliche neue Standorte, sagt der Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), Mark Gellert, auf Anfrage. Vor zwei Wochen habe es Symposien mit Architekten und Stadtplanern und mit Vertretern der Immobilienwirtschaft gegeben, bei denen Anregungen gesammelt wurden. Eine erste öffentliche Veranstaltung zum Hochhausrahmenplan werde es noch dieses Jahr geben.

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