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Rainer Drexel zeigt seine Fotos eines verwaisten Frankfurts am Bauzaun auf dem Domlatz. „Kein Mensch da“, heißt seine Ausstellung.
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Rainer Drexel zeigt seine Fotos eines verwaisten Frankfurts am Bauzaun auf dem Domlatz. „Kein Mensch da“, heißt seine Ausstellung.

Innenstadt

Domplatz: Galerie am Bauzaun

  • VonAlexandra Flieht
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Noch bis Ende August sind entlang des Bauzauns am Domplatz Bilder des Frankfurter Fotografen Rainer Drexel zu sehen. Er hat Museen, Kulturorte und Versammlungsstätten der Stadt von Innen abgelichtet, als diese für die Bevölkerung während des Lockdowns verschlossen waren.

Die Eisfläche in der Eissporthalle ist verwaist, die Sitzreihen unbesetzt, selbst vor den Bierständen herrscht gähnende Leere. Genau dort, wo sonst die Menschen zusammenkommen, um ein sportliches Ereignis zu feiern und gemeinschaftlich die Spannung zu erleben, die ein Eishockey-Match mit sich bringt, ist die Stille eingezogen. Eine Stille, die bedrückend ist angesichts dessen, was sie ausgelöst hat: der lange Lockdown in den Winter- und Frühlingsmonaten. Aber auch eine Stille, die den Ort mit seiner Architektur zum Vorschein bringt in einer Art, die sonst so nicht sichtbar gewesen wäre. Eingefangen aus der Sicht des Fotojournalisten Rainer Drexel.

„Kein Mensch da“ ist seine rund 120 Arbeiten umfassende Serie betitelt, deren Motive er in der Zeit von November 2020 bis März 2021 aufgenommen hat. 28 Fotografien sind bis zum 28. August am Bauzaun vor dem Dom um das Hauptportal ausgestellt – eben Kunst am Bau, die rund um die Uhr zu sehen ist.

Damit Drexel seine Idee realisieren konnte, bekam er in einer Zeit Zugang zu Kultur- und Sportstätten, die für die Allgemeinheit wegen der Corona-Pandemie geschlossen waren. Dazu zählen das Senckenberg Museum, der Palmengarten, die Titus-Thermen oder das Theater Willy Praml. Alles wurde zuvor genau organisiert. Drexels Sohn Philipp übernahm die Koordinierung.

Als Frankfurter, der seine Stadt mit all ihren Angeboten schätze, habe er diese ungewöhnliche Zeit festhalten wollen, um später daran zu erinnern, wie herrlich und wichtig diese in Vor-Corona-Zeiten oft als selbstverständlich wahrgenommenen Orte für alle seien. „Die Bedeutung dieser Räume sind so viel größer, als es uns bisher vielleicht bewusst war“, so Drexel. „Mir ist klar geworden, wie wichtig diese Orte für unsere Gesellschaft sind, für das Zusammenkommen, das gemeinsame Erleben.“ Die vielen Räume, die er für seine Serie ausgesucht habe, so leer zu sehen, ohne Menschen im Museum oder Restaurant, tobende Kinder im Schwimmbad oder kuschelnde Paare im Kino – das sei für ihn besonders ergreifend gewesen.

Das Projekt ermöglicht hat ein Wettbewerb, den der Deutsche Journalisten Verband (DJV) – Landesverband Hessen unter dem Motto „Ich bin frei“ in Kooperation mit der Hessischen Kulturstiftung für freiberuflich tätige Journalisten ausgerufen hatte. Drexel, der als freier Fotojournalist für Magazine wie Spiegel, Geo und Stern arbeitent, konnte die Jury mit seiner Idee überzeugen und eines der mit dem Wettbewerb verbundenen Projektstipendien erhalten hat.

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