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Julius-Leber-Schule braucht mehr Platz

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Von: Boris Schlepper

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Immer wieder wird Schulleiterin Birgit Stauch-Tschakert vertröstet. Die Container auf dem Hof hinter ihr an der Seilerstraße wurden 2009 „nur temporär“ aufgestellt.
Immer wieder wird Schulleiterin Birgit Stauch-Tschakert vertröstet. Die Container auf dem Hof hinter ihr an der Seilerstraße wurden 2009 „nur temporär“ aufgestellt. © Rolf Oeser

Das Gebäude an der Seilerstraße soll seit Jahren saniert und erweitert werden. Für die 2800 Berufsschüler und Berufsschülerinnen gibt es keinen Pausenhof.

Wann die Julius-Leber-Schule saniert werden soll, ist weiterhin offen. Das Dezernat Bildung, Immobilien und Neues Bauen sei mit der Leitung der Berufsschule an der Seilerstraße in laufenden Gesprächen zur seit Jahren anstehenden Brandschutzsanierung, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit. Ein nächster Termin zur konkreten Zeitplanung sei für Ende November vorgesehen. Der Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) hatte sich vor kurzem über die Instandsetzung erkundigt.

Die Schulgemeinde wartet auf die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes bereits seit Jahren, sagt Schulleiterin Birgit Stauch-Tschakert. Schon 2007, als sie an der Berufsschule angefangen hat, habe die damalige Bildungsdezernentin Jutta Ebeling (Grüne) angekündigt, dass zeitnah mit den Arbeiten begonnen werde, „und die Pläne damals waren auch schon älter“. Eigentlich sei das ganze Gebäude sanierungsbedürftig, so Stauch-Tschakert. Aus Kostengründen sei jedoch nur eine kleine Lösung angedacht, demnach Brandschutz und sanitäre Anlagen auf den neusten Stand gebracht werden. Ebenfalls saniert werden soll das Dach.

Doch wann die Arbeiten an dem 50er-Jahre-Bau beginnen werden, sei ihr noch immer nicht bekannt, sagt die Schulleiterin. Wodurch die Schulgemeinde äußerst verunsichert sei. Immer wieder müsse sie Lehrerinnen und Lehrer vertrösten, die Planungssicherheit wollten. Zuletzt habe es geheißen, dass im kommenden Jahr begonnen werde.

Für die Schule, die von knapp 2800 Schülern und Schülerinnen besucht wird, hat die Sanierung große Auswirkung. Da im laufenden Betrieb gearbeitet werden soll, muss jeweils ein Teil ausgelagert werden. Und zwar nach Fechenheim in die ehemalige Freie Christliche Schule, deren Gebäude jedoch auch zunächst in Teilen instandgesetzt werden müsste, erklärt Stauch-Tschakert. Das Kollegium könne dann nicht einfach zwischen beiden Standorten hin und her wechseln. Nötig sei eine aufwendige Planung.

Das wäre nicht erforderlich, hätte die Stadt wie geplant die knapp 200 Meter entfernte und ebenfalls an der Seilerstraße liegende ehemalige Friedrich-Stoltze-Schule hergerichtet. Seit mehr als zehn Jahren steht das Gebäude leer. Die Pläne, dass die Julius-Leber-Schule diese als Außenstelle nutzt, seien noch älter, sagt Stauch-Tschakert.

Denn die Berufs- und Fachoberschule braucht dringend mehr Platz. 2009 habe die Stadt deshalb den Pausenhof „temporär“ mit Containern zugestellt. Eine Fläche, auf der sich die Schüler:innen aufhalten können, gebe es dadurch nicht. Auch seien die Container-Klassenräume zu klein und entsprächen nicht dem Standard für berufliche Schulen.

Doch auf die Container werde die Julius-Leber-Schule vorerst weiter angewiesen sein, sagt Stauch-Tschakert. Zumindest, bis die einstige, ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Friedrich-Stolze-Schule hergerichtet ist. Dabei gibt es für die Sanierung bereits Pläne, demnach das 1857 errichtete Gebäude energetisch und brandschutztechnisch saniert und um einen Erweiterungsbau ergänzt werden soll. 2011 hat ein Kasseler Büro einen Architektenwettbewerb gewonnen. In den vergangenen Jahren habe dieses die Planung wieder aufgenommen und auch die aktuellen Anforderungen der Berufsschule abgefragt.

Um die ehemalige Friedrich-Stoltze-Schule als Außenstelle der Julius-Leber-Schule nutzen zu können, bereite das Dezernat Bildung, Immobilien und Neues Bauen derzeit „den notwendigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung für das erste Quartal 2023 vor“, teilt Markus Radermacher, Leiter des Dezernatsbüros und der Stabsstelle Schulbau beschleunigen, schriftlich mit. Parallel erarbeite das Amt für Bau und Immobilien die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen, „so dass nach dem Beschluss mit den Maßnahmen begonnen werden kann“. Die Container seien noch bis 2027 genehmigt.

Der Ortsbeirat 1 hatte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Julius-Leber- und der Stoltze-Schule beschäftigt. In zwei Anträgen der CDU fragt das Gremium einstimmig nach der Zukunft der beiden Gebäude, und wie der zeitliche Ablauf der dringend nötigen Sanierungen ist. Auch was mit den Containern passiert, wollten die Stadtteilpolitiker:innen wissen.

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