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Die Macher Dennis Aukili (li.) und Milan Müller mit ihrem beliebten Sauerteigbrot.

Café „Mehlwassersalz“ im MMK

Einfach gutes Brot im Frankfurter MMK

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Dennis Aukili und Milan Müller betreiben im Frankfurter Museum für Moderne Kunst ein Café und eine Bäckerei.

In Frankfurt eröffnen immer neue Cafés. Wir haben uns drei davon genauer angeschaut. Vom Stehcafé im Bahnhofsviertel über ein Museums-Café mit eigener Bäckerei bis zum Café, bei dem man auf Frida Kahlo trifft.

Mehl, Wasser, Salz. „Mehr braucht man nicht. Für ein gutes und leckeres Brot. Keine Hefe. Keine Zusatzstoffe“, betont Dennis Aukili. Der 33-Jährige ist einer der beiden Macher des neuen Cafés namens Mehlsalzwasser im Museum für Moderne Kunst (MMK) in der Innenstadt. Genau, im Mittelpunkt steht: das hausgemachte Sauerteigbrot. Auf rosa Stühlen sitzen an diesem Tag Ü-50-Museumsbesucher neben einer Gruppe junger Studentinnen, die gerade frühstücken. Auf den Tischen stehen frische Blumen in der Vase. Wenige Meter weiter ist die Bäckerei. Dort bestellt eine junge Frau mit großem Hut an der Theke Brot. Andere entscheiden sich für Croissants oder Brioche. Das 750-Gramm-Sauerteigbrot kostet 5 Euro, ein Stück Karotten-Mandel-Marzipan-Kuchen gibt es für 3,50 Euro.

„Schon länger wollten wir eine eigene Bäckerei eröffnen und dann kam das Angebot, das eben hier zu tun“, so Aukili. In den vergangenen Jahren gab es einige Betreiber, die Konzepte im Eingangsbereich des Museums versuchten. „Mehlsalzwasser ist eben ein Café und eine Bäckerei. Und wir bieten auch einen kleinen vegetarischen Mittagstisch an. Alles ist bio“, sagt Milan Müller. Das zweite Gesicht von Mehlwassersalz. Die Süßkartoffelnudeln mit Avodaco, Frischkäsesoße, Babyspinat und Mandeln, die an dem Tag auf der Karte stehen, kosten 12 Euro. Der 45-Jährige und Aukili betreiben bereits zusammen in Bornheim das Restaurant Chairs.

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Vor fünf Jahren haben sie im Chairs auf Bio umgestellt und begannen vor zwei Jahren schon ihr eigenes Brot zu backen. „Vier Monate hat es gedauert, bis ich das Sauerteigbrot gut hinbekommen habe. Zwischendrin war ich verzweifelt, weil die Herstellung überhaupt nicht einfach ist“, erzählt Aukili, der auch der Koch des Chairs ist.

Allein für den ersten Teigansatz benötige man drei Tage. „Durch den hohen Wasseranteil bleibt das Brot aber lange saftig und frisch“, so Aukili. Das Brot sei im Chairs so beliebt, dass die Gäste immer wieder gefragt hätten, ob sie es nicht auch für zu Hause kaufen könnten. Von den Gästen, die hier im Café verweilten, sei das gegrillte Sauerteig-Avocadobrot (7 Euro) „am meisten gefeiert“. Man kann sich hier auch das Mehl kaufen, um sich zu Hause das Brot zu backen.

Die Frankfurter Rösterei Hoppenworth & Ploch habe ihnen den eigenen Bioespresso-Blend „Mehlwassersalz“ hergestellt. Ein Americano kostet 3 Euro. „Diese Röstung gibt es nur hier: Der Geschmack ist fruchtig und schokoladig.“ Die Milch kommt vom Weidenhof in Wächtersbach.

Aukili ist in Bornheim aufgewachsen, die Mutter schickte ihn noch die Straße runter zum Metzger, wie er erzählt. „Leider gibt es immer weniger kleine Läden. Das Handwerk verschwindet. Im Umkreis vom MMK gibt es nur große Bäckereiketten. Wir wollten nicht die hunderste Filiale aufmachen, sondern eben etwas qualitativ Gutes“, betont Aukili.

Auch die Butter und Marmeladen stellten sie selbst her. Die Kreppel (2 Euro) sind jeden Tag anders gefüllt: von Rhabarbermarmelade über Pflaume-Ingwer bis Dulce de Leche (Karamell). Auch draußen auf der Terrasse gibt es Sitzmöglichkeiten. Konkurrenz seien die vielen anderen Cafés in der umliegenden Braubachstraße nicht. „Jeder hat sein Alleinstellungsmerkmal. Und wir haben eben die Bäckerei und unser Brot“, so Aukili.

Mehlwassersalz, Domstraße 10, Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr, mittwochs 10 bis 20 Uhr.

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