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Auf der Zeil ist immer noch viel los. Die geringe Zahl an Einkaufstüten aber zeigt: Viele kommen nicht in erster Linie zum Shoppen in die Stadt.

Frankfurt

Nur jeder Zweite kommt zum Shoppen

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Die Frankfurter Innenstadt ist gut besucht und gilt als attraktiv. Immer weniger Leute aber kommen in die City, um einzukaufen. Das zeigt eine neue Studie.

Die Frankfurter Innenstadt zieht nach wie vor viele Menschen, die in der Stadt leben, und viele Passanten aus der Region an. Nur noch etwa die Hälfte kommt aber in die City, um einzukaufen. Das zeigt eine Befragung des Kölner Instituts für Handelsforschung, deren Frankfurter Ergebnisse am Mittwoch in der Industrie-und Handelskammer (IHK) vorgestellt wurden. Noch im Jahr 2014 hatten 60 Prozent der Befragten Shopping als Hauptgrund für ihren Aufenthalt in der Innenstadt genannt. 

Dagegen gewinnt die Gastronomie sichtbar an Bedeutung. Burgerketten sind in frühere Geschäfte eingezogen, Einkaufszentren erweitern ihr kulinarisches Angebot. Bei der Befragung nannten 27,7 Prozent der Passanten den Besuch eines Lokals als Hauptgrund, in die City zu kommen. 11,3 Prozent gaben an, sie wollten ein Freizeit- oder Kulturangebot nutzen. Obwohl ausländische Touristen nicht befragt wurden, sagten 14,6 Prozent, sie seien zum „Verweilen“ oder um Sightseeing zu betreiben, in der Innenstadt. Dazu passt, dass die gut 2000 an zwei Tagen im September befragten Passanten trotz der schwindenden Lust am Einkaufsbummel weiterhin viel Zeit in der Innenstadt verbringen. Die Hälfte gab an, mehr als zwei Stunden bleiben zu wollen. 

Die Frankfurter Innenstadt kommt bei der Befragung im Deutschlandvergleich auf hohe Attraktivitätswerte. Im Schnitt bewerteten die Passanten sie mit der Schulnote zwei (2,2). Vor vier Jahren hatten die Befragten noch lediglich eine zwei bis drei (2,5) gegeben. Das hat allerdings unter anderem mit neu aufgenommenen Fragen zu Gastronomie und Events zu tun. In diesen Bereichen konnte Frankfurt besonders punkten. Vergleichsweise schlechte Noten gaben die Passanten für die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Auto, die Parkmöglichkeiten sowie die Sauberkeit und Sicherheit in der Innenstadt. 

Die schwindende Bedeutung des Einzelhandels für die Innenstadt hat zu einem großen Teil mit den seit Jahren überproportional wachsenden Umsätzen im Online-Handel zu tun. Fast 30 Prozent der befragten Passanten gaben an, sie kauften wöchentlich oder sogar täglich etwas im Internet. Vier Jahre zuvor hatte diese Zahl noch bei acht Prozent gelegen. Jeder Fünfte sagt, er besuche die Innenstadt weniger, weil er verstärkt online shoppe. 

„Wir werden uns sehr anstrengen müssen, um die Innenstadt attraktiv zu halten“, kommentierte Joachim Stoll, Vorsitzender des Ausschusses Einzelhandel bei der IHK, die Ergebnisse der Befragung. Der Handel habe die Aufgabe, mehr Events und Unterhaltung in die Läden zu bringen. Dabei könne es helfen, wenn das Land es rechtssicher ermögliche, bis zu vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr auszurichten. Thomas Feda, Geschäftsführer der städtischen Tourismus- und Congress-Gesellschaft, warb für ein neues, digital nutzbares touristisches Wegweisersystem. Stoll und er nannten zudem ein kostenloses WLAN wichtig. Stefan Jäger, Leiter der städtischen Abteilung Presse & Citymarketing, sagte, man müsse die Hauptwache und die Konstablerwache attraktiver gestalten. 

Stoll äußerte in der IHK erneut die Hoffnung, Frankfurt bekomme endlich ein professionelles City- und Stadtmarketing. Die Stadt will ihre Anstrengungen in diesem Bereich verstärken. Beschlossen ist etwa bereits, dass zehn Prozent der Einnahmen aus der neuen Tourismusabgabe, etwa 400 000 Euro, in das Citymarketing fließen sollen. Wie genau dieses ausgestattet sein wird und was genau es tun soll, konnte Jäger am Mittwoch noch nicht erläutern. Vorgestellt werde das Konzept erst nach einem Runden Tisch, zu dem Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) einlade, sagte er. 

Eindringlich warnten IHK, Stoll und Feda vor den Folgen eines möglichen Fahrverbots für Diesel in der Stadt. Als Folge könnten Passanten die City meiden und in Einkaufszentren fahren, sagte Alexander Theiss, IHK-Geschäftsführer Standortpolitik. In der Befragung hatte fast ein Drittel angegeben, mit Auto oder Motorrad in die City zu fahren.

Die Innenstadt-Studie im Überblick: Das Institut für Handelsforschung hat für die Studie „Vitale Innenstädte“ ermittelt, wie Passanten deutsche Stadtzentren bewerten. Dafür führte es 59 000 Interviews in 116 Städten.

Im Schnitt bewerteten die Befragten die Attraktivität der Innenstädte wie vor vier und vor zwei Jahren mit der Schulnote zwei bis drei (2,6).

Leipzig schnitt von den Städten über 500 000 Einwohner am besten ab. Unter den Kommunen mit mehr als 200 000 Einwohnern lag Erfurt vorne, bei den Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern Trier, ab 50 000 Einwohnern Stralsund. Unter den Städten bis 50 000 Einwohner schnitt Wismar am besten ab. cm

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