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Mehr Ruhe für die Schillerstraße

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Von: Boris Schlepper

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Immer freitags lockt der Schillermarkt Hunderte von Menschen in die Schillerstraße.
Immer freitags lockt der Schillermarkt Hunderte von Menschen in die Schillerstraße. © Christoph Boeckheler

Die Aktionsgemeinschaft Schillerstraße – Eschenheimer Turm Aktiv lehnt die Pläne des Ortsbeirats 1 ab, die komplette Schillerstraße in eine Fußgängerzone umzuwandelnd. Die Kundschaft sei auf Parkplätze angewiesen, sagen die Gewerbetreibenden.

Auf der Schillerstraße soll es ruhiger und grüner werden. Der Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, auch den oberen Abschnitt der Straße in eine Fußgängerzone umzuwandeln – zwischen Rahmhofstraße und Eschenheimer Turm. Einen entsprechenden Antrag der Grünen brachte das Stadtteilgremium in seiner jüngsten Sitzung auf den Weg.

Geht es nach dem Willen des Ortsbeirats, soll auf dem Stück analog zum Abschnitt gen Hauptwache nicht nur die Beschilderung geändert werden. Vorgesehen ist, dass die Parkplätze auf beiden Seiten der Schillerstraße entfallen. Geschäfte und Gastronomie sollen nur noch zu eingeschränkten Zeiten beliefert werden dürfen – wie auch bereits im unteren Bereich. Vier Stellen wollen die Stadtteilpolitiker:innen entsiegeln und intensiv begrünen lassen, „um die Aufenthaltsqualitätqualität zu erhöhen, im Sommer zu kühlen und Regenversickerung zu ermöglichen“, sagt Antragssteller Alexander Mitsch (Grüne).

Zusätzlich regt das Gremium an, eine große Anzahl an Fahrradbügeln montieren zu lassen. Vor alle am Eschenheimer Tor und an der Rahmhofstraße, „damit radfahrende Kund:innen des Wochenmarktes und der Geschäfte ihr Fahrrad sicher und bequem parken und abschließen können“, heißt es in der Vorlage. Platz soll es auch für Lastenräder geben.

Dass die Schillerstraße bereits verkehrsberuhigt ist, zeichne sich derzeit vor allem durch „besonders viel ruhenden und fahrenden Auto-Verkehr aus“, erläutert Mitsch. Auf beiden Straßenseiten sei Parken und Halten erlaubt. Ein „verwirrender Schilderwald“ solle den Verkehr während Tag- und Nachtzeiten sowie an Markttagen regeln. „Tatsächlich ist jedoch alles ständig zugeparkt“, so Mitsch. Polizei und Ordnungsdienste indes seien unterbesetzt und überfordert.

Eine Erweiterung der Fußgängerzone auf der Schillerstraße erhöhe die Verkehrssicherheit und schaffe eine „deutlich bessere Aufenthaltsqualität“. Auch könnten Sommergärten auf den bisherigen Parkplätzen entstehen. Nicht zuletzt komme die Änderung dem Markt und dem Gewerbe zu Gute, heißt es im Grünen-Antrag.

Doch das sehen Gewerbetreibende der Schillerstraße anders, sagt der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Schillerstraße – Eschenheimer Turm Aktiv, Andreas Bovet. Als sie von dem Antrag hörten, hätten alle die Hände über den Köpfen zusammengeschlagen. Setze die Stadt die Pläne des Ortsbeirats um, wäre das eine „Katastrophe für die Straße“. Die Stadtteilpolitiker und -politikerinnen seien „völlig weltfremd“ und trieben immer mehr Menschen dazu, übers Internet einzukaufen.

Die rund 40 Geschäfte seien angewiesen auf die Parkplätze, sagt Bovet, der dort das Geschäft Betten-Raab seit Mitte der 90er-Jahre betreibt. Viele der Kundinnen und Kunden kämen von außerhalb Frankfurts. „Die fahren rein, holen ihre Sachen ab, die sie oft vorbestellt haben – das sind keine Dauerparker.“ Die Besucher:innen könnten nicht auf Parkhäuser oder den ÖPNV verwiesen werden. „Keiner trägt eine große Daunendecke durchs Parkhaus oder eine dicke Winterjacke in der U-Bahn.“

Auch gebe es auf der Schillerstraße keinen Durchgangsverkehr wie auf dem Oeder Weg oder der Schweizer Straße, so Bovet. Folglich bestehe auch keine Gefährdung für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind.

Aus dem Ortsbeirat habe sich niemand bei ihm gemeldet, bedauert der Vorsitzende des Gewerbevereins. Er habe das Stadtteilparlament jedoch selbst angeschrieben, „dass wir das nicht wollen“. Eine Antwort habe er bisher nicht erhalten.

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