Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Mit langen Sonden überprüfen die Mitarbeiter des Kampfmittelsuchdienstes die Schiffsanlegestellen am Eisernen Steg ab,
+
Mit langen Sonden überprüfen die Mitarbeiter des Kampfmittelsuchdienstes die Schiffsanlegestellen am Eisernen Steg ab,

Innenstadt

Kampfmittelsuche am Mainufer

Wegen eines speziellen Messverfahrens des Kampfmittelsuchdienstes musste das Mainufer am Montagmorgen auf Höhe des Eisernen Stegs zeitweise gesperrt werden.

Wie aus dem Nichts war am Montagmorgen der Fußgänger- und Radfahrerbereich direkt am Main mit rot-weißen Gestellen abgesperrt. Nur ein unscheinbarer VW-Bus, einige Männer mit Warnwesten und ein feiner Hamburger Herr mit Weste unter dem dunkelblauen Jackett und Strohhut durften noch am Ufer sein.

Jogger springen über die Absperrung und werden freundlich aber bestimmt wieder rausgeschmissen. „Was soll das? Wir wollen hier lang!“ rufen sie wütend. „Hier wird nach Kampfmitteln gesucht“, lautet die Antwort, die auch die lautesten Querulanten verstummen lassen.

Die Zwillinge Maximilian und Philipp Backup aus Magdeburg sind hier, um die Schiffsanlegestellen per Neutronen nach Kampfmitteln abzusuchen. „Dabei entsteht Radioaktivität“, sagt ein Mitarbeiter der Kampfmittelräumer, die als einzige Firma in Deutschland dieses Verfahren anwenden und europaweit gerufen wird.

„Wir suchen nicht nach Metall, sondern nach Stickstoff und bestimmten metallischen Verbindungen aus organischem Material, das Hinweise auf Kampfmittel und Kontamination gibt“, erklärt der Mann, während eine lange Sonde, die wie eine Stange aussieht, Richtung Wasser gelassen wird, an der lange Kabel angebracht sind. Bis zu drei Kilometer Tiefe können sie ins Wasser gelassen werden. „Aber so tief ist der Main ja nicht“, sagt der Mann und grinst. Der Geophysiker Maximilian Backup geht auf den eleganten Herren mit Strohhut zu und teilt mit, dass er zusätzliche Messungen zwischen den vorgegebenen Punkten für nötig hält, „weil einige Kabel irritieren könnten“. Er nickt und stimmt zu. Der Herr ist Dr. Ing. P.J. Wagner, Gutachter und Sachverständiger für Bauen und Umwelt und kommt aus Hamburg. „Ob hier etwas ist, wissen wir erst, wenn alle Daten ausgewertet sind“, sagt er. „Am Ende entscheide ich, ob alles ok ist für die Reparaturarbeiten, oder ob evakuiert werden muss, weil wir etwas finden“, sagt er freundlich lächelnd. Ein Standardverfahren zur präventiven Kampfmittelsuche sei an dieser Stelle am Ufer nicht möglich, daher habe er sich für Geo Neutron entschieden. „Ich mache Kampfmittelsuche mit der passenden Technik für die Anforderungen. Wir wissen nicht, was sich hier alles befindet und Sicherheit geht immer vor.“

Beim gewählten Verfahren muss an allen 13 Stellen zum Anlegen für Schiffe nicht gebohrt werden. Dafür tragen die vier Männer kleine Geräte am Gürtel. Damit wird Radioaktivität gemessen. Immer wieder wird Strom für eine Minute lang an die Sonde angeschlossen. Dann heißt es, zehn Meter Abstand zu nehmen. Während dieser Minute und für fünf weitere Minuten, falls etwas nachstrahlen sollte. Was für die genervten Fußgängerinnen und Fußgänger nach Nichts aussieht, ist im Endeffekt eine große Verantwortung und durchaus riskant.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare