Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

So könnte das umgestaltete Bahngleis einmal aussehen. Foto: Stadt Frankfurt
+
So könnte das umgestaltete Bahngleis einmal aussehen.

Denkmal für Gastarbeiter

Frankfurt: Hauptbahnhof wird neu gestaltet und erhält ein Denkmal

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
    schließen

Seit 2001 wird in Frankfurt über ein Denkmal für die ersten „Gastarbeiter“ diskutiert. Jetzt will die Stadt endlich handeln und zunächst den U-Bahnstieg am Hauptbahnhof umgestalten.

  • In den 1960er-Jahren kamen die ersten „Gastarbeiter“ nach Frankfurt.
  • 2001 wurde ein Denkmal für die Menschen, die damals nach Deutschland kamen, vorgeschlagen.
  • Obwohl die Idee nicht realisiert wurde, will die Stadt Frankfurt jetzt eine Zwischenlösung schaffen.

Frankfurt – Die Idee ist 20 Jahre alt. Im Jahr 2001 schlug Giuseppe Bruno, der Anfang der 1960er-Jahre als einer der ersten sogenannten Gastarbeiter aus Sizilien nach Frankfurt gekommen war, die Errichtung eines Denkmals auf dem Vorplatz des Frankfurter Hauptbahnhofs vor, um die Leistungen dieser frühen Arbeitsmigrant:innen zu würdigen. Seitdem treibt die Idee die Stadt um, mehrfach wurden Anläufe für eine Realisierung unternommen, es gab Streit um den Standort und mit der Deutschen Bahn. Giuseppe Bruno verstarb 2014.

Frankfurt: Neugestaltung des Bahnhofs im Rahmen einer „urbanen Intervention“

Mit der geplanten Neugestaltung des Bahnhofes und seines Vorplatzes rückt das Denkmal aktuell wieder in weite Ferne. Deshalb will die Stadt jetzt eine Art Zwischenlösung schaffen, bevor irgendwann das Denkmal kommt. Die Dezernate für Kultur, Integration und Verkehr haben sich mit der VGF, der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) und dem Ortsbeirat 1 auf einen Entwurf des Ateliers Markgraph verständigt, das vorsieht, die U-Bahn-Steige unter dem Hauptbahnhof, wo die U-Bahn-Linien 4 und 5 fahren, im Rahmen einer „urbanen Intervention“ umzugestalten. Das Konzept beinhaltet farbige Spruchbänder und Wandelemente, die die Bedeutung der frühen Arbeitsmigration für die Entwicklung Frankfurts aufzeigen und zur Auseinandersetzung mit dem problematischen Begriff „Gastarbeiter“ einladen sollen.

Die Diskussion um das Gastarbeiter-Denkmal in Frankfurt sei bisher eine „Enttäuschungsgeschichte“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) am Mittwoch der Frankfurter Rundschau. Deshalb sei es wichtig, dass jetzt endlich etwas passiere. Es gehe darum, einen Bogen von den sogenannten Gastarbeiter:innen bis zur globalen Arbeitsmigration heute zu schlagen und endlich anzuerkennen, dass Deutschland eine plurale Einwanderungsgesellschaft sei. Es gehe auch um eine kritische Auseinandersetzung mit Sprache, so Hartwig. Nicht nur erinnere der Begriff Gastarbeiter an das NS-Wort „Fremdarbeiter“, den Kindern der Arbeitsmigrant:innen sei etwa lange eine ebenbürtige Schulbildung verwehrt worden. „Da sind Wunden geschlagen worden, die bis heute nicht verheilt sind.“ Über alle diese Aspekte solle die Umgestaltung zum Nachdenken anregen.

Frankfurt: „Da sind Wunden geschlagen worden, die bis heute nicht verheilt sind“

Aus Hartwigs Büro heißt es, dass als Nächstes die Realisierung des Entwurfs angegangen werden müsse. Wann der Umbau fertig sein könnte und was er kostet, ist aktuell noch nicht abzusehen – und auch nicht, ob die Umgestaltung der U-Bahn-Gleise dauerhaft bestehen bleiben soll. (Hanning Voigts)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare