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Innenstadt

Aus für aggressives Spendensammeln in der Frankfurter Innenstadt gefordert

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
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Grüne im Ortsbeirat 1 wollen, dass Firmen, die im Namen von Hilfsorganisationen auf die Straße gehen, keine Standgenehmigung mehr erhalten. Unicef und Oxfam verweisen auf die eigenen ethischen Standards beim Geldsammeln.

Das aggressive Sammeln von Spenden in der Innenstadt soll unterbunden werden. Dafür sprechen sich die Grünen im Ortsbeirat 1 aus. Sie wollen den Magistrat auffordern, keine Sondernutzungserlaubnisse mehr an kommerziell tätige Firmen zu vergeben, die im Auftrag von gemeinnützigen Organisationen Geld sammeln – etwa an der Konstabler- oder der Hauptwache oder dem Willy-Brandt-Platz. Über den Antrag wird in der Sitzung am Dienstag im Römer beraten.

In den vergangenen Jahren sei vermehrt zu beobachten gewesen, „dass kommerziell tätige Spendensammelfirmen den öffentlichen Raum für ihre Tätigkeit in verbotener und aggressiver Weise nutzen“, heißt es in der Vorlage. Zudem hätten sich Bürger:innen an die Partei gewandt, sagt Alexander Mitsch, Sprecher der Grünen im Ortsbeirat 1. Zwar sei die Frequenz in der Pandemie zurückgegangen. Doch sei auffällig, dass die Sammler:innen die wenigen Passant:innen dafür „noch massiver“ angesprochen hätten.

Die Grünen vermuten, dass das Geschäftsmodell auf Provisionszahlungen fuße. Das führe dazu, dass Mitarbeitende der Firmen Fußgänger:innen nicht nur ansprechen, „sondern sich diesen von weitem laut rufend in den Weg stellen, dabei die Arme ausbreiten oder rechts-links-hüpfend am Vorbeigehen hindern“. Das Ganze sei „eine Form der organisierten Bettelei“ und geschehe unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit, heißt es im Antrag, der als Beispiel Unicef und Oxfam nennt. Dabei gehe es den Grünen vor allem um eine Ungleichbehandlung, so Mitsch. Gegen Menschen in Not werde vorgegangen. Nicht aber gegen Firmen, die eine Stand-Genehmigung haben.

Unicef und Oxfam weisen auf FR-Anfrage darauf hin, dass ihnen keine Beschwerden vorlägen, beide hätten in diesem Jahr keine Standwerbung in Frankfurt durchgeführt. Das Kinderhilfswerk sei im August mit einem Team in Frankfurt gewesen, Klagen habe es keine gegeben, sagt Unicef-Sprecher Rudi Tarneden. „Deshalb können wir uns die Nennung in dem Antrag nicht so recht erklären.“ Auch Oxfam war 2020 in der Mainmetropole, nicht jedoch mit einem kommerziellen Dienstleister, sagt Oxfam-Sprecher Steffen Küßner. Er kritisiert, dass die Hilfsorganisationen beispielhaft genannt worden wären. „Das halte ich für höchst problematisch, weil dies alle Organisationen über einen Kamm schert.“

Oxfam unternehme „viel, um die Einhaltung ethischer Standards bei der Ansprache von Passant:innen sicherzustellen“, so Küßner. Die internationale Hilfsorganisation sei Gründungsmitglied der Qualitätsinitiative Straßen- und Haustürwerbung. Die Selbstverpflichtung beinhaltet etwa, „dass jedes Gespräch ohne die Ausübung von Druck oder die Suggestion eines schlechten Gewissens geführt wird“. Nicht zulässig sei es, Passant:innen anzufassen, mit ihnen mitzulaufen oder ihnen den Weg zu versperren.

Für Unicef sei es zentral, Menschen zu überzeugen, Hilfe für die ärmsten Kinder und Familien zu leisten, so Tarneden, „und sie nicht zu überreden“. Das Hilfswerk lege großen Wert darauf, dass sich Dialoger:innen von eigenen Teams und Agenturen an klare Verhaltensregeln halten. „Unangemessene Methoden, wie Menschen auf der Straße überrumpeln, aggressives Vorgehen oder jemanden unter Druck setzen, lehnen wir ausdrücklich ab“, sagt Tarneden. Hinweise auf Kritik werde nachgegangen.

Beide Organisationen weisen darauf hin, dass die Straßenwerbung zur Gewinnung von dauerhaften Unterstützern für sie wichtig sei. Über sie könnten sie zudem über Aufgaben und Ziele informieren. Beide setzen externe Firmen ein. Die Entlohnung erfolge teilweise erfolgsabhängig.

Dem Ordnungsamt liegen „so gut wie keine“ Beschwerden über aggressives Spendensammeln in Frankfurt vor, sagt Sprecher Ralph Rohr. Auch habe die Stadtpolizei bei Streifen kein entsprechendes Verhalten festgestellt.

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