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Die Alte Gasse könnte grüner, ruhiger und überhaupt schöner sein, finden Anwohner und Ladenbesitzer.

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Frankfurts Alte Gasse, neu gedacht

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Die Initiative Innovationen in der Alten Gasse trifft sich mit dem Ortsbeirat und der Stadt um zu schauen, wie sich die Straße aufwerten lässt.

Viele der Autofahrer, die aus dem Parkhaus Konrad-Adenauer-Straße fahren, übersehen, dass sie einen U-Turn machen können und fahren stattdessen rechts in die Alte Gasse, erklärt Gerd Martus. Das muss nicht sein, findet der Sprecher der Initiative Innovationen in der Alten Gasse. Sie wünscht sich ein Schild, das besser auf die Ausfahrt hinweist und den Weg auf die Konrad-Adenauer-Straße und nach Sachsenhausen und Frankfurter Süden weise.

Der Ortsbeirat hat schon einen Antrag dazu auf den Weg gebracht, sagt Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD). Bei einer Begehung trafen sich am Donnerstag Vertreter des Ortsbeirats und der Stadt mit der Initiative in der kleinen Straße zwischen Bleichstraße und Schäfergasse. Die Initiative, Ladenbesitzer und Anwohner versuchen schon seit gut zwei Jahren die Straße aufzuwerten.

Bei einer gemeinsamen Begehung traf sich die Initiative mit dem Ortsbeirat und Vertretern der Stadt, Ortsvorsteher Oliver Strank (rechts).

Für den Kreisel wäre eine Begrünung schön und würde auch die Lastwagen und Raser daran hindern darüber zu fahren, sagt Thomas Gesang von der Initiative, der den Sprachtreff betreibt. Die Anregung will der Ortsbeirat mitnehmen. Die Gasse soll außerdem zusätzliche Fahrradbügel bekommen. Rüdiger Auth vom Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) notiert sich gemeinsam mit seinem Kollegen vom Radfahrbüro, wo die Bügel Sinn machen. Etwa an Ecken, wo Autofahrer gerne illegal parken. Parkplätze fallen dadurch erstmal nicht weg, lediglich eine kleine Ecke vor dem Eine Welt Laden.

Die Initiative fände es toll, wenn die Baumpflanzung von der Großen Friedberger Straße auf der Alten Gasse fortgeführt würde. Das könne sich auch der Ortsbeirat gut vorstellen, aber man warte noch auf die Rückmeldung der Stadt, sagt Strank. Die wolle prüfen, ob das möglich sei. Eine Begrünung der Fassaden kann sich die Initiative ebenfalls gut vorstellen. Das sei allerdings Sache der Hauseigentümer, sagt Strank. Die Stadt fördere jedoch solche Vorhaben.

Die Initiative, Ladenbesitzer und Anwohner versucht schon seit gut zwei Jahren ihre Straße aufzuwerten.

Ein Dorn im Auge ist der Initiative das Haus gegenüber des Weltladens, das gammele vor sich hin, sagt Martus. Die Eigentümer kümmerten sich nicht darum. In der Tiefgarage sollen schon seit 20 Jahren Autos im Wasser stehen. Er hoffe, dass dort mal was passiere.

Fast in jedem Haus der Alten Gasse sei ein Geschäft, sagt Gesang. Sie sei zwar nicht die Berger Straße, aber schön wäre es trotzdem, wenn sie mehr Aufenthaltsqualität bekäme. Das würde man erreichen, durch Verengung, weniger Parkfläche, mehr Grün. Tatsächlich ist eine große Vielfalt in der Gasse zu finden, ein Raumausstatter, Kiosk, Möbelgeschäft, Nagelstudio, der hippe Krimsladen samt Café Tia Emma, unterschiedliche Restaurants und Imbisse.

Ob die Straße nicht auch zur Einbahnstraße werden könne, fragt die Initiative. Strank bezweifelt, ob man sich damit einen Gefallen tue. Dadurch entstehe höchstens Umwegverkehr, sagt auch Andreas Laeuen (Grüne). Viel wichtiger ist der Initiative auch, dass die Straße verkehrsberuhigt wird, Tempo 30 also.

Fast in jedem Gebäude befindet sich ein Geschäft oder Restaurant.

Die Gasse animiere zum Schnellfahren, der Durchgangsverkehr rase dort nicht selten. Bertram Giebeler vom Fahrradclub Frankfurt (ADFC) findet gut, dass die Straße überarbeitet wird. Er findet auch dass dort bessere Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger geschaffen werden sollten.

Martus ist zufrieden mit dem Ortstermin. Er hofft, dass die Punkte auch umgesetzt werden. Die Initiative hat einen Fragebogen erstellt, und an Ladenbesitzer und Anwohner verteilt, die genau eintragen sollen, welche Vorstellungen sie für ihre Straße haben. Diese wollen sie dann dem Ortsbeirat zukommen lassen.

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