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Palästinenser demonstrieren an der Hauptwache in Frankfurt gegen Israel und für ein freies Palästina,
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Palästinenser demonstrieren an der Hauptwache in Frankfurt gegen Israel und für ein freies Palästina,

Demonstration

Frankfurt: Aufgeheizte Stimmung bei propalästinensischer Demo

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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2500 Menschen protestieren am Samstag an der Frankfurter Hauptwache für ein freies Palästina. Trotz hitziger Stimmung bleibt die Demonstration friedlich.

Obwohl am Samstag um ein Vielfaches mehr Teilnehmende als angemeldet zu einer propalästinensischen Demonstration an die Frankfurter Hauptwache gekommen sind, ist der Protest nach Polizeiangaben insgesamt friedlich verlaufen. Aufgeheizte Stimmung herrschte dennoch und aufgrund von Auflageverstößen wurde die Demo am frühen Abend durch die Polizei aufgelöst. Vereinzelt waren Feuerzeuge auf Einsatzkräfte geworfen worden. Außerdem habe die Versammlungsleiterin laut eines Polizeisprechers nicht mehr auf die Teilnehmenden einwirken können, was etwa die Corona-Abstandsregeln betroffen hätte.

2500 Menschen waren laut Polizei am Nachmittag zur Hauptwache geströmt, um unter dem Titel „73 Jahre Nakba – Die fortdauernde Vertreibung von Palästina“ zu demonstrieren. Der Begriff Nakba steht für „Katastrophe“. Propalästinensische Kreise bezeichnen so die Gründung des Staates Israel 1948 und die Flucht Hunderttausender Palästinenser:innen infolge des ersten arabisch-israelischen Krieges. Am Freitag hatte die Stadt die Demonstration wegen befürchteter Gewaltausschreitungen verboten. Nach Eilantrag des Veranstalters, dem palästinensischen Netzwerk „Samidoun“, war das Verbot am Samstagvormittag durch das Frankfurter Verwaltungsgericht gekippt worden.

Propalästinensische Demo in Frankfurt: Banner gegen Faschismus, Rassismus und Antisemitismus

Das Samidoun-Netzwerk – das in Israel illegal ist, was als weiterer Grund der Stadt für ihr Demoverbot diente – hatte lediglich 40 bis 60 Teilnehmende angemeldet. Deshalb erweiterte die Polizei im Laufe des Nachmittages die Versammlungsfläche bis zum Rathenauplatz. An der Einmündung zur Freßgass, ebenso wie in der Großen Eschenheimer Straße, waren Wasserwerfer postiert, die letztlich nicht eingesetzt wurden. Eine Polizeikette sicherte den Bereich hin zum Goetheplatz.

Viele der Demonstrierenden hatten palästinensische Flaggen in den Farben Schwarz, Weiß, Grün und Rot und sogenannte Palästinensertücher mitgebracht. Die meisten trugen Mund-Nasen-Bedeckungen. Eng an eng standen trotzdem viele zusammen. Auf die fehlende Distanz unter den Teilnehmenden wies die Polizei mehrmals mit Lautsprecherdurchsagen hin. „Die Abstände wurden nur selten eingehalten“, sagte Polizeisprecher Thomas Hollerbach, der Aufrufe zur Gewalt und ähnliche Verstöße nicht registriert hatte, wie er berichtete.

Auf Schildern war „Gaza hat keine Schutzbunker“, „Siedlungspolitik stoppen“ und „Innocent lives matter“ (Unschuldige Leben zählen) zu lesen. Ein rotes Banner trug die Aufschrift: „Gib Antikommunismus, Faschismus, Rassismus & Antisemitismus keine Chance“. Kaum zu hören waren Ansagen von Redner:innen, da sie akustisch kaum verständlich beziehungsweise auf Arabisch waren. Dagegen machten sich die Demonstrierenden mit ihren Sprechgesängen umso lauter bemerkbar. Neben „Free, free, free, free Palestine“ und „Freiheit für Palästina“ wurde auch „Hoch die Internationale“ skandiert.

Frankfurt: Gruppe propalästinensischer Demonstrierender näherte sich laut Polizei Synagoge

Besonders als die Ansprachen auf der Gegenseite begannen, wurden die Parolen immer lauter und rund ein Drittel der Demoteilnehmenden zog es nahe an die Polizeikette, die neben Absperrgittern Protest und Gegenprotest voneinander trennten. Dazwischen standen Ordner mit roten Leibchen. Einige Männer stiegen auf die Schultern von anderen, hielten Fahnen und Schilder in die Höhe. Mund-Nasen-Bedeckungen wurden des Öfteren heruntergezogen. Die Atmosphäre wirkte angespannt.

Auch als der Gegenprotest auf der anderen Seite des Platzes bereits beendet war, blieben viele Demonstrierende und riefen weiter. Nach 18 Uhr forderte die Polizei die Teilnehmenden dann mit mehrmaligen Lautsprecherdurchsagen zum Gehen auf. An der Absperrung Richtung Zeil sprach ein Polizist Gehende an, und bat sie palästinensische Fahnen sowie Tücher wegzupacken, was die Angesprochenen auch taten.

Lediglich eine Gruppe von Teilnehmenden soll sich laut Polizei im Anschluss an die Demo „zügig der Westend-Synagoge genähert“ haben, woraufhin die Einsatzkräfte den betroffenen Personen Platzverweise erteilten. (Clemens Dörrenberg)

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