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Mehr Grün für die Plätze in der Innenstadt

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Von: Boris Schlepper

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Der Rathenauplatz soll durch zusätzliche Hochbeete aufgewertet werden. Möglich ist auch eine Beschattung.
Der Rathenauplatz soll durch zusätzliche Hochbeete aufgewertet werden. Möglich ist auch eine Beschattung. © Grünflächenamt Stadt Frankfurt

Die Stadt will den Roßmarkt, Rathenau- und Goetheplatz lebenswerter umgestalten. Wegen zahlreicher Leitungen im Boden gibt es nicht viele Optionen.

Mehr Pflanzen, Sitzgelegenheiten und Schatten: Die Innenstadt soll grüner, lebenswerter und klimagerechter werden. Die Stadt möchte in den kommenden Jahren Roßmarkt, Rathenau- und den Goetheplatz umgestalten. Die Pläne dafür stellten Vertreter:innen des Grünflächenamts in der Sitzung des Ortsbeirats 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) am Dienstagabend vor.

Dass die drei Plätze nicht optimal sind, sei schon lange bekannt, sagte Iris Eckstein vom Grünflächenamt. Sie alle böten zu wenig Aufenthaltsqualität und heizten sich in den Sommermonaten stark auf. Auch fehlten Sitzgelegenheiten. Bereits 2013 habe es eine Konzeptstudie zur Begrünung gegeben, eine erste Gestaltung habe die Stadt drei Jahre später beschlossen.

Die Pläne seien durch den Klimawandel bedingt im Laufe der Jahre mehrfach nachgebessert worden. Auch habe sich das Projekt verzögert, da Sachbearbeiter:innen wechselten und neu vermessen werden musste. Denn unter den drei Plätzen verlaufen etliche Leitungen kreuz und quer. „Das würde man heute so nicht mehr machen“, sagte Eckstein. Die Möglichkeiten seien dadurch beschränkt. Die jetzige Planung stelle die maximal mögliche Begrünung dar.

Vorgesehen ist, auf dem Rathenauplatz rund um das Wasserspiel neun große, hölzerne Hochbeete aufzustellen. Sie sollen mit Gräsern und Stauden bepflanzt werden, die Hitze und Trockenheit gut vertragen. Auf der breiten Umrandung können sich Menschen setzen. Damit die Pflanzen gedeihen, werde eine automatische Bewässerung installiert.

Hitzeresistente Stauden

Es sei möglich, den Platz zu beschatten, sagt Eckstein. Da dies im Vorplanungsbeschluss nicht vorgesehen sei, gebe es dazu bislang nur eine Machbarkeitsstudie. Am meisten Schatten brächte eine amorphe Struktur, die sich unregelmäßig über große Teile des Areals erstrecke. Denkbar sei, dass diese bepflanzt werde oder Sonnensegel erhalte, sagte Dirk Schneider vom Grünflächenamt. Nötig sei dafür das Okay der Stadtverordneten. Zudem werde sich dadurch die Umgestaltung des Rathenauplatzes verzögern.

Keinen Einfluss habe ein Schattenspender auf den angrenzenden Goetheplatz, sagte Eckstein. Dort sollen die dunklen, wassergebundenen Wegedecken gegen hellere ausgetauscht werden. Am Denkmal des Dichterfürsten sei ein Staudenbeet geplant. Unter den bereits vorhandenen Schnurbäumen, die eine automatische Bewässerung erhalten, werden Sitzbänke und Drehliegen montiert. Zudem werden zwei der 40 Bäume ausgetauscht und Beleuchtungen installiert.

Nur wenig ändern werde sich am Roßmarkt, sagte Iris Eckstein. Der 4500 Quadratmeter große Platz solle weiterhin für Veranstaltungen und Demos zur Verfügung stehen. Dennoch sei vorgesehen, im Süden der Fläche eine begrünte Pergola als Abschluss der Platzfolge sowie ein zusätzliches Hochbeet aufzustellen.

Mitglieder des Ortsbeirats begrüßten die Pläne. Diese machten das Beste aus dem, was möglich sei, da die Plätze von einer unattraktiven Bebauung umgeben seien. Die meisten Fraktionen sprachen sich für eine Beschattung des Rathenauplatzes aus, „auch als Eyecatcher“, sagte Clemens Schubert (SPD). Sara Steinhardt (CDU) regte an, das Angebot für Kinder auf den Plätzen auszubauen. Falko Görres (Die Partei) schlug vor, die Straße am Rathenau- und Goetheplatz zugunsten von zusätzlichem Grün zu verkleinern. Stephan Korte (FDP) lehnte die Planung ab. Auch nach der Umgestaltung werde sich niemand länger auf den Plätzen aufhalten. Sinnvoller sei es, das Steuergeld zu sparen.

Unter den Bäumen am Goetheplatz will das Grünflächenamt Bänke aufstellen, vor dem Denkmal ein neues Staudenbeet anlegen.
Unter den Bäumen am Goetheplatz will das Grünflächenamt Bänke aufstellen, vor dem Denkmal ein neues Staudenbeet anlegen. © Grünflächenamt Stadt Frankfurt

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