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Beate Uhrig (75) engagiert sich seit 20 Jahren als Grüne Dame im Hospital zum Heiligen Geist in der Lange Straße.
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Beate Uhrig (75) engagiert sich seit 20 Jahren als Grüne Dame im Hospital zum Heiligen Geist in der Lange Straße.

Innenstadt

Grüne Damen: Sie springen da ein, wo Pflege aufhört

  • VonBrigitte Degelmann
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Die Grüne Damen und Herren kümmern sich seit 20 Jahren um Patientinnen und Patienten des Hospitals zum Heiligen Geist in der Frankfurter Innenstadt. Ihr ehrenamtlicher Dienst ist unersetzlich, sagt die Klinikleitung. Daher ist jede Verstärkung willkommen.

Dass für Krankenhauspatienten schon Kleinigkeiten zu einem großen Problem werden können, weiß Beate Uhrig (75) aus Oberursel nur allzu gut. Vor allem deshalb, weil sie sich seit 20 Jahren als „Grüne Dame“ im Frankfurter Hospital zum Heiligen Geist in der Lange Straße engagiert. Da war etwa jene ältere Patientin, die das Pech hatte, dass ein Glas aus ihrer Lesebrille gerutscht war – und die tieftraurig war, weil sie nicht mehr lesen konnte. Beate Uhrig sorgte schnell für eine Lösung: „Wir haben die Brille zum Optiker gebracht und sie reparieren lassen. Für die Patientin war es ein großes Glück, dass sie wieder lesen konnte.“

Seit genau zwei Jahrzehnten gibt es die ehrenamtlichen „Grünen Damen und Herren“ im Hospital zum Heiligen Geist. 14 Frauen und ein Mann kümmern sich um die Patientinnen und Patienten, erledigen kleine Besorgungen für sie. Aber vor allem schenken sie ihnen Zeit und ein offenes Ohr für Gespräche. Allerdings, bedauert Beate Uhrig, sei das seit Ausbruch der Corona-Pandemie wegen der Besucher-Beschränkungen nicht mehr möglich: „Im Moment ruht das Engagement. Wir vermissen den Dienst – und das Hospital und die Patienten vermissen uns.“

Wie sehr Klinikleitung und -mitarbeiter:innen das Engagement schätzen, betont Carsten Müller, Verwaltungsleiter am Hospital zu Heiligen Geist. Was sie für die Patientinnen und Patienten leisteten, gehe weit über den Gesundheitsdienst hinaus, sagt er: „Sie springen dort ein, wo die Pflege das nicht mehr leisten kann.“ Manche erzählen ihr von den Unfällen, die dazu führten, dass sie in der Klinik landeten. Von den Verletzungen, dem Schock. „Es ist für die Patienten gut, wenn sie das loswerden können“, sagt die 75-Jährige.

Das sei manchmal auch belastend. Nach den Patientenbesuchen setzt sie sich oft noch mit anderen Ehrenamtlichen zusammen: „Da kann man über das Gehörte reden – und dann ist es gut.“ Nicht zu vergessen die Unterstützung durch Schwester Lätitia Hölzer von der katholischen Seelsorge, die sich um die Grünen Damen und Herren kümmert, auch bei den monatlichen Gruppentreffen. Nicht selten aber herrscht auch fröhliche Stimmung in den Krankenzimmern. Manche Patienten, erzählt Beate Uhrig, zeigten ihr Fotos von ihren Kindern und Enkeln. Mancher streckt ihr stolz ein Beutelchen entgegen – mit herausoperierten Gallen- oder Nierensteinen: „Gucken Sie mal, das hab‘ ich in mir gehabt.“

Seit Gründung der Gruppe vor 20 Jahre engagiert sich die 75-Jährige bei den Ehrenamtlichen. Über eine Zeitungsnotiz sei sie darauf gestoßen. „Ich dachte, das passt gut in mein Zeit-Budget.“ Die beiden Söhne waren erwachsen. Zudem fiel ihr ein, wie sie Jahre zuvor selbst als Klinikpatientin eine Grüne Dame kennengelernt hatte: „Sie hat mich gleich am Eingang so warmherzig empfangen. Das ist eine tolle Sache, wenn einen jemand nicht nur unter medizinischen Gesichtspunkten wahrnimmt.“

Die Ehrenamtlichen kümmern sich auch um die Kleiderkammer in dem Krankenhaus, für Notfälle. Immer gebe es einen Stoß Jogginghosen sowie Pantoletten, sagt Beate Uhrig. Einiges davon besorgt sie bei Schlussverkäufen von gespendetem Geld. Dankbar sei man auch über Kleiderspenden, vor allem saubere, gute erhaltene T-Shirts, Jogginghosen, feste und bequeme Schuhe, wetterfeste Jacken. „Es wäre auch schön, wenn neue Interessenten zu uns kommen, wenn wieder Besuche möglich sind.“

Wer sich für das Engagement interesiert , kann Beate Uhrig über das Hospital zum Heiligen Geist kontaktieren, Telefon 219 62 78 68.

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