+
Ein Schild für eine Tempo 30-Zone. (Symbolfoto)

Verkehr in Frankfurt

Tempo 30 in der Frankfurter City

  • schließen

Der Magistrat will den Verkehr in der Frankfurter City beruhigen. IHK und FDP wehren sich dagegen.

In der Frankfurter Innenstadt soll künftig höchstens Tempo 30 gefahren werden. Ein entsprechender Bericht des Magistrats wurde am Dienstagabend im Verkehrsausschuss des Römers mit der Mehrheit der Stimmen wohlwollend zur Kenntnis genommen - einzig die FDP stimmte dagegen.

Der Magistrat will nun in der Innenstadt einen weitläufigen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich einführen, so wie es ihn auf der Kaiser- und Friedensstraße schon gibt. Dort wurden Parkplätze für den Lieferverkehr eingerichtet, Ampeln abgeschaltet, Radwege auf den Bürgersteigen zu Gehwegen umgewidmet und mehr Platz für die Außengastronomie geschaffen. Schilder weisen auf die Tempobeschränkung hin. Außerdem gilt rechts vor links.

„Im gesamten Gebiet der Innenstadt sollen einheitliche Regeln gelten“, begründete Martin Daum, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Römer, den Antrag der Koalition, der dem Bericht zugrunde liegt. Die Fußgänger bekämen mehr Platz; der Wirtschaftsverkehr erhalte mehr Parkplätze; die Außengastronomie nehme zu. Die Radfahrer würden bei Tempo 30 im Verkehr mitschwimmen. „Ich kann nicht verstehen, was die Industrie- und Handelskammer dagegen hat“, sagte er.

Die IHK Frankfurt lehnt Tempo 30 in der Innenstadt ab und wehrt sich dagegen, dass der Autoverkehr weiter reglementiert wird. Zum verkehrsberuhigten Geschäftsbereich hat sie eine Mitteilung an die Presse und einen Brief an den Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) verfasst. „Eine solche Maßnahme ist völlig unabhängig von einer Tempo-30-Zone sinnvoll und geboten“, heißt es darin. „Die Einrichtung ist überflüssig, weil in der Innenstadt schon jetzt nicht schneller gefahren werden kann als Tempo 30“, sagte auch die FDP-Fraktionsvorsitzende Annette Rinn und schlug sich auf die Seite der Wirtschaftsvertreter.

„Der verkehrsberuhigte Geschäftsbereich macht ein gleichberechtigtes Miteinander möglich, das hat das Beispiel Kaiserstraße gezeigt“, sagte hingegen Wolfgang Siefert, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion. Die Kritik der IHK erinnere ihn an die Sperrung der Hauptwache für den Autoverkehr. Damals sei in der Debatte ein Dauerstau in der Innenstadt heraufbeschworen, heute fänden die Sperrung alle gut.

„Wir wollen die Innenstadt dem Zeitgeist anpassen; das ist, was man von uns erwartet“, sagte Chris Heimpel aus der SPD-Fraktion. Die Sperrung des nördlichen Mainufers ab August sei der nächste logische Schritt. „Wir erwarten, dass der Magistrat den Bericht zum verkehrsberuhigten Geschäftsbereich zügig umsetzt“, sagte er.

Die IHK räumte wiederum ein, dass die Ablehnung erst nach einer kontroversen Diskussion getroffen wurde. Unterschrieben wurde der Brief an den Stadtrat dennoch von führenden Vertretern der Frankfurter Wirtschaftslobby: Joachim Stoll, Sprecher der Frankfurter Einzelhändler; Eduard M. Singer, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Hessen; Bernd Ehinger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main; Tatjana Steinbrenner, Präsidentin des Handelsverbands Hessen Süd.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare