+
Sven Fäth legt 2013 beim World Music Dome im Stadion auf.

Techno-Museum

Techno-Museum: Das Momem steht auf der Kippe

  • schließen

CDU und Grüne im Römer verweigern den Machern des geplanten Techno-Museums an der Hauptwache die Anschubfinanzierung.

Es ist ein weltweit beachtetes Projekt: das Museum of Modern Electronic Music, kurz Momem, das an der Frankfurter Hauptwache entstehen soll. Weltweit beachtet, weil es das erste Techno-Museum wäre, einzigartig, weil es die Frankfurter Geschichte betonte. Lange bevor die Club-Szene nach Berlin zog, war Frankfurt in den 90ern mit dem Dorian Gray im Flughafen oder dem Omen im Parkhaus Junghofstraße 14 die Hauptstadt des deutschen Techno. Szenegrößen wie Sven Väth, Talla 2XLC, Marc Spoon und viele weitere legten hier auf.

Das Momem in der Station Hauptwache mitten in der Frankfurter Innenstadt will nicht nur ein nostalgisches Techno-Museum sein, mit Erinnerungsstücken aus der damaligen Zeit, sondern ein Kulturzentrum, das Workshops, Vorträge, Veranstaltungen anbietet. Das Museum soll auch das kahle Loch, den Eingang zur Bahnstation, verschönern. Auf 800 Quadratmetern Fläche wollen die Macher rund um Alex Azary, dem Vorsitzenden der Friends of Momem, den Betrieb organisieren, in den Räumen des früheren Kindermuseums. Die Stadt hat ihnen freie Miete zugesagt.

Das Momem braucht eine Anschubfinanzierung in Höhe von 500 000 Euro

„Wir sind in guten Gesprächen und hoffen, dass wir noch in diesem Monat eine Einigung erzielen“, sagt Alex Azary. Nach der Einigung beginne der Umbau der Räume, das Einrichten der Ausstellungsarchitektur. Das Pre-Opening, das für September geplant war, werde sich wegen der andauernden Verhandlungen wohl bis Jahresende verschieben, die Eröffnung wäre dann im nächsten Jahr. Genaueres will er nach der Einigung bekannt geben.

Das könnte Sie auch interessieren: Frankfurt wartet auf das Museum für moderne elektronische Musik

Doch nun ist ein neues Problem aufgetaucht, das mit der Finanzierung zu tun hat. „Wir haben jetzt erst erfahren, dass das Momem eine Anschubfinanzierung in Höhe von 500 000 Euro haben will“, sagt Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion. Eine halbe Million Euro sei eine Menge Geld, gerade auch, weil die Stadt schon die Mietfreiheit zugesagt habe. Die CDU habe zwar unter dem früheren Kulturdezernenten Felix Semmelroth (CDU) das Momem mitgetragen. Aber eine Anschubfinanzierung in dieser Höhe trage sie nicht mehr mit. „Wir haben in der Fraktion dagegen gestimmt“, sagt Dürbeck, und lässt einen Vorwurf durchblicken. „Das Momem hätte diese Summe von Anfang an kommunizieren sollen.“

Auch interessant: U60311 soll kein Teil des Momem in Frankfurt werden - Nutzung laut Stadt nicht möglich

Entscheidung zum Momen fällt nach den Sommerferien

Die Grünen im Römer verträten dieselbe Position, sagt Dürbeck, sie lehnten die Anschubfinanzierung ebenfalls ab. Sebastian Popp, der Fraktionschef der Grünen, war am Wochenende für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. „Die Frage der Anschubfinanzierung ist nicht neu“, sagt hingegen Alex Azary.

Jana Kremin, die Sprecherin von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), erinnerte an die Beschlusslage: „Das Museum kann die ehemaligen Räume des Kindermuseums an der Hauptwache beziehen und die Stadt Frankfurt stellt diese Räume für die Zwischennutzung mietfrei bereit.“ Die Römer-Koalition verhandele derzeit über die Anschubfinanzierung für das private Museum. Mit einer Entscheidung sei vermutlich erst nach den Sommerferien zu rechnen, sagte sie.

Von Florian Leclerc

Noch immer wurde das Momem in Frankfurt nicht eröffnet. Denn die Stadt hat die Finanzierung noch nicht freigegeben. Das sorgt für große Probleme bei der Planung. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare